DBH/ Modernes Antiquariat

Aus Wohlthat wird Jokers – außer in Berlin

Die DBH baut um: Von den heute noch 26 Filialen des Wohlthat-Netzes sollen nach Angaben des Unternehmens zum 1. Juli 15 unter das Dach von Jokers wechseln, eine Fläche gehe an Weltbild – der Rest, die zehn Läden in Berlin und Potsdam, würden in ein neues Unternehmen eingebracht. Sobald die Teilung greift, will sich die DBH von den Wohlthat-Filialen im Berliner Raum trennen.

Anlass für die Neuorganisation der Wohlthat’schen Filialen sei "die Forcierung der Multichannel-Strategie innerhalb der DBH", heißt es in einer Mitteilung aus Augsburg. Die Wohlthat-Flächen, die erhalten bleiben,  "werden umbenannt und zügig im Corporate Design und nach dem Multichannel-Konzept von Jokers bzw. Weltbild umgebaut"; die Mitarbeiter werden "komplett übernommen".

Durch die neue Struktur könne die DBH im Restseller-Segment "den Grundstein für den Ausbau des erfolgreichen Filialgeschäfts" legen. In Zahlen: Das Netz von Jokers umfasst derzeit 16 Standorte (plus eine Filiale in Salzburg) –  ab Juli ist es fast doppelt so groß.

Welche Standorte zu Jokers und Weltbild wechseln:  

1. Bonn Wenzelgasse
2. Duisburg Düsseldorfer Straße
3. Frankfurt am Main Neue Kräme
4. Kiel Holstenstraße
5. Gießen Kreuzplatz
6. Hamburg Bahrenfelder Straße
7. Hamburg Fuhlsbütteler Straße
8. Hamburg Grindelallee
9. Hamburg Harburg
10. Heidelberg Hauptstraße
11. Leipzig Petersbogen-Passage
12. Mainz Große Bleiche
13. Mainz Seppel
14. Oldenburg Achternstraße
15. Rostock Kröpeliner Straße
16. => Weltbild: Osnabrück Krahnstraße

 
Die Flächen im Berliner Raum gehen an die neu gegründete Wohlthat Berlin GmbH & Co. KG – "diese Filialen werden dann zum Verkauf gestellt." Auch hier gelte: Alle Mitarbeiter wechselten mit. 

Betroffen sind folgende Standorte:

1. Berlin Plaza Passage Friedrichshain
2. Berlin Forum Köpenick
3. Berlin Wilmersdorfer Straße
4. Berlin Karl-Liebknecht-Straße
5. Berlin Teltower Damm
6. Berlin Märkisches Zentrum
7. Berlin Bölschestraße
8. Berlin Schönhauser Allee
9. Berlin Alexanderplatz
10. Potsdam Brandenburger Straße


Hintergrundinformationen zur DBH

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24 Kommentar/e

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  • zum Wohl

    zum Wohl

    Führen dann die ehemaligen Wohlthat-Filialen nur noch ein Billig-Sortiment?
    Oder wie habe ich mir das in Zukunft vorzustellen?
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass den Mitarbeitern zwar angeboten wird mitzuwechseln, aber zu welchen Bedingungen?

  • usw

    usw

    Was passiert mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, deren Filialen zum "Verkauf gestellt" werden?
    Es kann mir niemand erzählen, dass sie ohne wenn und aber einfach an die Käufer übergehen.
    Die Frage ist auch, ob der Käufer die Mitarbeiter überhaupt behalten will und wird. Und wenn doch, zu welchem Gehalt.
    Da werden bestimmt wieder viele auf der Strasse stehen.

    Das Ziel der DBH heisst wohl:
    "Modernes Anitquariat und Billigschiene" wo es nur geht

  • B.

    B.

