Auktionen

Kafka bei Stargardt (2)

Jetzt doch: das Deutsche Literaturarchiv in Marbach sieht, anders als noch Anfang letzter Woche, Chancen, den Briefwechsel zwischen Franz Kafka und seiner Schwester zu ersteigern. Auktion bei J. A. Stargardt am 19. April.

Postkarte von Franz Kafka an seine Schwester Ottla

Postkarte von Franz Kafka an seine Schwester Ottla © J.A.STARGARDT Autographenhandlung

Nach Presseberichten kann die Marbacher Institution, die bereits über wichtige Kafka-Bestände verfügt, nun wohl doch mit öffentlicher und privater Unterstützung bei der Stargardt-Auktion am 19. April in Berlin als Bieter auftreten. Als "besonders ermutigend" wertet Ulrich Raulff, Direktor des Literaturarchivs, laut einer Meldung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Ausgabe vom 3. Februar) den Zuspruch von privater Seite.

Der Schätzpreis des über 100 Briefe und Postkarten umfassenden Konvoluts aus dem Besitz der Familie beträgt 500.000 Euro. Ein ausführlicher Katalog kann gegen eine Schutzgebühr bei Stargardt bestellt werden.

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2 Kommentar/e

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  • Peter Mulzer

    Peter Mulzer

    Ein freundlicher Geist sandte mir gestern den Katalog zu. Ich muß nun allerdings sagen, daß ich ganz einfach b e g e i s t e r t bin sowohl von der Qualität der Objekte als auch vom Katalog selbst. Das unlängst veröffentlichte Börsenblatt-Foto gibt wirklich keinen guten Eindruck von den literarisch-künstlerischen Gesamtkunstwerken, die uns hier begegnen.

    Wer den Katalog durchsieht, erkennt spontan, man gestatte das altmodische Wort "gefühlsmäßig", daß wir hier zum Teil ergreifende Seelendokumente haben, in Gestalt harmloser Briefe und Karten.

    Man kann Kafka beurteilen wie man will (ich finde ihn zu düster, als daß ich seine Werke mit auf die Insel nehmen wollte, er war mir immer fremd) - aber diese Dokumente sind wichtig. Schön, daß man sie bei Stargardt in guten Händen weiß.

  • mw203

    mw203

    Noch ein Nachtrag zu meiner Diskussion mit Herrn Heuberger und Herrn Alpers im 1. Teil dieser Diskussion.

    In der heutigen FAZ bestätigt Herr Mecklenburg, daß eine Vereinzelung der Briefe wenig wahrscheinlich ist: "Damit würde sich jeder Händler seinen Ruf ruinieren."

    So ist es. Bei Kafka gelten 2011 andere Spielregeln als 1975, wobei auch damals eine Vereinzelung allein aufgrund der Berufsehre der seinerzeit auf diesem Level überhaupt konkurrenzfähigen Händler nahezu ausgeschlossen gewesen wäre.

    Im übrigen, Herr Alpers: wenn es überhaupt noch einen international handelbaren deutschsprachigen modernen Autor gibt, dann heißt dieser Autor eindeutig Franz Kafka. Hier können selbst Schutzumschläge 10000 bringen (siehe Hauswedell & Nolte)!!