Meinung von Dieter Banzhaf

Sieben plus / minus zwei

Die erregte Diskussion über die SZ Seite 3 "Thalia" sei verständlich, aber ergebnislos, meint der Münchner Verlagsberater Dieter Banzhaf. Denn so oder so würden in gesättigten Märkten  "7 plus/minus 2 Unternehmen / Wettbewerber" überleben. 

© Petra Gass

Hier der Meinungsbeitrag im Wortlaut: 

Schon vor mehr als 30 Jahren lehrte Professor Fredmund Malik am Management-Centrum St. Gallen das Gesetz der Marktsättigung. Es lautet: "In gesättigten Märkten überleben 7 plus/minus 2 Unternehmen/
Wettbewerber" - also zwischen fünf und neun - die Sättigung vollzieht sich erst regional, dann überreginal, dann weltweit.

Als das Automobil vor rund 100 Jahren erfunden wurde, gab es in den USA über 500 Automobilfabriken, heute kämpft dort noch ein waidwunder Lindwurm um sein Überleben. Weltweit wird der Automarkt dominiert von VW mit Audi und Porsche, BMW, Mercedes Benz, Toyota, und? In der Großindustrie sieht es ähnlich aus: Schiffsbau - Eisenbahn - Flugzeuge - Waffen - Chemie...mehr oder weniger bei 7 + - 2
Unternehmen, weltweit.

Als Heinrich Hugendubel am Morgen des  25. Oktober 1979, also fast auf den Tag genau vor 30 Jahren zusammen mit Ekkehard Lux per Knopfdruck die erste Rolltreppe einer deutschen Buchhandlung in Gang setzte, begann die Aera, über die derzeit so heiß diskutiert wird. Es gründete sich die "Buchwerbung der Neun" (sic: 7 + - 2) die heute mit den Namen Hugendubel, Weiland, Thalia, Mayersche, Weltbild den
deutschsprachigen Markt dominiert.

Hinzu kommen starke Regionalfürsten, die jedoch zum Teil schon ein Vorkaufsrecht an einen der "Großen" vergeben haben, gegen Vergünstigungen im Großeinkauf. Das ist der Spiegel des deutschsprachigen Buchmarktes - die Konzentration wird weitergehen.

Fazit: Ob man das Gesetz der Marktsättigung nun begrüßt oder akzeptiert oder nicht - es wirkt, auch auf der Verlagsseite. Im übrigen finde ich, dass sich die SZ mit der jetzt so heiß diskutierten Seite 3 keine Loorbeeren verdient hat - das war deutlich unter dem gewohnten Niveau der Seite 3.

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21 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Hans-Joachim Schulz

    Hans-Joachim Schulz

    Ohne Originalartikel der SZ leider nicht einschätzbar.

  • Annika Biermann

    Annika Biermann

    Der SZ-Artikel hatte natürlich das übliche Niveau - zumindest intellektuell höher liegend als der Versuch mit Schlagworten von Management-Ratgeber-Gurus den Buchmarkt anhand der Autoindustrie zu erklären. Im Buchhandel wird der Markt nie allein in der Hand von Großkonzernen liegen, weil die Herstellungskosten und Gewinnspannen gering sind. Ersteres macht es kleinen Herstellern möglich, eigene Produkte anzubieten, letzteres lässt die großen Händler und Hersteller zugunsten der kleinen genügend große Zielgruppen nicht berücksichtigen. Insofern ergibt sich neben dem Kampf um den Bestsellermarkt noch ein anderes Bild. - Und Umgangsformen und Machtmechanismen wie in der SZ beschrieben sind ohnehin nicht durch Wirtschaftswissenschaft zu rechtfertigen und werden auch von sämtlichen Management-Ratgebern grundsätzlich als schädlich und am Ende kontraproduktiv abgelehnt. Lesen Sie doch noch einmal bei Herrn Malik usw. nach, Herr Banzhaf. In der SZ wurde nicht der Kapitalismus beklagt, wie Sie anzunehmen scheinen, sondern Auswüchse mit Vernichtungstendenz.