    Das Ziel ist doch eindeutig: Der Rückzug aus der Stadt Berlin! Qualifizierte Führungskräfte werden aus Berlin abgezogen, die größte Filiale Tauentzien schließt im Februar nächsten Jahres und die Filiale Potsdamer Platz wird womöglich auch mit Auslaufen dies Mietvertrages schließen. Jetzt werden die Berliner Wolthat-Filialen der DBH auch noch ausgelagert und sollen abgestoßen werden. Die DBH ist am Ende.
    Ein schlecht informierendes Führungskonstrukt,
    falsche Sortimente und ein zu stark in München zentralisiertes Unternehmensmanagement. Der Buchhandel entwickelt sich auch im Filialbuchhandel nicht nur nach Daten und Fakten, sondern auch nach emotionalen Aspekten. Schade nur, dass die BWL'er bei Hugendubel dies nie verstehen werden.

    B.

  • A.

    A.

    Mir fehlen ernsthaft die Worte, um sachlich beschreiben zu können, was ich von all dem halte. Das, was ich von der DBH mitbekomme und miterlebe, lässt mich ganz klar darauf schließen, dass es grundsätzlich nur um Zahlen geht. An letzter Stelle kommen die Mitarbeiter, die hier mal wieder ganz plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und heute nachmittag nicht schlecht aus der Wäsche guckten.

  • M

    M

    Interessant vor allem: Die Berliner Filialen waren sie einzigen mit Betriebsrat. Zufall?

  • Verdinator

    Verdinator

    Der Bericht hier auf der Seite ist nur die Wiedergabe der WELTBILD-Pressemitteilung. Welche Strategie wirklich hinter der Zerschlagung der Wohlthat'schen steht lesen Sie hier:

    http://weltbild-verdi.blogspot.com/2011/05/weltbil d-will-wohlthat-loswerden.html

  • Verdinator

    Verdinator

    Der Bericht hier auf der Seite ist nur die Wiedergabe der WELTBILD-Pressemitteilung. Welche Strategie wirklich hinter der Zerschlagung der Wohlthat'schen steht lesen Sie hier:

    http://weltbild-verdi.blogspot.com/2011/05/weltbil d-will-wohlthat-loswerden.html

  • Verdinator

    Verdinator

    Aus irgendeinem Grund wird der Link zum Weltbild-Blog zerhackt... Letzter Versuch mit einer Kurz-URL:

    http://tinyurl.com/3oaza7e

    Vielleicht kann eineR der Admins in die oberen Kommentare den richtigen ink einfügen und den Rest löschen. Danke.

  • Hugo
  • Hugo

    Hugo

    http://www.hugendubel-verdi.de

    Bitte den oberen Link und Kommentar löschen; funktioniert nicht

  • Man on the Moon

    Man on the Moon

    Interessant ist, dass sich die Hugendubel/Weltbild GL juristisch gesehen auf sehr dünnes Eis begibt. Wenn gegen geltende Gesetze bewusst verstossen wird, werden Klagen, vor allem erfolgreiche Klagen, Tür und Tor geöffnet. Das deutsche Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht ist da relativ eindeutig. Alles in allem keine besonders kluge Entscheidung der GL. Die Anwälte werden wohl einiges zu tun bekommen!

  • kannitverstaan

    kannitverstaan

    Einfach nur eine Frage an "Man on the Moon":
    Warum ist das Eis für die Geschäftsleitung in diesem Falle so dünn?
    Weiß halt leider nicht, warum ein Verkauf bzw. eine Umstrukturierung gegen Arbeitsrecht verstoßen soll.
    Lass mich bitte nicht dumm sterben! ;-)

  • Man on the Moon

    Man on the Moon

    @ kannitverstaan

    Nun, soweit dem Hugendubel-Blog zu entnehmen ist, wurden offensichtlich weder der Wohlthat-Betriebsrat noch der DBH-Konzernbetriebsrat von der GL informiert. Da nach dem Betriebsverfassungsgesetz dem Betriebsrat ein Informations- und Mitbestimmungsrecht eingeräumt wird, hätte der Betriebsrat informiert werden müssen. Zudem könnte im vorliegenden Fall sogar ein zwingendes Mitbestimmungsrecht vorliegen, da es sich um gravierende Betriebsänderungen handelt.... das werden die Gerichte zu entscheiden haben. Auf jeden Fall ist das Vorgehen der GL relativ ungeschickt und blauäugig...

