Meinung

Ist Kritik unsolidarisch? Zum Streit um die Prolibri-Umbenennung

Diskussionskultur? Die Umbenennung von Prolibri in "Antiquariat.de" ist noch nicht einmal durchgeführt, aber schon jetzt in der Branche umstritten. Ein Kommentar.

Die Ankündigung der Genossenschaft der Internet-Antiquare (GIAQ), die von ihr betriebene Plattform Prolibri in Antiquariat.de umzubenennen, war ein Feiertags-Paukenschlag, auch wenn viele längst davon wussten (immerhin hält die GIAQ seit über zwei Jahren die Domain-Nutzungsrechte). Ob sich die Entscheidung positiv für die Plattform auswirkt – das muss sich zeigen. Der Berliner Antiquar Rainer Friedrich Meyer, seinerzeit einer der GIAQ-Mitgründer, äußerte sich in einem Blogbeitrag vom 24. Dezember skeptisch und kritisierte die Umbenennung (http://meyerbuch.wordpress.com/2009/12/24/mein-name-ist-hase-nicht-igel/). Zwei Kritikpunkte Meyers: dadurch verschwämmen "wenigstens in den Internetzadressen" weiter die Unterschiede zwischen dem Verband Deutscher Antiquare (www.antiquare.de) und der GIAQ. "Unterschiede, die verwischt werden, sind keine mehr. Die Mitgliedschaft im Verband war bislang wenigstens ein möglicher Anhaltspunkt für Qualität." Zweitens sei es für den wirtschaftlichen Erfolg einer Plattform gleichgültig, wie sie sich nenne, "solange sich nichts am Inhalt sowie den organisatorischen Strukturen ändert" und sie nicht gegen geltendes Recht verstoße.

Meyers Blog-Eintrag hat zu einer lebhaften Kommentardiskussion geführt, an der sich gestern mit Frank Albrecht ein ehrenamtlich für Prolibri Engagierter beteiligte. Christoph Schäfer, Mitinhaber des Düsseldorfer Heinrich Heine Antiquariats und GIAQ-Vorstand, legt heute auf seiner Homepage nach (http://www.heineantiquariat.de/seiten/b-dot-t-w). Es gehe dem Kritiker (Meyer) lediglich darum, den anderen niederzumachen, "Ideen" kaputt zu reden und zu "stänkern"; "Selbstprofilierung auf Kosten der anderen".

Aber es muss gegen Albrecht und Schäfer festhalten werden: Meyers sachliche Kritik – auch am Aufwand im Zusammenhang der zurückliegenden markenrechtlichen Auseinandersetzungen – lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen. Und schon gar nicht mit dem Vorwurf, hier agiere ein Kollege als "Sniper" und 'labere' lediglich "pseudointellektuell" rum, ohne sich selbst zu engagieren. Der Schritt der GIAQ, die allgemeine Bezeichnung des Branchenzweigs für eigene wirtschaftliche Zwecke zu nutzen, ruft nach einer von persönlichen Animositäten unvoreingenommenen, möglichst breiten Diskussion – denn direkt oder indirekt betroffen sind hiervon tatsächlich alle Antiquare.

Björn Biester

Schlagworte:

21 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Thomas Paulitz

    Thomas Paulitz

    Zugegeben: RF Meyer ist für das Börsenblatt recht regelmäßig als Lohnschreiber tätig. Und, ebenfalls zugegeben: Der hier kommentierende Redakteur Björn Biester ist gelegentlich als Gastschreiber auf RF Meyers Blog tätig. Weiterhin zugegeben: Beide scheint eine Art innige Twitterfreundschaft zu verbinden. ABER: Ist die hier aufgebauschte Diskussion, die mich mehr an die regelmäßigen Berichte über das Ungeheuer von Loch Ness während der Sommermonate erinnert, von irgendwelchem öffentlichen Interesse? Schauen wir erstmal, wie sich die GIAQ-Plattform unter dem Namen antiquariat.de entwickelt. Schauen wir einmal, ob sich diese Umbenennung nicht als positiv empfundene Einladung herausstellt, um hauptberuflich tätige Antiquarinnen und Antiquare zu einer Teilnahme an der Plattform zu bewegen. Schauen wir erstmal, ob nicht ein großer mentaler Erneuerungsprozess mit dieser Umbenennung einher geht. Was treibt RF Meyer an, die Entwicklungen der GIAQ-Plattform niederzuschreiben, lange bevor die Wirkungen dieser Veränderungen sichtbar, geschweige denn auswertbar werden? Sein Verhalten erinnert mich an das einer verstoßenen Geliebten. Beobachten wir also doch lieber die hoffentlich positiven Einflüsse, die durch den Schritt der GIAQ ausgelöst werden. Zeit für eine Manöverkritik ist frühestens in einem halben Jahr!

