Die Sonntagsfrage

Brauchen schöne Bücher einen Botschafter?

Die Stiftung Buchkunst stellt den Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ auf neue Beine und will auch den Buchhandel stärker einbinden. Verlagsvertreter Hans Frieden wurde engagiert, um – als Botschafter - im Sortiment für die Idee zu werben. Warum?

Hans Frieden

Hans Frieden © Koni Nordmann

Buchhändler wissen, welche Ausstrahlung gut gestaltete Bücher haben, und wie diese Titel auf Kunden wirken. Überzeugungsarbeit von Seiten der Stiftung Buchkunst ist da kaum noch nötig. Was aber nützlich ist: Buchhandlungen zu unterstützen, schöne Bücher weiter nach vorn zu rücken und es Lesern noch einmal ins Bewusstsein zu bringen, was Bücher ausmacht – ihnen ein Gespür dafür zu vermitteln, welch wunderbare Objekte sie da eigentlich in den Händen halten. Insofern: Ja - schöne Bücher brauchen einen Botschafter.  

Meine Aufgabe ist es, gemeinsam mit dem Handel zu überlegen, wie man die besondere Bedeutung schöner Bücher gegenüber Lesern noch stärker herausstellen kann. Meine Botschaft lautet also: „Die Stiftung Buchkunst will euch mit Ideen und Werbemitteln unterstützen – lasst uns gemeinsam herausfinden, wie diese Zusammenarbeit aussehen kann“. Dabei kann ich den Buchhandlungen die jeweils schönsten Bücher nicht anbieten – höchstens dann natürlich, wenn Titel aus von mir vertretenen Verlagen ausgezeichnet werden sollten.

Die ersten Rückmeldungen sind vielsprechend. Alle Buchhändler, mit denen ich bisher darüber gesprochen habe, formulierten ein klares Interesse daran, etwas für und mit dem `schönen Buch` zu tun. Im Sommer, wenn ich zu meiner zweiten Reise aufbreche, soll es dann konkret werden, damit danach überall im Land Veranstaltungen und Ausstellungen für das „Schöne Buch“ werben.

Im Übrigen: Dass ich in der Funktion eines Botschafters unterwegs bin, mag etwas seltsam klingen. Da ich aber Ideen anbiete und höchstens den einmal jährlich erscheinenden Katalog verkaufe, bin ich in diesem Fall eher ein Botschafter als ein Vertreter. Und noch mehr als sonst bin ich Zuhörer – wie es sich halt für einen Botschafter gehört.Ameinem Arbeitsalltag ändert sich sonst wenig: Für gut gestaltete Bücher habe ich schon immer gern geworben. 

 

Zur Person 
Hans Frieden arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Verlagsvertreter. Er reist durch ganz Deutschland für Verlage mit den Programmschwerpunkten Kunst und Geisteswissenschaft – etwa für die Verlage Benteli, Niggli oder Scheidegger & Spiess (Kunst) und Karl Alber, Felix Meiner oder Schwabe (Geisteswissenschaft). Seit Jahresbeginn ist er zudem für die Stiftung Buchkunst als Botschafter unterwegs. Geplant ist, den Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ im Handel bekannter zu machen - und Aktionen dazu anzuregen.

 

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1 Kommentar/e

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  • Marianne Sax

    Marianne Sax

    Du bist ja der perfekte Botschafter für das schöne Buch, lieber Hans. Die Marktrelevanz der Buch-Gestaltungspreise in der Schweiz geht gegen null. Die Vermutung liegt nahe, dass das in Deutschland nicht viel anders ist. Ich bin gespannt, ob Deine Mission Erfolg hat: mach's gut!

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