Antiquariat

Antiquare und das Web 2.0

Vom "Web 2.0" wird schon lange geredet, aber erst seit wenigen Monaten nehmen Antiquare hierzulande eigentlich und ernsthaft Notiz. Drei aktuelle Reaktionen von Sabine Nowak, Tobias Wimbauer und Christoph Schäfer.

Von ihren bislang sehr positiven Twitter-Erfahrungen (unter http://twitter.com/missmarple76) berichtet die Aachener Antiquarin Sabine Nowak in einem Statement auf ihrer persönlichen Homepage http://www.sabinenowak.com vom Montag (http://www.sabinenowak.com/twitter.pdf). Schwierige Titelermittlungen oder unbürokratische bibliografische Hilfe sind zwei Bespiele, die Nowak nennt, um den Sinn des Twitterns für Antiquare zu verdeutlichen. Ihr differenziertes Fazit lautet wie folgt: "Twitter ist nicht das Ende der Konversation oder des kollegialen Telefongesprächs, vielmehr ist es ein einfacher Weg, auch Kleinigkeiten auszutauschen, die einen sonst den halben Tag beschäftigen würden. Natürlich werden auch Belanglosigkeiten geposted, aber es sind auch viele, viele interessante Weblinks zu buchhandelsrelevanten Themen darunter. Filtern muss natürlich jeder selber. […] Ich nutze jedenfalls Twitter und werde dies auch weiterhin gerne tun, obwohl ich in der Lage bin, Sätze jenseits der 140 Zeichen zu formulieren und auch weiterhin gerne zum Telefon greife, um Kollegenkontakte zu pflegen. Meine Fragen werde ich zukünftig aber zuerst twittern."

Tobias Wimbauer, Antiquar in Hagen, selbsterklärter "Misanthrop" und wie Sabine Nowak Jahrgang 1976, ist unter anderem bei Facebook vertreten (http://de-de.facebook.com/people/Tobias-Wimbauer/1100576325) und betreibt ein eigenes Weblog. Für ihn bedeutete die Entdeckung von Twitter (http://twitter.com/wimbauer) die "Revolutionierung" seiner Web 2.0-Erfahrung, und er resümiert in einem Blog-Beitrag von heute: "Twitter hat jedenfalls schon hier im Blog für messbaren 'Traffic-Zuwachs' gesorgt und im Antiquariat blieb's auch nicht unbemerkt. Die über Twitter gewonnenen neuen Kontakte sind hilfreich, interessant, spannend. Einige haben sich nun auch auf Xing verlagert und dort auch schon erweitert. Bei Twitter und Xing fand ich beängstigend rasch aus den Augen verlorene Freunde und Bekannte wieder."

Der Düsseldorfer Antiquar Christoph Schäfer (Mitinhaber des Heinrich Heine Antiquariats, http://www.heineantiquariat.de) zählt sich ausdrücklich zu den Web 2.0-Skeptikern, betreibt aber seit gut zwei Monaten ein eigenes, durchaus beachtenswertes Weblog (leider ohne Kommentarfunktion). Notiert werden unter anderem Marginalien zur Branche, kritische Reflexionen und Kuriosa. Ein knapper Eintrag von heute Vormittag scheint jedoch das (hoffentlich nur vorläufige?) Ende dieser Seite anzukündigen: "Es war sehr nett mit Euch allen, aber ich geb's auf, es hat keinen Sinn mehr, außerdem ist mir das Leben zu schnell geworden – ich entschleunige!"

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5 Kommentar/e

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  • Fokko vom Fantasy-Blog

    Fokko vom Fantasy-Blog

    Bloggen über Bücher... Gerade auch im antiquarischen Bereich eine gute Idee! Ich denke mal, da wird durchaus das eine oder andere Weblog den Weg in meine Blogroll finden

  • Leander Wattig

    Leander Wattig

    Manche Websites bekommen über Twitter und Facebook schon mehr Traffic als über Google. Ein Potenzial, das auch vom (Antiquariats-)Buchhandel genutzt werden könnte/sollte.

  • Christoph Schäfer

    Christoph Schäfer

    Aber das ist doch genau der Trugschluß: "Traffic" ist eben nicht gleich Umsatz.

  • Tobias Wimbauer | Wimbauer Buchversand

    Tobias Wimbauer | Wimbauer Buchversand

    @Christoph Schäfer ... ich habe auch über Twitter Umsatz mit "Angebot des Tages" oder speziellen Sonderaktionen für die sogenannten "Follower" ...

  • Leander Wattig

    Leander Wattig

    @ Christoph Schäfer
    Völlig richtig: Der Traffic ist nur die Basis. Dann bedarf es noch einer entsprechenden Conversion Rate. Aber ohne die Basis geht es halt nicht.

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