"Lesen!"

ZDF-Intendant weist Verleger-Forderung zurück

ZDF-Intendant Markus Schächter hat die Forderung nach einer Fortsetzung der Büchersendung "Lesen!" mit Elke Heidenreich, die zahlreiche Verleger in einem offenen Brief an das ZDF gerichtet hatten, zurückgewiesen.

ZDF-Intendant Markus Schächter

ZDF-Intendant Markus Schächter © dpa

Schächter: "Die Trennung von Frau Heidenreich ist irreversibel. Die Verantwortung dafür trägt allein Frau Heidenreich, deren Verhalten gegenüber dem ZDF und seinen Mitarbeitern für das Unternehmen nicht mehr hinnehmbar war. Dabei geht es nicht um Unmut oder Kränkungsgefühle. Es geht darum, dass das ZDF durch die Vorwürfe und Behauptungen öffentlich herabgesetzt wurde und damit das für eine weitere Zusammenarbeit notwendige Vertrauensverhältnis zerstört ist." ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte weiter, das ZDF werde mit Nachdruck ein Nachfolgeformat entwickeln und plane für das Jahr 2009 weiterhin sechs Sendungen. Schächter: "Literatur im ZDF findet in einem neuen Format statt. Dazu werden wir Gespräche mit Branchen-Vertretern, Autoren und Verlegern führen, die teilweise bereits anberaumt sind. Das ZDF sieht sich auch weiterhin in der Pflicht, einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der Lesekultur in Deutschland zu leisten. Am 5. Dezember etwa beschäftigt sich das Kulturmagazin "aspekte" ausschließlich mit dem Thema Buch."

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17 Kommentar/e

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  • Matthias Werner

    Matthias Werner

    Natürlich ist es konsequent, dass ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin feuert, wenn diese/r über den eigenen "Laden" herzieht. Aber so etwas geschieht in der ersten Stufe mit einer Abmahnung oder im Fernsehen, wie bei Reich-Ranicki, mit einer öffentlichen Auseinandersetzung um das Thema mit dem/der Beteiligten. RR erhielt zusammen mit Gottschalk eine Plattform zur Versöhnung, mehr sollte diese Spezialsendung ja wohl auch nicht erreichen. Frau Heidenreich wird erst einmal vor die Tür gesetzt. Sicher ist sie für manche mit ihren kritischen Äußerungen ein Problem, aber ein Sender, der von sich selbst immer wieder behauptet, die Kultur fördern zu wollen, sollte gerade so eine öffentliche Auseinandersetzung zwingend nutzen. So hat man im ZDF gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: 1. Frau Heidenreich ist man los und 2. Lesen als Kulturgut kann nun noch weiter in die Nachtstunden verschoben werden, dass ja keine Sendezeit für Quotenbringer verloren geht. Die Kochsendung kann man ja jetzt vorziehen.
    Statt dessen hätte ich es einmal für eine kulturpolitische Revolution gehalten, wenn das ZDF so eine Literatursendung auf 19:25 h vorziehen würde, um so nicht nur das Bildungsbürgertum, sondern alle zur Kultur, speziell zum Lesen zu "verführen". Aber das ist wohl nicht nur beim ZDF undenkbar, würde man doch damit Werbung machen, den Fernseher einmal auszulassen...
    Matthias Werner

  • h.s.braun

    h.s.braun

    Markus Schächter hat konsequent gehandelt. Frau Heidenreich möchte sich abheben vom wirklichen „Fernsehen für Dumme“. Wenn Sie dann aber Ihre eigene Sendung mit den etwas niveauvolleren Sendungen im Fernsehen vergleichen würde, dann müsste Frau heidenreich schnell feststellen, dass Ihre Sendung mehr schlecht als recht war. Den einzigen Nutzen den Ihre Sendung gebracht hatte, war den Verlagskonzernen besser Umsätze zu bescheren. Da sollte das ZDF doch gleich besser Werbung für die Verlagskonzerne machen. Das hätte den Nebeneffekt, dass man sogar Geld damit verdienen könnte. Herrn Schächter kann ich nur bitten: Arbeiten Sie an Ihrem Konzept weiter. Machen Sie etwas, was in der Nachhaltigkeit bei Ihren Zuschauern, über Jahre eine Wirkung erzielt. Das ist sicherlich ein schwieriges Unterfangen. Passen Sie auf, auf dieses Thema wird jetzt besonders kritisch geschaut. Ich bin gespannt.

