Kommentar

Sarrazin sofort – egal wie!

An "Deutschland schafft sich ab" wird die Branche noch lange denken. Zum ersten Mal gelingt es einem Titel, sich auf digitalem Terrain mit einer Selbstverständlichkeit als Top-Seller zu etablieren, wie wir das bislang nur von gedruckten Werken kennen. Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteurin Tamara Weise.

Börsenblatt-Redakteurin Tamara Weise

Börsenblatt-Redakteurin Tamara Weise

Thilo Sarrazins Buch platzierte sich gleich auf mehreren Plattformen: meist auf Platz 1 und in der Rekordzeit von wenigen Stunden.

Der Titel – politisch umstritten und deshalb medial hell beleuchtet – hat eine Nachfrage erzeugt, die im Fall physischer Lieferschwierigkeiten den Download zu einer ganz normalen, probaten Beschaffungsalternative werden lässt. Und mehr noch, der E-Sarrazin spielt seinen Wettbewerbsvorteil in Hype-Situationen aus: immer- verfügbar, ohne dass herstellerisch nachzulegen wäre.

Was sich hier beobachten lässt, gibt der Branche außerdem einen Vorgeschmack auf die (nicht mehr so ferne) Zukunft: die Normalität des multi-medialen Lesens.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

7 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Dirk Niewöhner

    Dirk Niewöhner

    Spannend wäre zu wissen, mit wie vielen Downloads innerhalb welchen Zeitraumes ein Buch nun auf Platz 1 dieser ominösen Charts gelangt.

  • Tonband

    Tonband

    WO IST DER KOMMENTAR??????????

  • bejo miberg

    bejo miberg

    Oh ja, supatrupa Zukunft. Inhalt ist egal, Hauptsache Hype. Auch wenn er vor Menschenverachtung und Zynismus strotzt. Dann ade, du Bildungsbollwerk Buchhandel....

  • Jochen Heller

    Jochen Heller

    Ja, was ist der Kommentar?

    Kommentiert werden, mit einem Ausblick was noch kommen, die Vertriebswege eines Buches.

    Mehr sollte es wohl nicht sein. Sortimentsgestaltung muss eben auch hinter wirtschaftlichen Erwägungen zurücktreten. Das immerhin ist ja schon länger bekannt.

    Dass das Börsenblatt als Branchenzeitschrift dem Inhalt gleichgültig gegenüber steht, denn das wichtigste sind ja Zahlen - wäre es interessant, ob irgendwann Romane als Rechenaufgaben geschrieben werden. Trivialliteratur dann auf Grundschulniveau, Gebrauchsliteratur irgendwas zwischen Prozentrechnung und Differentialgleichung. Und die hohe Literatur wird sich dann ganz der hochabstrakten Formelsprache der Mathematik widmen.

    Das wäre doch auch mal eine Vision.

    Fachbuchhandlungen würden sich freuen, wegen der zukunftsweisenden frühzeitigen Spezialisierung auf diesen Bereich.

  • René Kohl

    René Kohl

    Der Werbetext zum Buch im libreka-Newsletter:

    »Aktuell auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste, in den Buchhandlungen aufgrund der großen Nachfrage kaum zu bekommen.«

    Dazu wäre noch einiges zu sagen...

  • Frithjof Klepp

    Frithjof Klepp

    hmmmm...

  • Frithjof Klepp

    Frithjof Klepp

    Hier ein sehr viel treffenderer Kommentar von Johannes Haupt:

    http://bit.ly/sarrazinporn

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld