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Doppelspitze: Modell für die Zukunft

Pragmatisch handeln heißt das Gebot der Stunde, auch in Ehrenämtern. Immer weniger Freiwillige finden sich bereit, neben ihrem aufreibenden Job noch ein Spitzenamt zu übernehmen. Beisitzer, Schriftführer, Kassenprüfer, auch Schatzmeister noch – dafür stellen sich manche zur Wahl. Aber Vorsitzender? Jeder weiß, wie zeitintensiv solch ein Amt ist. Also lieber gar nicht? Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteur Stefan Hauck.

Stefan Hauck

Stefan Hauck © Ulrich Schmidt

Im Berlin-Brandenburgischen Landesverband wollen sich Christiane Schulz-Rother und Margrit Starick nicht mit der Situation abfinden. Es ist an der Zeit, dass nach zwölf Jahren wieder ein Sortimenter an der Spitze steht, nur – wer kann es sich leisten? Die beiden gestandenen Buchhändlerinnen führen selbst fünf Läden. Da kommt ihre Idee, sich den Vorsitz zu teilen, zur rechten Zeit. Sicher ist es kein Zufall, dass sich zwei Frauen vorstellen können, mit einer Zunge zu sprechen. Auch zwischen ihnen mag es mal krachen, aber eher produktiv. Das Gerangel bei Männern in einer Doppelspitze möchte man sich gar nicht erst vorstellen.

Dass zwei engagierte "Halbtagsvorsitzende" mehr ergeben als eine ganze, gilt als gesetzt. Kom-petenz, Ideen, Erfahrungen, Netz-werke, Zeitfenster – alles mal zwei. Der Landesverband wird davon profitieren. Seine beiden Geschäftsführer machen vor, dass es geht. Und die Doppelspitze kann zum Modell für andere Verbände werden. Welcher Sortimenter wird so viel Zeit abknapsen wollen, dass er zahlreiche Termine im Jahr wahrnehmen kann? Die Option einer teamfähigen Doppelspitze ist eine neue Chance.

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