Essen & Trinken

Umfrage: Steigt bei Verlagen der Appetit auf Food-Apps?

Kulinarische Apps boomen. Sind die Anwendungen für Genießer und Köche mittlerweile zum Musthave für deutsche Kochbuchverlage geworden? Antworten aus drei Verlagshäusern.

Beate Muschler

Beate Muschler © GU

Bruni Thiemeyer

Bruni Thiemeyer © MATTHAES VERLAG GMBH

Carolin Gebhard

Carolin Gebhard © privat


Beate Muschler, Verlagsleiterin Electronic Publishing bei Gräfe und Unzer:

"Das Thema Kochen ist im AppStore in der Tat sehr beliebt, 20-30 Prozent der Toplisten im AppStore bestehen meist aus kulinarischen Apps. Das zeigt, dass Information und Entertainment rund um das Thema Kochen für die User von Iphones und IPads von großer Relevanz sind. Unsere küchengötter-App verkauft sich seit mittlerweile zwei Jahren auf konstant hohem Niveau. Wir haben dabei die Erfahrung gemacht, dass personalisierte Funktionen ein starker Erfolgstreiber sind, so wird z.B. die Möglichkeit, sich seine eigenen Rezepte in die App zu laden, sehr gut von den Kunden angenommen. Generell eignen sich die meisten Kochbücher sehr gut für eine App-Ergänzung. Wir stellen bei der Konzeption in erster Linie den Kundennutzen in den Fokus. Daraus entwickeln sich dann Apps, die eher das Praktische, z.B. Einkaufslisten für unterwegs, unterstützen. Solche Funktionen sind ideal für das IPhone. Oder wir entwerfen Apps, die den User direkt beim Kochen mit anschaulichem Bild- und Videomaterial begleiten, was besser für das IPad passt. Hier ist es wichtig, die jeweiligen Schlüsselfunktionen der Geräte Smartphone und Tablet gekonnt auszunutzen."

 

Bruni Thiemeyer, Leiterin des Buchverlags bei Matthaes in Stuttgart:

"Wir haben im Moment noch keine kulinarische App im Angebot. Aber natürlich beobachten wir den Markt - und wir werden die Entwicklung auch als Fachverlag mit Sicherheit nicht ignorieren können. Bei unseren Autoren, die ja überwiegend Männer sind, merkt man schon eine hohe Affinität zum Smartphone und seinen Möglichkeiten. Deshalb kommen auch von dieser Seite ab und an mal Anfragen. Aber klar ist auch: Der Zusatznutzen, den eine Applikation bieten muss, um erfolgreich zu sein, kostet. Und unsere Zielgruppe (und damit auch der Umsatz) ist nicht endlos erweiterbar."

 

Carolin Gebhard, Diplom-Oecotrophologin bei Tre Torri:

"In Zusammenarbeit mit der Metro Group haben wir eine Kochbuch-App zu unserem gemeinsamen Titel "Das Gute essen" gemacht. Seit Mitte Februar ist die kostenlose Version mit 50 Rezepten mehr als 160 000 Mal heruntergeladen worden. Bei der kostenpflichtigen Vollversion für 2,39 Euro, die am 4. April freigeschaltet wurde, liegen die Nutzerzahlen im oberen Hunderterbereich. 1 Euro davon geht als Spende an den Bundesverband Deutsche Tafel, wie beim Buch. Derzeit wird eine Version für das iPad entwickelt, die im Laufe des Sommers verfügbar sein wird. Für uns ist die App vor allem ein Instrument zur Marktöffnung. Wir überlegen jetzt generell bei jedem Buch, ob wir ihm eine App zur Seite stellen. Und: Bei Corporate-Publishing-Projekten äußern immer öfter auch die Kunden den Wunsch, sich damit in der digitalen Welt zu präsentieren."
 

Mehr zum Thema Apps im aktuellen Börsenblatt-Extra "Essen & Trinken" (Heft 17).

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