Kommentar

Buchclubs: Partner auf Zeit

Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteurin Tamara Weise.

Tamara Weise

Tamara Weise © privat

Mitglieder und Umsätze schwinden, das Filialnetz bekommt zusehends Lücken­: So läuft es für den deutschen Club seit Jahren. An bundes­weit gerade einmal 200 Standorten begrüßt das Unternehmen seine Kunden noch per Handschlag – allein in den vergangenen 18 Monaten wurden etwa 60 Flächen geräumt. In diesem Turnus konnte es kaum weiter­gehen. Aber wie dann?
Bernd Schröder, seit 2009 Geschäfts­führer der Direct Group Germany, hat eine Antwort gefunden. Eine, die vorderhand wenig­ kreativ erscheint, die aber funktionieren könnte: Lässt sich eine Fläche nicht mehr rentabel betreiben, sucht man sich unter den Händlern vor Ort einen Partner – für einen Shop im Shop.
Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Auf diesem Feld hat der Club schon Erfahrung; bereits jetzt werden 66 Club-Flächen von Partnern bespielt. Warum es Schröders Idee dennoch in sich hat: Er kann zwei Konzepte anbieten – einmal das Club-Konzept und einmal das von Zeilenreich. Wo der Club in seinem Traditionsrot keine Zukunft hat, richtet er die Shops eben in Pink-Lila ein – je nach Standort und Partner.
Um die Umsätze jetzt zu stabilisieren, mag das genügen. Doch langfristig muss sich Schröder noch mehr einfallen lassen, will er stationär weiter in großem Stil Präsenz zeigen. Selbst über den Umweg Zeilenreich ist das nicht zu machen. Denn letztlich steckt hinter dem Konzept – so offen und modern es auch daherkommt – bloß der Versuch, Buchkäufer für eine Idee aus alten Zeiten zu erwärmen: die Club-Idee. 

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