  • H. Ruschmeyer

    H. Ruschmeyer

    Hoffe es gibt eine bzw. einen guten Nachfolger es ist noch viel zu tun , um die Menschen ans Buch zu bringen .
    Frau Heidenreich war bunt und plastisch in Ihren
    Buchvorstellungen .

  • krämer

    krämer

    Man muß fairerweise zugunsten des Fernsehens, jedenfalls in der ambitionierten Form des öffentlich-rechtlichen sagen, daß der Unterschied zwischen heutigem Buch und Fernsehen, kleiner ist, als zwischen vor und nach Gutenberg. Auch die Kritik am Internet landet letztlich bei Gutenberg, und auch noch weiter zurück. Ich erinnere mich an einen Aufsatz "Die Katastrophe der Schrift.", Autor fällt mir nicht ein. Der thematisierte den Wandel der Kultur im alten Ägypten nach dem Aufkommen der Schrift, die Totmachung des freien Geistes durch die Fixierung auf Hieroglyphen, und die folgende Mechanisierung des sozialen Lebens, wie heute beim Überhandnehmen der Bürokratie, in Kairo lassen sich die Spätfolgen davon studieren. Insofern, die Anstrengungen, im Fernsehen ein Stück lebendige Kultur zu bewahren, sind nicht so weit entfernt, von dem Bemühen, die noch vorhandene Buch- bzw. Lese-kultur als etwas "lebendiges" zu erhalten, das erneuernd, in Richtung Verbesserung der Lebensqualität, Fortschritt im eigentlichen Sinne, Fortschritt des Wahren, Guten, Schönen (sorry, ist aber nun mal so), wirken kann. Und wir erhoffen uns alle auch einen Beitrag der Fernsehanstalten, trotz Quote und Rücksichtnahme auf Geldgeber, was "gutes" durchzubringen, mit oder ohne Gottschalk, Heidenreich, Ranicki.

  • B.Grallert

    B.Grallert

    Einerseits bin ich enttäuscht von den hier zu lesenden Kommentaren andererseits kann ich auch nichts anderes erwarten. Die von Frau Heidenreich vorgestelten Bücher mit bestimmten Verlagsinteressen in Verbindungs zu bringen ist Quatsch. Jemand der die Sendung regelmäßig gesehen hat, hätte das bemerkt. Die Entlassung von Frau Heidenreich ist jedenfalls ein großer Verlust für die Leser und für mich ein Grund das ZDF noch weniger einzuschalten.

  • krämer

    krämer

    "Die Entlassung von Frau Heidenreich ist jedenfalls ein großer Verlust für die Leser und für mich ein Grund das ZDF noch weniger einzuschalten. "

    Och, wie wärs denn damit, statt in die Glotze zu kucken, selbst mal wieder ein Buch zu lesen. Für Leser/innen wird so eine Sendung gewiß nicht gebraucht. Es war eine Sendung für diejenigen, die KEINE Leser/innen sind. D.h. für diejenigen, die glotzen. Sorry, aber ein Leser, sieht der fern, NEIN, und kennt die Sendung von Heidenreich nicht, und für die Leserinnen stellt sich auch nicht die Frau, ob das ZDF nunmehr, ohne Heidenreich, jetzt noch weniger eingeschaltet wird, sondern Leserinnen lesen, und schauen NICHT in die Glotze, wissen damit noch nicht mal, was das heißen soll: ZDF jetzt weniger einschalten, weniger zappen auf ZDF, was?

  • B.Grallert

    B.Grallert

    Och Krämer ich lese garantiert mehr als Sie, habe selbst eine Buchhandlung. Deshalb weiß ich von meinen Kunden und aus eigener Erfahrung wie viele Reaktionen es auf Literatursendungen gibt, welche beliebt sind und welche nicht. Wenn man gern und viel liest kann man trotzdem gut gemachtes Fernsehen wie Kultursendung Dokumentationen usw., wenn Sie die Glotze nicht mögen ist das Ihr Problem . Es ist für einen Buchhändler schon interessant wie bestimmte Medien auf Bücher reagieren und was aus dem Dschungel der Neuerscheinungen und Nachauflagen besprochen wird. Vermutlich sind Sie nicht in der Buchbranche. Aber auch wenn nicht kann man sich doch sachlich mit anderen Meinungen auseinandersetzen und nicht wie ein Besserwisser.

