Antiquariat

Verhandlungen um Karl May-Nachlass "auf Eis gelegt"

Die Verhandlungen um einen Verkauf des Nachlasses von Karl May an den Freistaat Sachsen sind nach einem Bericht in der "Freien Presse" von heute "vorerst gescheitert", "sonstige Verkäufe oder Auktionen" nicht geplant.

Verleger Bernhard Schmid, Sohn des inzwischen 83jährigen Mitgesellschafters Lothar Schmid, teilte der "Freien Presse" mit, dass zurzeit keine Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen stattfinden; auch "sonstige Verkäufe oder Auktionen" seien momentan nicht geplant.

In dem Bericht (siehe den Link unten) heißt es weiter: "Der Verleger hatte ursprünglich 15 Millionen Euro für den Nachlass verlangt und berief sich dabei auf ein Gutachten des Bundesverbandes der Antiquare. Der verantwortliche Tutzinger Antiquar Eberhard Köstler stellte jedoch später richtig, er habe einen Schätzwert berechnet und kein Gutachten erstellt. Er habe einen Durchschnittspreis pro Seite mit der von Schmid angegebenen Gesamtseitenzahl multipliziert, erklärte der Archivar.

'Das ist eine rein hypothetische Rechnung, eine additive Maximalschätzung, aber kein wissenschaftliches Gutachten', sagt Thomas Bürger, Direktor der sächsischen Landes- und Universitätsbibliotheken Dresden. Der Nachlass besteht aus mehreren Buchmanuskripten, sowie etlichen Gedichten und Briefen. Was sich bis ins kleinste Detail alles darunter befindet, so Bürger, wisse bis jetzt niemand, weil noch niemand den Katalog lange genug zu Gesicht bekommen habe. Das wertvollste Stück sei mit Sicherheit das handschriftliche Manuskript von 'Winnetou IV'. Aus rein wissenschaftlicher Perspektive sei allerdings keine 'große Überraschung" zu erwarten, so Bürger."

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