  • schlauer_fux

    schlauer_fux

    @kannitverstaan - Ich kann kein Verstoß gegen Arbeitsrecht erkennen. Die Umstrukturierung selbst ist legitim und im übrigen bisher nur angekündigt. Der Betriebsrat wurde über die Planungen vor der Presse informiert und kann nun die Betriebsveränderung begleiten. Warum Verdi einen "klarem Gesetzesverstoß" der Geschäftsführung vermutet, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich gehört es ihrem Geschäft, stets die Skandalmaschine anzuschmeissen...

    Ich denke, die Arbeitsplätze vieler Wohlthat-Mitarbeiter werden durch die Umstrukturierung sicherer -- immerhin gibt es nun endlich eine langfristige Perspektive.

  • Fux Verstaan

    Fux Verstaan

    Nachlesen im Hugendubel-Verdi-Infoblog: Betriebsräte wurden übergangen, Informationspflicht wurde verletzt!

    siehe unter:

    http://www.hugendubel-verdi.de

    oder:

    http://hugendubelverdi.blogspot.com/2011/05/die-en dgultige-zerschlagung-von.html

    Die endgültige Zerschlagung von Wohlthat durch die DBH:

    "Der Arbeitgeber hat weder den Wohlthat-Betriebsrat noch den DBH-Konzernbetriebsrat informiert. Ein klarer Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz, den KBR und ver.di sicher nicht widerspruchslos hinnehmen werden."

  • Man on the Moon

    Man on the Moon

    @ schlauer_fux

    Achtung! im Falle Anhörung, Mitbestimmung etc. Betriebsrat handelt es sich nicht um eine juristische Würdigung nach dem Arbeitsrecht sondern des Betriesverfassungsrechts! es wäre daher zu prüfen, ob in diesem Fall ein Verstoß gegen §§ 111 ff. BetrVG vorliegt!

  • Redaktion

    Redaktion

    Liebe User,
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  • Hugo

    Hugo

    ... Arbeitsplätze werden sicherer... langfristige Perspektive.. Das glaubst Du doch nicht wirklich?
    Was werden die Mitarbeiter in Berlin dazu sagen, die praktisch zum 'Ausverkauf' stehen?
    Die haben eine unsichere Zukunft vor sich, DAS ist jedenfalls sicher.

    Reicht es nicht, wenn der BR jetzt informiert ist?
    Bin etwas am Zweifeln, ob der BR da wirklich eine Handhabe hat. Es wird bestimmt schwierig werden, aber versuchen sollte er es auf jeden Fall

  • billy pilgrim

    billy pilgrim

    Natürlich wurde hier gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen. Wohlthat hat einen Wirtschaftsausschuss und der MUSS gemäß § 106 BetrVG über ALLE wirtschaftlich relevanten Dinge des UNTERNEHMENS umfassend und durch Vorlage relevanter Unterlagen etc. erstens informiert werden und zweitens ist der WA danach zu Beratungen mit der Geschäftsleitung berechtigt.
    Der BR, hier also durch den Wirtschaftsausschuss vertreten, der ja dem BR berichtet, ist also schon in der PLANUNGSPHASE miteinzubeziehen.
    Das was gestern passierte war ein reines: "So machen wir´s, lebt damit." Der Betriebsübergang, so sagen es ja auch die Pressemitteilungen, ist beschlossen und wird umgesetzt.
    Gegen § 111 BetrVG (also in Sachen BetriebsÄNDERUNG) wurde wohl nicht verstoßen, da sich der Betrieb ja nicht ändert. Nur die Gesellschaftsform und der Inhaber ändern sich. Heisst es zumindest bis jetzt.. was da noch kommen mag, weiß niemand. Oder zumindest sagt´s jetzt noch keiner... aber das kennt man ja.