  • LISA! Sprachreisen

    LISA! Sprachreisen

    Hohlspiegel:

    "Als Heinrich Hugendubel am Morgen des 25. Oktober 1979, also fast auf den Tag genau vor 50 Jahren"

    Vor 50 Jahren schrieben wir das Jahr 1959, Hugendubel eröffnete sein Geschäft in München 1964. In freundlicher Anmerkung, das LR Redaktionsteam

  • Franz wanner

    Franz wanner

    Ging es denn darum?
    Sachlich gesehen und mit historischer Perspektive mag das stimmen, nein, stimmt es. Und wir sind damit wieder beim gewohnten Niveau: sachlich, kompetent und distinguiert.
    Fühlt sich jemand wohler? ist jemandem geholfen? Soll nach territorialen Gesichtspunkten abgezählt und aussortiert werden? Sozusagen mit vorauseilender Vernunft?
    Ich meine das bestimmt nicht persönlich, schon weil ich Herrn Banzhaf weder einschätzen kann noch will, aber das ist pure rationale Vernunft, stringente funktionale Logik. Und die ist unmenschlich. Und damit für die Zukunft bedeutungslos. Solche Wissensperlen in Verallgemeinerung und Abstraktion stimmen immer als ergebnis der Vergangenheitsanalyse, aber nie und bisher niemals als Instrumentarium für eine lebendige Zukunft. Am Rouletttisch gewinnt eine Zahl und eine Farbe und beim Pokern der beste Spieler! Stimmt auch immer! Jetzt muß man nur noch im Konsenz übereinkommen, wer das sein wird...
    Ich sage es Ihnen: es wird der sein, der das gewohnte Niveau als altbacken und verbraucht ablegt und frisch und unbekümmert von sich und seinen Ideen überzeugt. Skandal aber auch!
    Ich rede nicht von gut oder schlecht, ich rede von der Fähigkeit zu überzeugen... davon zu überzeugen, daß sich etwas lohnt! Und "lohnen" meint auch nicht nur den Euro....

  • Redaktion

    Redaktion

    Auf Hinweis von Herrn Banzhaf haben wir eine Zahl korrigiert: Vor 30 - und nicht, wie von "LISA! Sprachreisen" zurecht bemängelt, vor 50 - Jahren rollte die Treppe los.

  • N. Liebmann

    N. Liebmann

    Ich wundere mich nicht über die etwas unhöfliche und besserwisserische nietzscheanische Gelassenheit Herrn Banzhafs, weil die Kollaboration mit höheren Mächten schon immer in der Familie lag. Was mich aber zunehmend ärgert und weshalb ich hier einmal schreiben muß, ist das laufende Heraustellen von Großmannsmeinungen durch das Börsenblatt, die allesamt suggieren, alles mittlere und kleinere wäre mittel und klein, weil es inkompetent, unorganisiert und irgendwie altertümlich romantisch sei. Ich jedenfalls bewundere die Kollegen mit mittlerem und kleinem Budget im Gegenteil für ihre Leistungen (zumal dabei meist eine sehr freundliche Atmosphäre zu beobachten ist). Mit einem Millionenbudget kann jeder einen Markt (zumindest für einige Zeit) erobern bzw. bestimmen. Gelassen zu nehmen ist das nie, weil große Machtkonzentration am Ende auch zu großen Löchern führt, wenn es kriselt.

  • Norbert Gillmann

    Norbert Gillmann

    Ich fand den Artikel in der Süddeutschen am 13.10.2009 auf Seite 3 "An die Kette" hervorragend. Die Substanz lag ja nicht unbedingt in der Gegenüberstellung von David gegen Goliath, sondern darin, dass es sich Goliath leisten kann (in der Person des Herrn ???) ohne inhaltliche Sachkenntnis und bar jeder Erfahrung in Buchhandel und Verlagswesen den Markt anzuführen. Es ist egal ob Kosmetikprodukte, Lederwaren oder sonstwas verkauft werden sollen, Hauptsache größer werden, und den Markt beherrschen. Hier fehlt der Bezug zum Produkt und das merkt man diesen Läden und oft auch ihren MitarbeiterInnen an. Hoffentlich merkt das auch immer der Kunde.