  • Hartmut Erlemann

    Hartmut Erlemann

    Glückwunsch,. Herr Paulitz! Ein sachlicher Kommentar, der keiner Zensur bedarf.

  • Marcus Haucke, Berlin

    Marcus Haucke, Berlin

    Das Geschäft der Kritik ist ein weitläufiges Geschäft, und notwendig, sie hat vorher stattzufinden, währenddessen und nachher, dies Geschäft ist „zu groß oft, um von Einem vollendet werden zu können.“ (Schlegel) Konstruktive Kritik ist keine, solidarische noch weniger als das. Kritik hat notwendig kritisch zu sein, doch muß sie auch die Kritik der Kritik sein. Giaq und Prolibri repräsentieren nicht „den Antiquar“ oder „das Antiquariat“, Biester und Meyer allerdings auch nicht. Die Kanonisierung durch eine Sangesweise ist zu verhindern. Und das, lieber Paulitz, könnte in einem halben Jahr schon zu spät sein.

  • Roman Heuberger

    Roman Heuberger

    Herrn Paulitz ist zuzustimmen. Und der Redaktion des Börsenblatts sei in Erinnerung zu bringen, daß sie ihre journalistischen Sorgfaltspflichten besser erfüllen sollten. Nämlich "überparteilich" und "unabhängig". Damit hapert es nämlich im Moment.

  • krämer

    krämer

    "Antiquariat" hat übrigens ja zwei Bedeutungen: Einmal die Bezeichnung einer händlerischen Tätigkeit, sowie der Firma und Lokalität bzw. Angebot, und andererseits bezeichnet "Antiquariat" einen Haufen antiquarischer Bücher.

    Entprechend bei Büchern allgemein, wie steht es mit einer Internet-Adresse buch.de. Es sieht da etwas anders aus, buch.de ist nicht gleichzusetzen mit buchhandlung.de, oder buchhaendler.de, jedoch bei den antiquarischen Büchern ist das sehr wohl möglich, das gleichzusetzen. Aber worauf es ankommt, es *nicht* gleich zu setzen.

    Unter einem "Antiquariat" wird nicht nur eine antiquarische Buch/-etc.-handlung verstanden, sondern auch die Zusammenstellung der in solchen Buchhandlungen angebotenen Ware.

    Genauso, der gemeine Menschenverstand, kann verstehen, daß unter einer Adresse antiquariat.de das Antiquariat verschiedenster Händler angeboten wird. Diese Bezeichnung betont den Charakter und Qualität der Ware, es handelt sich um antiquarische Bücher, also um Antiquariat, egal von welchem Händler, während eine Bezeichnung antiquariate.de, verweist darauf, daß es sich um eine Adresse im Internet zusammengestellter Händler von antiquarischen Büchern, also von Antiquariat, handle.

    Ich persönlich schätze das fehlende "e" als sehr positiv ein. Dem Kunden, jedenfalls Internetkunden, geht es um die Ware, d.h. antiquarische Bücher, also das Antiquariat insgesamt, aus dem was erworben werden möchte. Was liegt da näher, als eine Adresse antiquariat.de aufzurufen, um das Gesamtangebot, gewissermaßen das gesamtdeutsche Antiquariat im derzeitigen Interentangebotszustand, einzusehen, ob das gewünschte oder ähnliches dabei ist.

  • Biester

    Biester

    @4 Lieber Herr Heuberger, wir waren journalistisch in der ganzen Sache eher zurückhaltend und sind es noch; oben geht es ja mehr um eine Frage der Diskussionskultur, nicht um den Hintergrund der Umbenennung. Suchen Sie bei Prolibri mal nach "verlagsneu", "verlagsfrisch" usw. Man müsste eigentlich diese Aspekte in eine "unabhängige" Bewertung mit einbeziehen.

