Plagiatsvorwurf

Kanzler-Kinder wollen Heyne verklagen

Im SZ-Interview vom Freitag kündigten Peter und Walter Kohl erneut an, gegen den Heyne Verlag klagen zu wollen. Grund: Heribert Schwans „Die Frau an seiner Seite“ soll nach Ansicht der Kohl-Kinder zahlreiche Übereinstimmungen zu Peter Kohls Buch „Hannelore Kohl. Ihr Leben“ (Droemer, 2002) enthalten – und darüberhinaus Zeugen aus dem Umfeld der Altkanzlerfamilie sinnentstellt zitieren.

Bereits im Oktober hatte ein Anwalt Beschwerde beim Heyne Verlag eingelegt. Rechtliche Schritte seien bislang offensichtlich nicht eingelegt worden, zeigt sich der Verlag gelassen und nimmt seinen Autor Heribert Schwan gegenüber den Vorwürfen in Schutz

Bereits im Oktober hatte ein Anwalt Beschwerde beim Heyne Verlag eingelegt. Rechtliche Schritte seien bislang offensichtlich nicht eingelegt worden, zeigt sich der Verlag gelassen und nimmt seinen Autor Heribert Schwan gegenüber den Vorwürfen in Schutz

In der „Süddeutschen Zeitung“ vom 2. Dezember kündigte Peter Kohl an: „Der Droemer Knaur Verlag hat sich (...) dafür entschieden, juristisch gegen Schwan und den Heyne Verlag vorzugehen.“ Grund: „Die Geschäftsführung und die Rechtsabteilung von Droemer Knaur waren entsetzt, als sie die eklatanten Übereinstimmungen sahen“, so Peter Kohl. 

„Die Klage ist in Vorbereitung“, bestätigte der Verlag am Freitag gegenüber „Focus online“. Geschäftsführer Hans-Peter Übleis wird dort mit den Worten zitiert: „Ob es sich um ein Plagiat handelt, werden letztlich die Juristen entscheiden. Droemer hat nach sorgfältiger Prüfung dazu eine klare Meinung. Verlag und Autorenseite wollen und können dies nicht hinnehmen.“

Walter Kohl fügte im SZ-Interview außerdem an, es sei „schon bemerkenswert“ dass der Lektor, der das 2002 erschienene Buch seines Bruders („Hannelore Kohl. Ihr Leben“) bei Droemer betreut habe, heute beim Heyne Verlag die Sachbuchabteilung leite: Klaus Fricke (53) hatte dort 2008 die Nachfolge von Andrea Kunstmann angetreten.

Während der Droemer Verlag am Montag Anfragen zum Thema nicht mehr kommentieren wollte, gibt sich der Heyne Verlag gelassen: „Die Kohl-Söhne haben dem Heyne Verlag Anfang Oktober ein Anwaltsschreiben zukommen lassen, das vom Verlag verlangte, das komplette Buch aus dem zu Markt nehmen, weil angeblich eine Vielzahl von Plagiaten aus einer früheren Hannelore Kohl-Biographie enthalten seien. Hierzu hatte der Anwalt eine von Peter Kohl erstellte Gegenüberstellung beigefügt. Diese Stellen betrafen vor allem historische Fakten aus dem Leben Hannelore Kohls, an denen nach Überzeugung aller Urheberrechtsexperten grundsätzlich keinerlei Urheberrechte bestehen. (...) Der Heyne Verlag hat deshalb ebenfalls bereits im Oktober die Plagiatsvorwürfe dem Anwalt gegenüber mit Nachdruck zurückgewiesen. Die dem Heyne Verlag für den Weigerungsfall damals angedrohte Einstweilige Verfügung ist auch nach nunmehr beinahe zwei Monaten bis heute nicht ergangen, nach unseren Informationen wurde sie nie eingereicht. Deshalb sieht der Verlag den nunmehr in einem Interview erneut angekündigten rechtlichen Schritten mit einiger Verwunderung und großer Gelassenheit entgegen“, heißt es in einer Stellungnahme des Heyne Verlags.

Walter Kohl hatte im SZ-Interview angekündigt, er und sein Bruder würden „wegen der persönlichkeitsrechtlichen Verletzungen, die in mannigfaltiger Weise in dem Werk von Herrn Schwan vorkommen, eigenständig klagen“, Schwan verstoße gegen das Persönlichkeitsrecht der beiden Brüder, deren Mutter Hannelore sowie deren Großeltern. Heyne zeigt sich auch hinsichtlich dieser Drohung gelassen. Seit Juni dieses Jahres wurden von Heribert Schwans Titel „Die Frau an seiner Seite“ rund 250.000 Exemplare verkauft.

Zur Meldung auf Focus-Online geht es hier

 

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3 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Paralleluniversum?

    Paralleluniversum?

    Also in meiner Welt gehört Droemer Knaur nicht zu Random House, sondern 50% zu Weltbild und 50% zu Holtzbrinck...

  • Redaktion

    Redaktion

    @ Paralleluniversum?
    In unserer Welt auch. Wir haben das deshalb korrigiert.

  • Leser

    Leser

    @1 na, was nicht ist, kann ja noch werden.
    Die Bischöfe hätten ja nichts dagegen, den Schmuddelkram loszuwerden.

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