  • krämer

    krämer

    Ein Buchhändler, der selbst viel liest, außerdem noch Zeit zum Fernsehen hat, die guten Sendngen lobt, die er sich alle ansieht (dafür hat er Zeit), die Glotze mag, aber ab heute nicht mehr das böse ZDF. Bravo.

  • westley

    westley

    Lieber krämer,
    sorry, aber ich kann diese weltfremden Thesen "Ich habe gar keinen Fernseher" oder "ich sehe nie fern" einfach nicht mehr hören! Im Fernsehen spielt sich das ab, was einen Großteil unserer Bevölkerung interessiert, mag es noch so platt sein. Wenn ich Buchhändler oder Verlagsmensch bin, dann hat mich einfach zu interessieren, was die große Mehrheit der Bevölkerung schaut. Denn denen will ich was verkaufen, und nicht nur demjenigen, der Sartre liest. Wer bringt uns denn im Buchhandel den meisten Umsatz: Genau, die Iny Lorenzens und Dieter Bohlens dieser Welt. Ich muss es nicht mögen, aber den Lesern dieser Bücher werde ich bestimmt keinen Umberto Eco verkaufen können.
    Aber leben Sie ruhig weiter auf der Insel der Glücksseligen...
    Ach ja - und nicht zu vergessen, wie sind denn die ganzen Empfehlungen von Heidenreich so schnell auf die Bestsellerliste gekommen, wenn die Leser nicht fernsehen?

  • krämer

    krämer

    Sprechen Sie nicht eher von BuchKÄUFERN? Es ist schon wirklich nicht so einfach, berufstätig zu sein, Familie zu haben, zu lesen (das, was gekauft wurde (!), und auch noch fernzusehen. Wer hat denn dafür Zeit. Am Sonntag mal ein Stündchen. Der größte der Teil der Bücher, die bei Ihnen gekauft werden, die werden überhaupt niemals gelesen, sondern stehen im Bücherbord. Wenn Sie Leser kennenlernen wollen, da gehn Sie mal in die örtliche Leihbücherei: Dort tummeln sich die Leser, und nicht in den Buchhandlungen. Worum es Ihnen geht, das sind BuchKÄUFER. Wirkliche Leseratten, oder auch diejenigen, die studieren, brauchen so eine Sendung wie die von Frau Heidenreich nicht.

  • Chaosprinzessin

    Chaosprinzessin

    @krämer - Kleiner Tipp am Rande: lieber lesen statt sich hier auf so ein ziemlich bemitleidenswertes Diskussionsniveau zu begeben Bin zufällig bei der Recherche für meine LWS-Seminare in dieser Diskussion gelandet und doch etwas irritiert, was sich hier so tummelt

  • bookseller

    bookseller

    Tja, liebe Buchhändler, nun werden sie sich wieder selber anstrengen müssen. Es kann ja nicht sein, dass Frau Heidenreich IHRE Arbeit auf ewig erledigt. Worin liegt denn der Erfolg einer solchen Sendung? Daran, dass es kaum noch die engagierten Sortimentskollegen gibt, die wirklich in der Lage sind, ihren Kunden eine echte Beratung zukommen zu lassen, für Literatur zu begeistern, die echten Perlen in einem unüberschaubaren Markt zu finden. Verwaiste Großflächen, ausgeklügelte WWS und die ewig gleichgen Stapeltitel provozieren natürlich auch den Buchhändler, zur einfachsten Lösung zu greifen. Bietet dem Buchkäufer Beratungsqualität, dann liegt auch der Mausklick nicht so nahe...

  • westley

    westley

    @krämer:
    Es ist halt irgendwie immer eine Frage der Perspektive - ich arbeite in einem Publikumsverlag und muss mir ständig Gedanken über die Zielgruppe machen, auch wenn ich die Sachen selbst gar nicht lesen mag und mich das persönlich nicht wirklich interessiert...