  • RF Meyer

    RF Meyer

    ad 1:
    Sehr geehrter Herr Paulitz,

    ich bin weder geliebt noch verstoßen, denn das erste hätte vor dem zweiten geschehen müssen.

    Lohnschreiber: Sie kennen den Salär des Börsenblattes nicht, sonst hätten Sie geschrieben ‚Hungerlohnschreiber’.

    Dies niedliche Ding aus Loch Ness gehört zu meinen Freunden, und ich werde es Ihnen bei Gelegenheit, wenn ich es mal wiedersehe, vorbeischicken. Versprochen.

    Manöverkritik: ziehen Sie ruhig in den Krieg. Dulce bellum inexpertis.

  • Thomas Paulitz

    Thomas Paulitz

    @ 7
    Lieber Rainer,
    seit wann sind wir wieder per Sie?

  • Hartmut Erlemann

    Hartmut Erlemann

    @4 Richtig.

    @6

    Der Artikel ist verbal geschwollen, populistisch und rhetorisch negativ besetzt, abgefaßt. Die Antworten der Redaktion sind somit ein
    Hohn auf die bisherigen Reaktionen, Denn wie heißt es so schön im pluralis maijestatis "wir waren journalistisch in der ganzen Sache eher zurückhaltend und sind es noch".

    Meine Frage: Welche Ziele wollen Sie, Herr Dr. B. Biester, mit Ihrem Kumpanen Meyer, erreichen? Auf Ihre Antwort auf FAZ-Niveau bin ich gespannt!

  • Hartmut Erlemann

    Hartmut Erlemann

    @ 7 Am Rande: Das Börsenblatt zahlt gut, vor Steuern!

    Bei wissenschaftlichen Artikeln in renommierten Fachzeitschriften dürfen Sie sich glücklich schätzen, wenn Sie einen Artikel veröffentlicht bekommen. Ohne Honorar natürlich, 5-10 Belegexemplare sind üblich.

    Als fest angestellter Mitarbeiter der Bild-Zeitung verdient man nicht schlecht.

  • rabe

    rabe

    Sehr geehrter Herr Dr. Biester,
    neutral waren Sie selten, ich erinnere Sie nur an Ihren Verriss des Gemeinschaftskatalogs,

    Ihre Zusammenarbeit mit Rainer Meyer erinnert mich an etwas, dass man in der Wissenschaft 'Zitatenkartell' nennt, dürfte Ihnen geläufig sein,

    die Kritik Rainer Meyers sachlich zu nennen ist oberflächlich und wirkt scheinheilig.
    Der Hinweis, mit der Nutzung der Adresse antiqiariat.de verschwimme der Unterschied zwischen Verband und Plattform wird schon durch Ihren Hinweis entkräftet: „..immerhin hält die GIAQ seit über zwei Jahren die Domain-Nutzungsrechte“, dann verschwimmen schon seit zwei Jahren die Unterschiede ??, ich denke nein, beide arbeiten an unterschiedlichen Zusammenhängen , der Verband betreibt z. Z. keine eigene Vertriebsplattform, die GIAQ mutiert nicht zu einer Vertretung von Antiquaren, beide arbeiten punktuell zusammen, aber all das wissen Sie, Herr Dr. Biester sehr genau.

