Interview zu Noten im Buchhandel

"Es genügt die Bereitschaft, sich dem Thema zu öffnen"

Noten und CDs zu führen kann für den Buchhandel ein echter Gewinn sein. Wie man in das Zusatzgeschäft einsteigen kann, darüber hat boersenblatt.net mit Andreas Pawlenka, Geschäftsführer von mds – music distribution services in Mainz, gesprochen. Mehr zum Thema lesen Sie im aktuellen Börsenblatt 31/2011. VON INTERVIEW: MICHAEL ROESLER-GRAICHEN

Andreas Pawlenka

Andreas Pawlenka © mds

Welche Stärken kann der stationäre Buchhandel für das Geschäft mit Noten nutzen?
Die Infrastruktur im Musikfachhandel steht zum flächendeckenden Buchhandel in einem Verhältnis von 1 zu 10. Auf der Versorgungslandkarte gibt es da große weiße Flecken. Musiziert wird aber überall. Wenn also nicht genug Musikalienhandlungen existieren, die Noten besorgen, dann muss der Buchhandel in die Lücke springen. Außerdem gilt: Wer musiziert, der liest. Das muss sich der Buchhandel zu nutze machen.

Womit fängt der Buchhändler das Zusatzgeschäft am besten an?
Indem er der Kundschaft signalisiert: Ich kann Noten besorgen. Auf Fachwissen kommt es nicht unbedingt an. Und da viele Kunden mit uns schon bei Musikbüchern kooperieren, können sich die Buchhändler die notwendigen Materialien und Informationen gleich bei uns holen – zum Beispiel die Poster und Aufkleber mit dem Slogan »Wir besorgen Noten«.

Was muss der Buchhändler über seine Kunden und das Umfeld wissen?
Er kann sich zunächst selbst informieren – mit Hilfe des Telefonbuchs. Dort sind Musikgruppen, Gesangsvereine, Konservatorien und zahlreiche andere Organisationen zu finden. Wir bieten den Kunden zudem eine kostenlose Standortanalyse, die auch Musikschulen und -pädagogen im Umkreis der Buchhandlung berücksichtigt. So kann der Sortimenter auch erkennen, ob es in der Nähe vergleichbare Konkurrenz gibt, oder ob das Notengeschäft zu seinem Alleinstellungsmerkmal wird.

Welches spezifisch musikalische Know-how sollte der Buchhändler für das Notengeschäft mitbringen?
Er muss kein Expertenwissen haben. Zunächst genügt die Bereitschaft, sich dem Thema zu öffnen. Die Anzahl der musiktypischen Begriffe ist zudem überschaubar. Der Buchhändler sollte wissen, was eine Partitur, was ein Stimmensatz ist. Wir haben für das Sortiment ein kleines Glossar zusammengestellt, dass rund 90 Prozent der Anfragen abdeckt. Außerdem bieten wir in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden des Börsenvereins Seminare und Schulungen an. Das ist für all die interessant, die nicht nur reine »Besorger« sein wollen.

Wie ist die Resonanz der Kampagne Musik im Buchhandel?
Gut bis sehr gut. Wir haben das Projekt ja gestartet, weil viele Händler den Weg zu uns gesucht haben. Die Nachfrage kam also aus dem Markt heraus. Und es kommt jetzt darauf an, dass der Buchhandel als Medienhändler im Bereich Noten erkannt wird.


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1 Kommentar/e

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  • Sansforet

    Sansforet

    Was Herr Pawlenka hier verbreitet, kann wohl nicht sein ernst sein:

    "Er muss kein Expertenwissen haben. Zunächst genügt die Bereitschaft, sich dem Thema zu öffnen. Die Anzahl der musiktypischen Begriffe ist zudem überschaubar".

    Das fehlenden Fachwissen des "Buchhandels, der auch Noten führt", beschehrt unserem Geschäft zumindest laufend und steigernd Kunden, die von den Kollegen aus dem Buchhandel enttäuscht bis genervt sind. Das Geschäft mit Musikalien und Noten ist weitaus komplexer als der Handel mit Büchern. Nicht umsonst ist der Beruf Musikfachhändler ein eigener Ausbildungs-Beruf. Nicht selten arbeiten studierte Musikwissenschaftler in den Notenhäusern.

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