  • Mohammed Chang

    Mohammed Chang

    Wenn der Experte Herr Dieter Banzhaf überzeugt davon ist, daß in absehbarer Zeit nur noch jene 7 +/- zwei Unternehmen übrig bleiben werden, dann kann ich mir gut vorstellen, wie seine Beratung aussehen wird. Die Birnen und Äpfel liegen mir auf der Zunge, aber eigentlich reicht der Hinweis auf sie. Ansonsten zeigt sich hier, und da schließe ich mich Herrn Liebmann an, die weiterhin tendenziöse und einseitige Berichterstattung des Börsenblatts. Zur Seriösität sei nur angemerkt, daß der Fehler der rollenden Treppe ebenso typisch ist wie auch der Hinweis auf die 100 Jahre alte Geschichte des Automobils. Denn das Buch an sich und seine mehrere hundert Jahre alte Geschichte sowie seine enge Verknüpfung mit der Kultur und damit dem Selbstverständnis des Menschen, findet keinen Eingang in die kleine und einfache Welt von Experten und Börsenblatt. Dumm nur, daß solche Scharlatane eine solche Platform für Ihre intellektuellen, wirtschaftsdarwinistischen Pamphlete erhalten. Ich hoffe, daß sich davon niemand beeinflußen oder herunterziehen läßt. Gemeinsamkeit wie in einem Schwarm, um auch mal polemisch ein willkürlich gewähltes Gleichnis zu nennen, kann gegen jeden "Großgeredeten" ohne Probleme bestehen. Und Schwärme bestehen seit Millionen von Jahren...

  • franz.wanner

    franz.wanner

    Mit staunender Verblüffung, die an Hilflosigkeit grenzt, vermisse ich (oder entgeht mir) eine sachliche Auseinandersetzung. Nur trotziges Brustgetrommel, höhnische Abwertungen und ängstliches Jammern...
    Erinnert an die letzten Schuster und Polsterer mit Handwerkerstolz.
    Nirgendwo und auch in vorhergehenden Rubriken nicht wird ernsthaft der Tatbestand bestritten, den die SZ in Ihrem Artikel aufgreift. Aber statt sich mit der Sache auseinander zu setzen, die bestenfalls charakterfremder Auswuchs sei, wird über sprachliche Fehlleistungen oder das Gemüt vom Wortmeldern und die Würdelosigkeit der Kommunikationsmedien gegiftet. Form und Stil scheinen zu bewegen, nicht Inhalte. Dabei ist doch völlig unwichtig, ob ein Bebilderungsbeispiel aus 30igjähiger oder fünfzigjähriger Vergangenheit herangezogen wird od ob ehedem jemand eine blaue oder grüne Krawatte trug. Nichts davon ist zukunftsrelevant. Wenn der SZ-Artikel nun unschön aber wahrheitstreu war, sollte man sich doch weniger mit dem Artikel und mehr mit dem beschriebenen Sachverhalt auseinandersetzen. Da scheint es aber ein Tabu zu geben, eine Blöße, die peinlich ist, einen Makel, der Glorie und Nimbus eigenen Selbstwerts verletzt. Für mich ist das nicht Auseinandersetzung, sondern Gezeter, jene Altbackenheit, über die die Zeit hinweggeht...

  • Stefan

    Stefan

    "sollte man sich doch weniger mit dem Artikel und mehr mit dem beschriebenen Sachverhalt auseinandersetzen"

    Wenn ein Artikel schon offensichtliche Fehler und Mängel bei der Wiedergabe und/oder Recherche von Kleinigkeiten aufweist, kann man dadurch (durchaus zulässig) Schlüsse auf die Intention des Verfassers ziehen...