    @Chaosprinzessin:
    Ehrlich gesagt, solche Kommentare finde ich ziemlich sinnlos: Statt zum Thema was beizutragen, wird hier über das Niveau der Diskussion selbst hergezogen. Wenn es nicht Ihr Niveau ist, dann gehen Sie doch am Besten dahin, wo sich ein solches befindet.

    @bookseller:
    Irgendwie haben Sie Recht... Aus Verlagssicht sind wir deshalb ziemlich froh, dass es jemanden wie Heidenreich gibt (oder jetzt gab...), der unsere Bücher noch aktiv empfiehlt..

  • Oskar

    Oskar

    Na, jetzt wird's aber wirklich putzig: da haben wir ja endlich die Schuldigen ausgemacht: die Buchhändler sind's also. Dass man aus Verlagssicht über Frau Heidenreich froh war, ist mir schon klar, die Karte würde ich aber doch gerne zurückgeben: Etwas mehr Sorgfalt bei der Auswahl durch die Verlage wäre ja vielleicht auch mal eine Überlegung wert. Wenn man als Buchhändler schlicht mit einer erheblichen Menge an Murks zugemüllt wird, ist es nunmal auch etwas schwierig, da die "echten Perlen" herauszufischen. Auch wenn nun etliche Verlagsvertreter nun offensichtlich ganze Familienpackungen an Taschentüchern mit ihren bitteren Tränen benetzten: Glauben Sie denn wirklich, La Heidenreich hätte diesen literarischen Meilenstein diesen Herrn Bushido der staunenden Leserschar empfohlen? Hauptsache, der Quatsch bringt Geld. Wandeln Sie ruhig weiter auf Bohlens Weg, aber schieben Sie nicht den Buchhändlern den Schwarzen Peter zu.
    Allerwertester "bookseller": Lassen Sie sich doch mal die durchschnittliche Jahresmenge an Verlagsvorschauen zusenden. Viel Spass beim Perlenfischen! Keine Frage: es gibt entschieden zu viele schnarchnasige Buchhändler, aber lassen Sie in Ihrer Kritik mal bitte die aussen vor, die mit grossem Engagement mit dem Tauchen nach Perlen beschäftigt sind.

  • krämer

    krämer

    Wenn ich das richtig verstehe, sind schuld weder die Verleger, noch die Buchhändler, noch das Fernsehen, sondern der Leser bzw. Leserin ist schuld. (Den Unterschied zwischen Käufer und Leser hier mal außenvor gelassen.)

  • haitz

    haitz

    Erst mal das Wichtigste: Wir wollen alle Geld verdienen - Der Verleger und der Buchhändler - leider manchmal auf Kosten der Qualität. Der Kunde bestimmt welches Buch läuft und welches ganz schnell wieder verschwindet. Er wird natürlich beeinflusst vom Fernsehen, der Politik und der Gesellschaft. Darauf muss der Verleger reagieren und sich leider auch danach richten. Es ist eine Tatsache das die Programme der Verlagen, gerade von den Großen, teilweise austauschbar und ersetzbar sind. Allerdings gibt es auch die eine oder andere "Perle" und nicht unbedingt jede Massenproduktion hat kaum Klasse. Aus dieser Masse
    muss jetzt allerdings nochmal der Buchhandel filtern, und das nehmen was am besten zu seinen Kunden passt.
    An dieser Stelle möchten ich Vertreter loben - Viele sind dabei eine große Hilfe.
    Der Kunde bekommt in der Buchhandlung das was er will, aus der Vor-Vorauswahl die bereits vom Autor bis zum Buchhändler getroffen wurde. Dabei spielt Frau Heidenreich
    auch eine gewisse aber keine entscheidende Rolle.
    Der Verlag ist entscheidend und der Buchhändler, wenn der Verlag auch mal ungewisse und literarisch wichtige Titel und Autoren pflegt und hält über den Absatz hinaus, und der Buchhändler diese dann gut an den Mann bringen kann in seiner Beratung - dann ist die Branche nicht nur auf Ranickis und Heidenreichs oder auf Bestenlisten angewiesen.
    Allerdings verkaufen wir Bücher, die die Interessen der Leser ansprechen müssen und keine Waschmaschinen, die nur einen Zweck erfüllen müssen.

    @krämer: Es gibt auch "Glotzer", die gern lesen und Leseratten, die gern fernsehen. Und das nicht nur aus beruflichen Gründen.

  • Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA)

    Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA)

    Offener Brief an das Zweite Deutsche Fernsehen

    Innovative Buchbesprechung statt spätabendliche Kaffeefahrt
    Eine Forderung für das Nachfolgesendungsformat von »lesen!«

    Sehr geehrte Programmleitung des ZDF,

    nachdem mit Entlassung von Elke Heidenreich der Sendeplatz ihrer Büchersendung »lesen!« frei geworden ist, bietet sich für das ZDF die einzigartige Gelegenheit, ein junges und dynamisches neues Buchsendungsformat an ihre Stelle zu setzen.

    Die Zeit einer spätabendlichen „literarischen Kaffeefahrt“ muss vorbei sein, in denen Bücher von Prominenten nur in die Kamera gehalten und gelobt werden, wobei insbesondere Bücher aus dem Ausland oder Bestseller in der Heidenreich-Sendung häufig ihren Sendeplatz bekamen. Was bei Heidenreich in den ersten Sendungen noch als recht frisch erschien, zeigte sich zuletzt nur noch als eine reine Werbeveranstaltung für bestimmte Bücher mit Starallüren-Charakter. Dies bedauern wir sehr. Wir befürchten gar, dass das neue Format sogar noch flacher, noch weniger analytisch und kritisch mit Literatur umgeht als “lesen!” und weiterhin „Starallüren“ hervorhebt.

    Nachdem das ZDF bereits mit der kurzfristigen Ersatzsendung von Christine Westermann und aspekte-Moderator Wolfgang Herles nach der überraschenden Beendigung der Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich die Chance vertan hat, ein frisches Format – etwa mit einem Moderator unter 35 Jahren und aufregender junger Literatur – anzubieten und stattdessen auf eine lustlose Anpreisung von Büchern wieder durch bekannte Fernsehleute setzte, ist es nun höchste Zeit, endlich ein innovatives Buchsendungs-Format zu entwickeln und wieder mehr Kultur statt schlichte Anpreisung zu wagen.

    Denn junge Literatur in Deutschland und Europa ist sehr vielfältig. Sie ist es wert, gelesen und entdeckt zu werden. So ist es z.B. auch wert, etwa anhand von Einspielern auf die vitale und innovative junge Buchszene einzugehen und zu zeigen, dass das Buch ein generationenübergreifendes Kulturmedium darstellt. Literatur lebt von der Begeisterung der Menschen, und nicht allein durch die Anpreisung von Autorennamen und Buchtiteln. Junge Literaten wünschen sich, dass das ZDF von dem Konzept letztlich einer Werbeveranstaltung für bestimmte Bücher wieder wegkommt und dieses Feld demzufolge lieber anderen Sendern überlässt.

    Stattdessen soll wieder der ernsthaftere Austausch über Plots und innovative Ideen von Büchern geführt werden. Wir fordern, dass in der neuen Sendung wieder Bücher „besprochen“ werden, und nicht nur über sie „gesprochen“ wird. Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen sieht es an der Zeit an, etwas Neues und Ungewöhnlicheres auszuprobieren und damit junger Literatur auf diesem besonderen Sendeplatz mit einem innovativen, modernen und von Spontaneität überzeugten Format eine Plattform zu bieten.

    Wir bitten Sie, die Chance eines innovativen und überzeugenden Sendungsformats nun zu nutzen und nicht wieder zu übergehen. Gehen Sie weg von dem Starallüren-Charakter, der von diesem Sendeplatz in den letzten Jahrzehnten erst durch Marcel Reich-Ranicki und zuletzt durch Elke Heidenreich stets ausgegangen war und setzen Sie z.B. einen unbekannten jungen Moderator mit einem neuen Sendekonzept an ihre Stelle.

    Ferner bitten wir Sie, Ihre Praxis der Ausstrahlungsfrequenz und der zuletzt späten Sendezeit zu überdenken und damit Ihrem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag zur gebührenden Förderung von Kultur wieder im vollen Umfang nachzukommen.

    Für konkrete Anregungen scheuen Sie sich nicht, den Kontakt zu uns zu suchen. Der BVjA steht Ihnen als Diskussionspartner für die Belange junger Autoren und zeitgenössischer Literatur immer gerne zur Verfügung.

    Bonn, im Januar 2009
    gez.
    Bundesverband junger Autoren und Autorinnen

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