    Rainer Meyer sagt weiter, solange sich nichts an organisatorischen Strukturen und Inhalt ändert, sei der Name der Plattform egal. Auch diese Kritik ist pauschal, oberflächlich und inkonsequent, was bitte stört Rainer Meyer, der diese Strukturen am Anfang aktiv mitgetragen hat ,bitte, benennt er es, läßt er Interesse an einer Verbesserung erkennen?, ich sehe es nicht, und bringen Sie bitte nicht solche Beispiele wie „verlagsfrisch, verlagsneu“, was soll das Getue, natürlich finden sich Mängel in den Buchaufnahmen, ich kann Ihnen hunderte Beipiele aus prolibri herausziehen, die solche und andere Mängel enthalten, und , haben wir jemals so getan, als ob hier jeder Datensatz ein Normenkontrollverfahren durchläuft?, Sie , Alle wissen um die Unmöglichkeit einer solchen Kontrolle. Natürlich gibt es Mängel , natürlich kann man Kritik daran üben, natürlich haben wir gesagt, wir haben einen formulierten Anspruch und wollen den umsetzen. Aber ich habe nicht den Eindruck , als hätten solche Kritiker wie Rainer Meyer, Sie und auch andere nur das geringste Interesse an den Problemen, die sich praktisch ergeben, ja, wir lehnen Kollegen mit mangelhaften Datensätzen ab, ja, wir schreiben auch gern Begründungen unserer Ablehnungen, ja wir versuchen häufig auf Mängel hinzuweisen und Tipps zugeben, manchmal erfolgreich, manchmal nicht. Aber dies interessiert nicht , wie viel unterschwellige Arbeit in all den Diskussionen mit Kollegen über Buchaufnahmen gesteckt wurde, wie viele Überarbeitungen erfolgreich oder weniger erfolgreich erreicht wurden, dann doch lieber kritisieren und Fliegenbeine zählen.

    Rainer Meyer schreibt,.“. steht es zu erwarten, daß sich die Kunden für antiquarische Bücher wieder mehr auf persönliche und bewährte geschäftliche Beziehungen verlassen werden...“, schön, gut, die GIAQ / prolibri hat immer gesagt: Es gilt die Eigenständigkeit der Antiquare zu fördern, und die GIAQ handelt auch danach, siehe homepages und Wahlmöglichkeiten, damit kann vermutlich jeder Antiquar der bei prolibri listet gut leben, nur verstehe ich nicht, was daran fundierte Kritik sein soll, Herr Biester?.

    Weiter schreibt Rainer Meyer: "Händler, ..., sollten andere, eigenständigere Wege beschreiten, als die Plattformen, egal welche, mit ihren Angeboten zu schmücken, die nur Alibiblättchen für den Schund sind .. „ sicher hat er hier recht, nur die Kritik an prolibri ist auch hier wieder unterschwellig: Alibiblättchen für Schund, so sind wir denn in den Augen des Rainer gescheitert und ein Aliblättchen für Schund, halten Sie, Herr Dr. Biester diese Bemerkung für sachlich und ausgewogen ?, und halten Sie den Hinweis eigenständigere Wege = nicht listen auf zentralen Plattformen für realistisch oder hilfreich für mehr als 90% aller Antiquare ?, es ist weltfremd den Vertriebskanal Internet auf einen Weg beschränken, natürlich sind hompages gut und wichtig für die Eigenständigkeit des Händlers im Netz, nur: Die zentralen Plattformen als Vertriebsweg sind auf kurze und mittlere Sicht für die allermeisten Kollegen unendlich wichtig. Auch wenn ich als Ladenantiquar nicht im Netz mitspielen will, betroffen bin ich dennoch, Kunden bleiben weg bzw. neue , jüngere sind schwer zu motivieren. Rainer Meyer mag für sich recht haben, für die meisten Kollegen taugt sein Hinweis nicht.
    (Das hompagebündnis ist in seiner Idee gut – auch wenn es reizt, den Begriff Bündnis so süffisant zu hinterfragen, wie so viele andere Aspekte beim Handeln der GIAQ/ prolibri hinterfragt werden -
    wirklich sinnvoll umsetzbar ist dieses Bündnis erst , wenn dem eine gleich strukturierte Such- und Zugriffsmöglichkeit zugrunde liegt).

    Rainer Meyer unterstellt uns, wir hätten markenrechtliche Probleme vorher nicht abgeklärt, weit gefehlt Kollege Meyer, oder anders formuliert, zu einfach gedacht. Die Marke prolibri ist ordnungsgemäß beim Markenamt in München angemeldet und – nach einer Auslage- und Einspruchsfrist – ordnungsgemäß eingetragen, auch eingetragene Markenrechte können nach Jahren angefochten werden , sowohl die Wort- als auch die Bildmarke, der Streit, der hier stattgefunden hat ist leider unendlich komplex, mit gesundem Menschenverstand und auch mit juristischem Beistand bisweilen nicht nachvollziehbar, er problematisiert sich in Versuchen zu einer gütlichen Einigung immer dann, wenn einem geschäftliches Handeln indirekt untersagt wird, und scheiterte letztlich auch an unterschiedlich prall gefüllten Kassen.
    Antiquariat.de ist ein Weg aus diesen Auseinandersetzungen positiv gestärkt heraus zu kommen,
    es sollen nicht überzogene Ansprüche (wir sind das Antiquariat) formuliert werden, mögen dies bitte die Kollegen nicht so verstehen. Antiquariat.de ist eine Adresse von der es sinngemäß im Netz unendlich viele für einen Zusammenhang gibt.
    Sollten sich Anwälte anderer Plattformen oder Kollegen auf diesen Zusammenhang stürzen,
    so darf sich Rainer Meyer auf die Fahnen schreiben, der erste Rufer gewesen zu sein.

