Buch Digitale

Inhalte nutzergerecht vermarkten

Wie können sich Fach- und Wissenschaftsverlage mit ihren digitalen Produkten besser auf den Nutzer einstellen und am Ende mit kostenfrei lesbaren Fachbüchern Geld verdienen? Im Berliner Ludwig Erhard Haus trafen sich gestern Betreiber neuer Publishing-Plattformen und Technologie-Anbieter mit Fachleuten aus Verlagen und Buchhandel, Bibliotheken, Hochschulen und der Wirtschaft, um branchenübergreifend solche Fragen zu diskutieren und neue technische Lösungen und Geschäftsmodelle für das digitale Publizieren vorzustellen.  VON VOLKHARD BODE

Eingeladen hatte dazu das noch in Gründung stehende Berliner Start-up-Unternehmen Paper C zusammen mit der Konferenz-Agentur SWOP. Paper C betreibt noch im Testbetrieb eine Internet-Plattform zum kostenlosen Lesen von Fachliteratur für Wissenschaftler und Studenten. Der Return soll bei diesem – wie es auf der Konferenz hieß "revolutionären Geschäftsmodell" - vor allen über Kopiergebühren gesichert werden. Bisher sind die FU Berlin und die Universität St. Gallen im Boot. Aber auch namhafte Fachverlage wie Springer Science + Business Media und de Gruyter gehören schon zu den Kooperationspartnern. „Fachverlage sind mit dem E-Publishing herausgefordert, ihre eigene neue Rolle zu finden und mit ihren Produkten wie mit den Geschäftsmodellen auf Nutzerinteressen einzugehen“, bekannte Verleger Wolf D. von Lucius. Dabei könne gerade das Zusammengehen mit innovativen branchenfremden Start-ups zu interessanten neuen Vermarktungslösungen führen. Ein häufig zu hörender hoffnungsvoller Satz auf dieser Tagung: „Es gibt viele Wege, beim E-Publishing mit neuen Geschäftsmodellen Umsatz zu machen."

Zu diesen jungen Unternehmen gehört auch die Forschungsplattform Mendeley. Das heute in London ansässige Team entwickelte in Anlehnung an die Musikplattform Last.fm eine Software und Web-Plattform, mit der auf der Nutzerseite Netzwerke geknüpft, wissenschaftliche Artikel individuell verwaltet und Forschungstrends entdeckt werden können. Geschäftsführer Victor Henning berichtete vom schnell wachsenden Interesse an solchen Lösungen bei großen Wissenschaftsverlagen insbesondere in den USA.    

Am Vormittag hatte Michael Vogelbacher von der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels über Digitales Publizieren und Vermarkten aus der Sicht der Buchbranche referiert. Weitere Vorträge der Konferenz befassten sich mit neuen Wegen für Fachautoren und weiteren Entwicklungen bei den E-Book-Readern.

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