    Warum sollte ich also dem Inhalt mehr Wert beimessen, als es der Verfasser tut?

    Natürlich wird es immer Nischen für Individualität geben und sie zu erkennen wird für den einzelnen Händler immer wichtiger werden.

    Aber deshalb darf man doch solche inhaltlichen Luftnummern (unabhängig vom Detail) als das darstellen, was sie sind, oder?

  • franz.wanner

    franz.wanner

    schadet nicht, aber es hätte keines Beweises bedurft...

  • O.G

    O.G

    Der Vergleich mit der Autoindustrie hinkt gewaltig.

    Auch ich sehe in dem Artikel und übrige Berichterstattung des Börsenblattes den Versuch das Vorgehen der "Großen" zu Legitimieren. Dabei müßte gerade Börsenverein und Börsenblatt initiative gegen einen solchen geballten Angriff z. B der Douglas Holding auf den Buchmarkt, sich mit allem dagegen stemmen was es aufzubieten hat.

    Stattdessen wirft die S.Z sich mit einem Artikel dagegen und das mit einer sehr guten Präzision, wohingegen das Börsenblatt sich bemüht den Deckel wieder auf den Topf zu drücken.

  • franz.wanner

    franz.wanner

    Der Verein konstituiert sich in seinen Mitgliedern...
    Angenommen, der Verein wäre willens den Interessen der Mitglieder zu dienen (und nicht nur zu deren Wohle als Vormund auch gegen deren naive Unreife), wie sollte er den in der Kakophonie des Schmollens ein Handlungsziel erkennen, wenn zwar allemal ahnbar ist, wogegen die Mitglieder sind, das WOFÜR sich aber in Allgemeinplätzen erschöpft?

    Man kann Herrn Banzhaf vorwerfen, was man will und die Unvergleichbarkeit diverser Beispiele postulieren, wie man will (das ist mir schnurz und egal), es bleibt ein Fakt der Erfahrung, daß bei innovativen Umbruchszeiten, die Karten neu gemischt werden. (Manufakturen schafften es nur zu 20 % zur Fabrikation, die Industrie entstand als Parallelentwicklung) Vom "Kartoffeldruck" bis heute hat sich der Buchmarkt lediglich entfaltet und heuer steht erstmals eine wirliche Revolution an, jener Medienwechsel von Papier zu Bits und Bytes, vom lokalen Packstück zum Servernetzwerk...
    Es ist egal, ob mir das persönlich gefällt. Es findet statt.
    Wird nun Google eigentlich zum Zwangsmitglied des Börsenvereins? Nur als Beispiel

  • Leander Wattig

    Leander Wattig

    Ich wundere mich etwas über die Schärfe der Kritik am Meinungsbeitrag von Dieter Banzhaf und darüber, dass der Autor von mancher Seite auch persönlich angegriffen wird. Ich wundere mich, weil ich nirgends im Beitrag gelesen habe, dass er die Entwicklung, welche er voraussieht, gutheißt.

    Im Übrigen ist aus meiner Sicht mittel- bis langfristig weniger Thalia die zentrale Herausforderung als vielmehr das Internet und die Veränderungen durch die digitalen Medien. Dass es auch künftig der Aufgabe bedarf, welche heute der Buchhandel erfüllt, zeigen die Millionen Autoren, die Millionen von Lesern gegenüber stehen. Da wird es immer Vermittler geben müssen - in welcher Form auch immer. Doch auch im Internet sehen wir dominante Akteure wie Amazon.

  • Hä?

    Hä?

