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Das war die BUCH WIEN 09

Ganz Wien als Lesebühne: Mit 350 Veranstaltungen und insgesamt 34.500 Besuchern ging gestern die BUCH WIEN, Internationale Buchmesse und Lesefestwoche, zu Ende. Der Branchentenor: Kritik an den hohen Standpreisen, Einigkeit über die Wichtigkeit der Messe am Standort Wien. VON LUCIA SCHöLLHUBER

Messebuchhandlung

Messebuchhandlung © Lucia Schöllhuber

Blick in die Messehalle

Blick in die Messehalle © Lucia Schöllhuber

An 66 Veranstaltungsorten in der ganzen Stadt trafen von 9.-15. November 325 Autorinnen und Autoren bei der größten Literaturveranstaltung Österreichs auf ihr Publikum. Auf der Messe Wien, veranstaltet von Reed Exhibitions, präsentierten sich 228 Aussteller. Bei diesen nachgefragt, gab es Lob wie Kritik. Die Standmieten, die nur wenig unter jenen von Frankfurt und Leipzig liegen, erschienen vielen – gemessen an den Besucherzahlen – unverhältnismäßig hoch. Dennoch: Das neue, größere Format der BUCH WIEN stieß auch im zweiten Jahr auf breite Zustimmung.

„Es war der richtige Schritt, die BUCH WIEN vom Rathaus auf das Messegelände zu holen.“ Inge Kralupper, Geschäftsführerin des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels, blickt Sonntagnachmittag zufrieden in die Halle D – und auf die ausgehende Woche.

Begonnen hatte diese mit der Eröffnung am Mittwochabend, bei der die österreichische Bundesministerin Claudia Schmied die diesjährigen Staatspreisträger bekannt gab (Margit Schreiner: Würdigungspreis für Literatur; Per Olov Enquist: Staatspreis für Europäische Literatur; Klaus Amann: Staatspreis für Literaturkritik). Über österreichische Identität und Sprache sprach die Schriftstellerin Eva Menasse in ihrer Eröffnungsrede.

Am nächsten Tag wurden dann die Messepforten geöffnet: Dabei waren dieses Jahr erstmals auch große deutsche Verlage wie Rowohlt, Suhrkamp und Lübbe – Stand an Stand mit Kollegen aus weiteren Nachbarländern Österreichs. Erneut setzte man auf den Standort Wien als Brücke zwischen Ost und West. Literatur von insgesamt 89 internationalen Ausstellern konnte dabei nicht nur an Land, sondern auch wieder bei einer literarisch-musikalischen Schiffsreise auf der Donau entdeckt werden. An Bord der MS Vindobona trafen Sonntagnachmittag Schriftsteller und Poetry Slammer auf Balkan-Jazz und Publikum.

Dem Standort Wien konnte Aussteller Heiko Fischer vom Verlag orange press auch in anderer Hinsicht etwas abgewinnen: „Wenn ich in Buchhandlungen gehe, liegen dort Bücher aus unserem Verlag. Das ist toll.“ orange press verkaufe nämlich unverhältnismäßig viele Bücher in Österreich. Zum Beispiel im Kulturcafé phil, wo passend zum aufliegenden Buchprogramm die Independent-Schiene ihren Veranstaltungsort hatte. Gemeinsam mit den jungen Verlagsmenschen wurde dort Freitagabend die BUCH WIEN Independent Night ausgerichtet. Viele von ihnen kamen dafür aus Deutschland angereist, während sich leseinteressiertes Publikum hingegen nur vereinzelt einfand um Autorinnen und Autoren, etwa Doris Knecht oder Paul Divjak, an den Plattentellern zu treffen.

Umso zahlreicher strömten Schülerinnen und Schüler auf die Messe. Viele Schulklassen nutzten die Gelegenheit für einen Ausflug – für sie und die Kleinen wurde auch dieses Jahr wieder viel geboten. Kein Zufall also wenn Herwig Bitsche, Leiter des Residenz Verlags, sagt: „Es ist mein persönliches Highlight, dass der Kinderbuchstar Christine Nöstlinger da ist.“ Weitere wie Mirjam Pressler oder Jenny-Mai Nuyen hielten im gut besuchten Jungen Forum Lesungen ab. Insgesamt gab es knapp 100 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Schulbuchverlage wie Langenscheidt oder Cornelsen trafen hingegen nicht auf ihr Publikum, wenngleich sie vor Ort waren. Sie hatten ihre Stände in der Halle nebenan, auf der zeitgleich stattfindenden Bildungsfachmesse Interpädagogica, aufgebaut. Dass Bildung und Buch eng miteinander verknüpft sind, wurde aber einmal mehr im Messefoyer bestätigt: Besucher beider Messen trafen sich dort bei der Gratisbuch-Aktion „Eine Stadt. Ein Buch“. Zugegen war bei dieser Mission auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl. Er brachte die ersten Exemplare von Irvin D. Yaloms „Und Nietzsche weinte“ persönlich unters Volk.

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1 Kommentar/e

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  • Julia

    Julia

    Ich war am Samstag auf der BuchWien und im Vergleich zur IP war in dieser Halle echt tote Hose...ich muss ehrlich sagen für mich hat die BuchWien absolut kein Flair....einmal und nie wieder...

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