StoryDrive und MedienMittwoch

"Die Buchverlage haben den Content"

"Transmedia Storytelling: Big Business oder Prestigeobjekt?", lautete das Motto des MedienMittwochs gestern Abend in den Berger Kinos in Frankfurt: Erst diskutierten echte Medienexperten, dann gab es die exklusive Preview der neuen Schweighöfer-Liebeskomödie "What a man". VON RAPHAELA SABEL

Britta Friedrich von der AUM

Britta Friedrich von der AUM © Raphaela Sabel

Wartende Gäste im Foyer

Wartende Gäste im Foyer

Veranstaltungsort Berger Kino

Veranstaltungsort Berger Kino

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Britta Friedrich von der Frankfurter Buchmesse leitete kurz in den Abend ein, der als Auftaktveranstaltung zur All-Media-Konferenz "Frankfurt StoryDrive" zu sehen ist, die 12. und 13.Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Oktober stattfindet. Die Themen und Fragen des Abends und der großen Konferenz im Herbst sind der internationale Rechtehandel, neue Geschäftsmodelle, transmediale Erzählformen und crossmediale Vermarktung.

Auf dem Podium diskutierten dazu als Moderator Jan Eggers (Multimedia-Redakteur, HR), Isa Ostertag (stv. Leitung Neue Medien ZDF), Miriam Beier (Product Manager, Fox Searchlight), Oliver Pux (Leiter Marktentwicklung und Vertrieb digitale Meiden, Bastei Lübbe) und Boris Zander (Geschäftsführer von seal Media). Reihum konnten die einzelnen Medienvertreter von Ihren Erfahrungen mit der Umsetzung transmedialer Projekte erzählen.

Ostertag berichtete von "Dina Foxx", einem ZDF-Fernsehkrimi, der im Internet weiter geführt beziehungsweise aufgelöst wurde. "Wir haben mit der Onlineweiterführung nicht nur ein Add-On zum TV-Film geliefert, sondern eine echte crossmediale Erzählform geschaffen. Das war wahrscheinlich eines der radikalsten Projekte im ZDF. Das Lehrgeld hat sich bezahlt gemacht, denn solche Projekte tragen sicherlich zur gewünschten Verjüngung der Zielgruppe bei."

Auch Boris Zander, Geschäftsführer von seal - einem Unternehmen aus dem Bereich Game-Entwicklung, kennt das transmediale Arbeiten. Auch bei ihm fürhte der Weg vom "klassischen" Medium ins Netz. Der Geschäftsführer hat ein Buch geschrieben um so auf ein neues browserbasiertes Spiel hinzuweisen und vorzubereiten. "Die Welt aus dem Buch soll online weitergespielt werden", Zander. "Das Buch dient dabei eigentlich 'nur' als Marketinginstrument". Geld wird durch das sogenannte item-selling im neu entwickelten Western-Game verdient. 

Über eine Auflage von 1.000 Exemplaren, in der das "Westernbuch" im Moment gedruckt wird, kann Lübbe nur lächeln. Aber "Transmedia" ist eben kein einfaches Thema und auch der Leiter Marktentwicklung digitale Medien von Bastei Lübbe, Oliver Pux, hat schon seine (schwierigen) Erfahrungen gemacht, zum Beispiel bei der 360-Grad-Umsetzung eines Ken Follett-Romans. Als größten Kostentreiber solcher Projekte sieht er "die Umstellung der internen Prozesse." Mit der Wimmel-App hingegen hat das Kölner Verlagshaus sehr positive Erfahrungen im Bereich crossmedialen Erzählens gemacht. "Die Bereitstellung als kostenlose App war erstmal eine hohe Investition, die sich aber ausgezahlt hat. Die Kostenlos-App hat schliesslich die beiden zahlungspflichtigen Angebote schön mitgezogen." Sein Aufruf an die Kollegen auf dem Podium rundete den Abend ab: "Wir - die Buchverlage - sind die, die den Content haben. Es lohnt sich, Kontakt zu halten."

Mehr Informationen zu StoryDrive, Programm, Workshops, Präsentationen, Casestudies, Ausstellungsformaten sowie gezielten Matchmaking- und Networkingveranstaltungen gibt es auf den Seiten der Frankfurter Buchmesse. Die Konferenz richtet sich an Contentprofis aus der Verlags- und Medienwelt sowie deren Counterparts aus Technologie und Vermarktung.

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