    Manche Vergleiche sollten sorgfältiger bedacht sein. Z.B. die Anschaffungs-Häufigkeit eines Produktes (wie oft werden Autos gekauft, wie oft Bücher?), der Preis eines Produktes (wie viel kostet ein Auto, wie viel ein Buch?). Wenn man dann bei den (auch schon häufig genug von Buchhandels-'Experten' strapazierten) Drogerien ankommt, könnte einem auffallen, das Konzentration im Handel (Aldi, Schlecker und Co) u.a. durch Preisdumping erreicht wird (Skaleneffekt, Herr Banzhaf). Dann landet man (ei der Daus) vielleicht bei der Überlegung, dass das bei einem ladenpreisgebundenen Produkt anders aussehen könnte. Und dazu hätte ich gerne mal einen wirkliche Experten gehört. Liebes Börsenblatt, vielleicht fällt Ihnen ja jemand ein?

  • Franz wanner

    Franz wanner

    "hä?"
    Es ist so unendlich leicht, andere zu Sorgfalt und Fachkenntnis zu verpflichten...
    Was sind denn die Ergebnisse Ihrer eigenen Überlegungen?
    Und welcher "Experte" würde Ihrer Forderung nach dem "wirklichen" Experten gerecht werden? Und wenn Sie den gern hören würden, überwinden Sie sich, bitten Sie darum!

  • Berthold Greif

    Berthold Greif

    Eine heisse Diskussion verlangt kühles Überlegen!

    1. Die -Ware - Buch, kann man nicht mit anderen Waren vergleichen, denn jedes Buch ist wieder ein völliger Neuanfang! Das ist eben kein Mercedes, VW oder Energy drink!

    2. Eine Marktsättigung kann schon deswegen nicht in jener Form entstehen wie bei TV Geräten oder Schuhen!

    3. Dennoch (oder gerade deswegen) müssen Bücher - nach Gesetzen des Marketing - an den Konsumenten herangetragen werden. Müssen schmackhaft gemacht werden, müssen beworben werden.
    Und das macht zB THALIA! Da besteht kein Zweifel ABER

    4. Nicht für alle und unter klassischen (will heissen härtesten) kapitalistischen Spielregeln und Rahmenbedingungen.
    Der Beitrag von Klaus Kluge zeigt auf die Ambivalenz zwischen Forderungen der THALIA gegenüber dem Verlagswesen und den Leistungen des THALIA für - seine - Lieferanten (Verlage).

    5. Natürlich möchten alle, auch jene die bei THALIA nicht gelistet sind, jenen, fast schon sensationellen, Marktzugang den THALIA aufgebaut hat (aufgebaut mit dem Blut, dem Schweiss und den Tränen seiner Verlage) und wenn möglich zu niedrigen Rabattsätzen.
    Das geht so aber nicht!

    6. Was aber geht?
    Es geht, dass sich (möglichst viele) Verlage zusammentun (zB als eine IG oder eine Genossenschaft) und selbst eine publikumsnahe Kette aufbauen (mit alternativem Marketing, mit neuen, kreativen Ideen, mit tollem neuen Magnetismus um den Menschen zu zeigen, dass es eben auch noch andere Bezugsquellen gibt als THALIA).
    Es geht, dass diese neue -Direkt-Kette die dann viel weniger Reibungswiderstand zu überwinden hat, auf der Grundlage der Erfolgsrezepte von THALIA , selbst den Markt erobert, den Menschen andere Literatur anbietet und so gesehen und gehört wird.
    Flankierende Maßnahmen wie Buchmessen, Bücherschauen usw usw müssen diesen Auftritt begleiten.

    7. Was geht nicht:
    Wieder einmal nach Staatsförderung zu rufen, denn Förderung ist immer auch Zensur! Und sei es nur Zensur der Sympathie (oder Antipathie) die zB ´jener Entscheidungsträger gegenüber einem Antragsteller empfindet.
    Und schon gar nicht geht, dass über Förderungen die Vetriebskette (zB THALIA) noch härter um Rabatte, Remissionen etc etc kämpft (denn es ist ja ohnedies durch Förderung gestützt!)

    Nein, nein und nochmals NEIN!

    Thalia hat gezeigt was möglich ist!
    Jetzt müssen alle jene die sich THALIA nicht leisten können oder die dort keinen Eingang finden selbst aktiv werden und den Markt (mit)erobern!