    Und noch eine letzte Bemerkung zu Begriffen wie 'sniper', Rainer Meyer und viele andere haben seit Jahren versucht der GIAQ Anmaßung, Arroganz und Bevormundung zu unterstellen, für manche Kollegen ist die Zusammenarbeit von zwei oder mehr Kollegen schon die Bedrohung durch Sozialismus, alles völliger Quatsch, jeder kann kommen und gehen, jeder kann sich einbringen , mitarbeiten oder einfach nur einstellen, jeder, der in der GIAQ ist hat alles wissen können und gleichberechtigt mit entscheiden können (unabhängig von der Menge der Anteile), und wenn dann solche Kritik von Rainer Meyer kommt, der dies alles weiß weil mit aufgebaut hat, austreten ist , weil es einen Konflikt mit ein, zwei Personen gegeben hat, die heute nicht mehr in der GIAQ sind, dann hat man schon den Eindruck , hier geht es mehr ums Treten als um Inhalte.
    Vielleicht Herr Dr. Biester, sollten Sie Ihre Rolle mehr verdeutlichen, parteinahme in einem Zitatenkartell hilft niemanden.
    Reinhard Denecke, Ant. Rabenschwarz

  • RF Meyer

    RF Meyer

    Es ist interessant, wie mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Hätte eine gewisse andere Plattform die Absicht geäußert, sich in „antiquariat.de“ umzubenennen – ich gehe jede Wette ein, genau den Mündern, die diese Namensanmaßung nun erfunden bzw. abgewandelt von Herrn Mulzer („Deutsches Antiquariat“) übernommen haben und deshalb verteidigen, wäre ein Proteststurm entwichen.

    Deshalb sei es hier wiederholt:
    Eine Plattform ist kein Antiquariat. Aus diesem Grunde ist der NAME „antiquariat.de“ für eine Plattform irreführend.

  • Detlef Gerd Stechern

    Detlef Gerd Stechern

    Kaum jemand wird mit der Umbenennung zufrieden sein, wenn auch aus anderen Gruenden, die RF Meyer angibt. Die Art und Weise aber wie diese von dem Berliner Kollegen vorgetragen wird und die Androhung einer Gerichtsklage dagegen lässt andere Gruende als sachliche fuer seinen Kritik vermuten.

    Sachlich gesehen ist die Plattform der GIAQ, unabhängig davon, welchen Namen diese bekommt, eine Alternative zum ZVAB. Sie bietet m. M. n. auch den besseren Service fuer Käufer und Verkäufer. Es ist bedauerlich, dass nun aus dem eigenen Lager diese Arbeit behindert wird.

  • Christoph Schäfer

    Christoph Schäfer

    Sehr geehrter Herr Dr. Biester,

    bis Sie, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate aus unserer homepage auf einen einzelnen Kollegen, Rainer Meyer, bezogen haben, gab es gar keinen Streit über unsere Umbennung, Sie haben ihn leider erst herbei geschrieben.

    Mit meinen Äußerungen hatte ich u.a. den anonymen Kommentator unter der ursprünglichen Meldung über unseren künftigen neuen Namen gemeint, der sich als "Noch-Genossenschaftsmitglied" ausgibt.

    U.a. diese Art von "Kritik" wollte ich mit meinem Beitrag auf unserer homepage geißeln, denn ich kann mir kein Mitglied unserer Genossenschaft vorstellen, das zu feige ist einmal kurz nachzufragen, was momentan bei uns geschieht, umgehende und ausführliche Auskunft würde ihm selbstverständlich zuteil.