  • A.

    A.

    @ schlauer_fux:

    "Der Betriebsrat wurde vor der Presse informiert" - Ja, wann denn? Gestern Mittag, na herzlichen Dank!
    Was bei der DBH abgeht ist einfach nicht mehr normal.
    Und ob ich auf diese langfristige Perspektive Lust habe, da bin ich mir auch nicht sicher! Ich kann mir wahrlich schöneres vorstellen, als bei Jokers zu arbeiten und wünsche der DBH auf lange Sicht vieles, aber nichts gutes.

  • Aufklärix

    Aufklärix

    Es ist nur eine Frage der Zeit und Wohlthat ist nur der
    Anfang.In 1 bis 2 Jahren ist alles nur noch Weltbild.Hugendubel u.a werden folgen und alles ist dann endgültig mit Billignonbookramsch vollgestellt.

  • Naturbursche

    Naturbursche

    @ Aufklärix

    das könnte ich mir auch als Entwicklung vorstellen. Mittelfristig wären die Marken Hugendubel, Jokers vom Markt verschwinden. Weltbild wird versuchen, sich als Discounthändler, also Billiganbieter, zu etablieren.... sozusagen der "Pennymarkt" der Buchbranche ;-)

  • Jochen Heller

    Jochen Heller

    @ Man on the moon

    Oh, etwas neues gelernt. Ich wusste gar nicht, dass das Betriebsverfassungsrecht kein Arbeitsrecht ist. Warum werden die Beschlussverfahren dann vor den Arbeitsgerichten geführt?

    @schlauer Fux
    So ganz schlau ist nicht, was Sie schreiben. Dass die Arbeitsstellen der Wohlthat-Mitarbeiter sicherer werden, ist zu bezweifeln. Schließlich haben sich auch die Stellen der übrigen DBH-Mitarbeiter in den letzten Jahren kaum als sicher erwiesen. Und nun werden einige zusätzliche Jokers-Filialen - womöglich auch nicht all zu weit entfernt von Weltbild plus Läden aufgefahren. Na, ob sich das rechnen wird?

    Die Umstrukturierung ist beschlossene Sache. Und zu Beginn der Planung ist der BR eben einzubinden. Aber so etwas war in der Wohlthat'schen noch nie gewollt. "Wieso Wirtschaftsausschuss, sowas gab's doch noch nie?" - "Was heißt schon rechtzeitig? Gestern beschlossen, heute bescheid gesagt, morgen umgesetzt - ist doch voll ok, oder?"

    "Die Karawane zieht weiter ..."

    Der Wirtschaftsausschuss ist deshalb von Anfang an einzubinden, weil er dem Betriebsrat die Informationen aufarbeitet die dieser braucht, um noch im Planungsprozess mitwirken und in personellen Angelegenheiten mitbestimmen zu können.

    Deswegen ist es ein massiver Verstoß gegen das BetrVG, (wie er - gerade auch in dieser Form in der Wohhlthat'schen die Regel ist). Und damit auch gerade arbeitsrechtswidrig.

  • Jochen Heller

    Jochen Heller

    Nachtrag zur (vermeintlichen) Sicherheit der Arbeitsplätze:

    Die generöse Verlautbarung, es werde nicht gekündigt ist ausgesprochen scheinheilig.

    Durch den Betriebsübergang sind die Arbeitsplätze für ein Jahr vor Änderungen geschützt (§ 613a BGB). Man ist also gezwungen, so zu handeln. Und es gibt sehr viele befristete Arbeitsverhältnisse. Man braucht also vorerst gar nicht kündigen. Man kann schlicht die Befristungen auslaufen lassen.

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