    8. Natürlich müssen aber in einem solchen Fall auch sorgfältig jene Konsequenzen abgewogen werden die eventuell der NichtThalia Buchhandel ziehen könnte, wenn ihm eine Verlagsverkaufskette quasi Konkurrenz macht.
    Aber hier gibt es erprobte Lösungen (siehe zB Schmuck und Uhrenhandel etc).

    Ich kann allen Freunden aus dem Verlagswesen nur zurufen:

    NICHT LANGE JAMMERN SONDER GEMEINSAM DEN MARKT EROBERN!

    Einer (THALIA) hats schon vorgemacht, macht es ihm nach!

    Übrigens:
    Wir stehen gerne zur Verfügung mitzuhelfen eine Plattform zu gründen die einen derartigen Weg vorbereitet und in die Tat umsetzt!

    Uns geht es dabei um das Recht einer jeden Autorin und eines jeden Autors, jeden Verlages, eine faire Chance vorzufinden, direkt mit möglichen Leserinnen und Lesern in soliden Kontakt zu kommen.

    Zahlreiche Ideen zum Gesagten liegen bei uns auf Vorrat.

    Mit herzlichen Grüßen

    Berthold Greif
    Präsident der LITERA in LINZ (Österreich)


  • Hä?

    Hä?

    @ Franz wanner. Ja - es ist leicht 'andere zu Sorgfalt und Fachkenntnis zu verpflichten...' Nämlich dann, wenn sie in einem Branchen-Fachblatt (und als solches möchte das Börsenblatt ja gerne gesehen werden) ihre Weisheiten verbreiten. Sie sehen - es ist ganz leicht!

  • Hä?

    Hä?

    A propos Hausaufgaben: Thalia hat 2008/2009 einen Marktanteil am deutschen Buchumsatz von 6,5%, das bedeutet, dass 93,5% des Umsatzes mit anderen Marktteilnehmern (Sortiment, Versand, Internet, Nebenmärkte) gemacht werden. Wenn man dann weiter recherchieren (die Aufgabe eines Journalisten?) wollte, wird sich zeigen, dass das Wachstumstempo längst nicht so schnell ist, wie häufig daher geredet. Dies ändert natürlich nichts daran, dass die Jahresgespräche bei den Großen (je nach beteiligten Personen äußerst) unangenehm sind. Es ist jedoch der Job eines Einkäufers bei der Konditionen-Frage so lange zu fordern bis er ein 'Nein' hört. Und es gibt (inzwischen etliche) Verlagskollegen, denen dieses 'Nein' über die Lippen kommt. Die Konsequenz ist dann übrigens nicht, dass die Verlage ausgelistet werden.

  • Franz wanner

    Franz wanner

    Herr Greif, ich danke Ihnen.
    Erlauben Sie mir Anmerkungen:
    - der gesetzten Unvergleichbarkeit der Produkte folge ich nicht, akzeptiere aber diese "schöne Illusion", weil dies überhaupt die Grundlage ist, ein neues Produkt zu machen...
    - richtig, ein unbekanntes Produkt wird niemand vermissen und deshalb sind alle Leistungen jedes Beteiligten, das Produkt potentiell Interessierten anzutragen, wichtig und anerkennenswert...
    - die Partnerschaft Verlag-Handel aufzukündigen und zusätzlich ein eigenes Vertriebsnetz aufzubauen, scheint mir der falsche Weg, denn hier würde eine neue Stufe konstenintensiven Kannibalismus aufgebaut, was irgendwo gewonnen würde, ginge anderswo verloren...
    - Jeder Produzent braucht einen Vertriebsweg und jeder Händler benötigt ein Warenangebot: NOCH gibt es beide Formen in groß und klein und ausreichender Anzahl, noch. Über das Ausdünnen der Händlerkette wächst natürlich auch der Listungsdruck von den verbliebenen Händlern. werden diese mit Sonderrabatten belohnt, umso mehr.
    Mein Vorschlag wäre eher, ein gemeinsames Absatzkontor (IG oder Genossenschaft) der vielen kleinen Verlage, das als zentrale Einkaufstelle für alle Händler fungiert, natürlich zum festen unverhandelbaren Abgabepreis. Die Verlagsverpflichtung wäre dann der Verzicht auf jeden anderen Vertriebsweg. Fazit: Händler können sich profilieren und echte Programmalternativen zu den Superstores entwickeln. Die Breite und Vielfalt erhält dann ebenso Sinn, wie die der Verlagslandschaft.
    - Wenn dann die Kooperation noch weiter betrieben werden soll, könnte sogar die Direktorder Kunde-Verlag über den Händlerpartner in Kundennähe abgewickelt werden. Die Nicht-Listung von Superstores bestraft sich so selber...