    Ich denke eher, das es sich um einen armen Menschen handelt, der die Möglichkeit hier anonym zu posten nutzte, um - wie leider so oft - zu versuchen uns zu diskreditieren.

    Als sich auch hieraus keine Kontroverse entwickeln wollte, wurde gezielt nach Zündstoff gesucht, nur journalistisch sauber war das nicht.

    Ich wünsche mir für die Zukunft nicht mehr auf diese Art zitiert zu werden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christoph Schäfer

  • krämer

    krämer

    RFMeyer führt in der Kritik an, die Umbenennung würde nicht nötig sein, auf den Namen käme es nicht an. Entweder taugt eine Plattform was, und kann ihre Vermittlungsfunktion wahrnehmen, oder nicht, und eine Umbenennung von prolibri auf antiquariat könne da nichts bessern.
    Andereseits, moniert RFMeyer den Namen antiquariat., weil eine Plattform nur Vermittlungsfunktion habe, und kein eigentliches Antiquariat sei. Spielt der Name etwa doch eine Rolle.
    Was denn nun. Ist der Name egal oder nicht.

    Ich wiederhole nochmal, Antiquariat bezeichnet einen Haufen antiquarischer Bücher. Eine "Antiquariats"-Messe, ist eine Messe, auf dem Antiquariat angeboten wird, und nicht eine Messe, von Antiquaren.

  • krämer

    krämer

    Die Umbenennung eines Internetzugangs, sollte aber auch überschätzt werden.
    Wenn die Ware, wie gesagt, Antiquariat ist.
    Wie Dr. Biester anmerkte, was haben in solchem Antiquariat Titel zu suchen, "verlagsneu", verlagsfrisch", "eingeschweißte Neuware", usw. , ist das Antiquariat.
    Zum Gebrauchtbuch ist es sicher fließend, aber auf einer Internet-Seite, antiquariat.de, Neubücher anbieten, hm.
    Zunächst mal, eine Fächerung, z.b.
    Neubuch, preisgebunden.
    Neubuch, o.ä. Preisbindung aufgehoben,
    Neubuch, Mängelexemplar, Stempel
    Gebrauchtbuch, unbenutzt, wie neu.
    Gebrauchtbuch, gebraucht.
    Gebrauchtbuch, antiquarisch, selten.
    Gebrauchtbuch, antiquarisches Buch.
    Antiquarisches Buch.

    Eine 5-er Teilung, in
    Neubuch,
    Neu, Verlagspreis aufgehoben,
    Mängelexemplar, gebraucht.
    Selten, vergriffen.
    Antiquarisch, wertvoll, gesucht.

    Oder ähnliches, aber was haben Neubücher auf einer Antiquariatsplattform zu suchen.

    Nichts. Und genau auch dann nicht, falls ein sog. Antiquar solche Neubücher anbietet. Neubücher sind KEIN Antiquariat, auch dann nicht, wenn ein Antiquariat solche listen würde.

    Bei dieser 5-Teilung, ist die Grenze bei den Gebrauchtbüchern gezogen, und eventuell Remittenden, Mängelexemplare, aber darüber hinaus, zu den Neubüchern, ob Preisbindung aufgehoben, oder nicht, das ist nichtzusammenpassend, mit einem anitquarischen Angebot, ob das ZVAB ist, wo Neubücher gelistet werden, oder eine andere Plattform, die explizit, Antiquariat anbietet, also antiquarische Bücher, und sonstiges antiquarisches, Noten, etc.,
    wenn der Name verweist auf Antiquariat, und in der Listung, kommen preisgebundene Neubücher, das widerspricht dann dem, was mit dem Label "Antiquariat" suggeriert wurde.

  • Roman Heuberger

    Roman Heuberger

    ad 15: Zutreffend. RFM widerspricht sich in @12 somit selbst. Und deutet Begriffe nach seinem persönlichem Gusto.

    Antiquariat ist Antiquariat ist Antiquariat. Wo auch immer. Wie auch immer. Ob als Firma, Messe, Katalog, Internet. Wer immer den Begriff "Antiquariat" irgendwie im Zusammenhang mit "Antiquariat" benutzt und zwar unter besonderer Berücksichtigung von antiquarischen Büchern, handelt im Sinn derselben. Weder die Begriffe "Antiquariat" noch "Antiquar" sind geschützt.