    nur Beispiele, aber die Belebung von Wettbewerb in der Partnerschaft scheint mir zukunftswürdiger, als der Austausch und Ersatz von Gegebenem durch Dopplung.

  • Richard K. Breuer

    Richard K. Breuer

    Sehr geehrter Herr Wanner,

    ein wenig erinnert Ihr Diskussions-Stil an Karl Kraus, der in seiner sprachmächtigen Beherrschung die anderen zum Schweigen brachte. Und das letzte Wort hatte er obendrein. Deshalb dachte ich, es schadet nicht, wenn man diese sehr wichtige Diskussion wieder belebt.

    Ein "gemeinsames Absatzkontor der vielen kleinen Verlage, das als zentrale Einkaufsstelle für alle Hänlder fungiert", wie Sie es vorschlagen, wäre doch m.E. die Auslieferung, die für den
    Verlag die Bücher zentral lagert, bei Bedarf die Buchhandlungen beliefert und sodann die Abrechnung zwischen Buchhandlung und Verlag übernimmt. Das muss also nicht erfunden oder ins Leben gerufen werden (wenngleich man über die schlechten Konditionen für kleinere und mittlere Verlage natürlich diskutieren kann/soll).

    Die Problematik sehe ich vielmehr darin, dass einerseits immer weniger Kunden immer weniger Bücher der kleinen und mittleren Verlage verlangen und deshalb können diese Bücher nicht als Schnelldreher angesehen werden. Irgendwie drehen wir uns somit allesamt im Kreise: Die großen Verlage können mit ihrem Werbebudget viel mediale Aufmerksamkeit erzielen, was wiederum die Händler förmlich zwingt, deren Bücher (und Produkte) ins Sortiment aufzunehmen, weil es stark nachgefragt wird. Die großen Buchhandelsketten verstärken nur diese bereits bestehende mediale Präsenz, um noch mehr Umsatz zu generieren. Würde also morgen ein Kleinverlag plötzlich über die notwendigen Mittel verfügen, für sein Verlagsprogramm mit Pauken und Trompeten zu werben, würde auch ein Thalia, ohne zu zögern, sofort den Verlag auf die Einkaufsliste setzen. Und jeder Buchhändler, ob klein, ob groß, wenn er nicht gewisse Nischen besetzt, muss sich an der Nachfrage orientieren.

    Deshalb sehe ich nur die (vage) Möglichkeit, dass sich die unabhängigen Verlage zusammentun, um gemeinsame Werbestrategien zu entwickeln und schließlich umzusetzen. In gewisser Weise haben es bereits einige kleine und mittlere Verlage vorgezeigt, die sich auf den Buchmessen (Leipzig und Frankfurt) zusammentun, um die Kosten für Events und Werbemittel (Zeitung) zu teilen. Scheinbar dürfte aber der Werbeeinfluss recht gering sein, weil mir deren Bezeichnung nicht und nicht einfällt (Verlag Blumenbar war der Initiator, soweit ich weiß).

    Das ist natürlich nicht der letzten Weisheit Schluss, aber vielleicht ein belebender Anfang für weitere Ideen.

    Servus aus Wien
    Richard K. Breuer

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