    Aus dieser Sicht scheinbar relevante Gegenzüge ins Feld führen zu wollen (Herr Meyer: "wie es spätestens im Februar ausschauen wird unter dem Namen „antiquariat.de“, werden wir – und die Rechtsanwälte – dann sehen") scheinen mir wie der Griff nach einem Porzellanteller, der einem aus der Hand geglitten ist. Newton lebt!

  • RF Meyer

    RF Meyer

    "Zweitens: solange sich nichts am Inhalt sowie den organisatorischen Strukturen ändert, ist es für den wirtschaftlichen Erfolg völlig gleich, wie eine Plattform sich benennt, SOLANGE SIE DAMIT NICHT GEGEN GELTENDES RECHT VERSTÖßT."

  • Otto W. Plocher

    Otto W. Plocher

    Fontane, Stechlin, 24. Kapitel:

    [Dr. Wrschowitz]: "...was wir da lesen in Briefen vom Hofe, das ist Krittikk. Und weil es Krittikk ist, ist es gutt. Mag es auch sein Mißbrauch von Krittikk. Alles hat Mißbrauch. Gerechtigkeit hat Mißbrauch, Kirche hat Mißbrauch, Krittikk hat Mißbrauch. Aber trotzdem. Auf die Fehme kommt es an, und das große Messer muß wieder stecken im Baum.“

    [...]

    Trotzdem hielt es Czako für angezeigt [...] die herkömmliche Frage zu thun „ob er, der Herr Dr. Wrschowitz, sich schon in Berlin eingelebt habe?“

    „Hab' ich,“ sagte Wrschowitz kurz.

    „Und beklagen es nicht, Ihr Zelt unter uns aufgeschlagen zu haben?“

    „Au contraire. Berlin eine schöne Stadt, eine serr gutte Stadt. Eine serr gutte Stadt pour moi en particulier et pour les étrangers en général. Eine serr gutte Stadt, weil es hat Musikk und weil es hat Krittikk.“

    "Also frei weg und ohne Scheu. Wie sind die Vornehmen? Wie sind die kleinen Leute?“

    Wrschowitz wiegte den Kopf hin und her, als ob er überlege, wie weit er in seiner Antwort gehen könne. Dann mit einem Male schien er einen Entschluß gefaßt zu haben und sagte: „Oberklasse gutt, Unterklasse serr gutt; Mittelklasse nicht serr gutt.“

    „Fehlen nur noch ein paar Details. Wie wär' es damit?“

    „Mittelklassberliner findet gutt, was er sagt, aber findet nicht gutt, was sagt ein andrer [...] Mittelklassberliner, wenn spricht andrer, fällt in Krampf. In versteckten Krampf oder auch in nicht versteckten Krampf. In verstecktem Krampf ist er ein Bild des Jammers, in nicht verstecktem Krampf ist er ein Affront.“

    „Brav, Wrschowitz. Aber mehr. Ich bitte.“

    „Berliner, immer an der Tête. So wenigstens glaubt er. Berliner immer Held. Berliner weiß alles, findet alles, entdeckt alles. Erst Borsig, dann Stephenson, erst Rudolf Hertzog, dann Herzog Rudolf, erst William Morris, dann Morris Williams.“

  • Berliner Unterklasse

    Berliner Unterklasse

    Na, ditt war denn wohl eher mittelklasse? "Kopf ab"
    "Aber, wollen verzeihn, Comtesse Plocher, wenn ich trotzdem bin für Frondeur."
    "Denn zufriedene Hofleute sind allemal öd und langweilig, aber die Frondeurs, wenn die den Mund aufthun, da kann man was hören, da thut sich einem was auf."
    "Frondeur ist Krittikk, und wo Guttes sein will, muß sein Krittikk. Deutsche Kunst viel Krittikk. Erst muß sein Kunst, gewiß, gewiß, aber gleich danach muß sein Krittikk. Krittikk ist wie große Revolution. Kopf ab aus Prinzipp. Kunst muß haben ein Prinzipp. Und wo Prinzipp is, is Kopf ab."

  • U.B. II

    U.B. II

    Zuerst fehlte ja die Kunst und dann fehlte noch die Kritik und nun soll es der Name richten?

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld