Strategiewechsel

Zweitausendeins setzt auf Franchising

Zweitausendeins stellt auf Franchising um. Noch 2012 will der Versender seine 14 eigenen Läden an Partner abgeben. Und im Eigenverlag wird die Anzahl der Novitäten verdoppelt.

Zweitausendeins-Laden in Frankfurt

Zweitausendeins-Laden in Frankfurt © Nicole Hoehne

Der Versender Zweitausendeins will zurück in die Gewinnzone – und das auf allen Feldern: Investiert wird sowohl in den Eigenverlag als auch in die Website. Beim Filialnetz stellt das Unternehmen auf Franchising um.
 
Nach Angaben von Geschäftsführerin Bianca Krippendorf gibt Zweitausendeins seine 14 eigenen Läden an Partner ab – aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr. „Auf die Idee haben uns Interessenten gebracht“, so Krippendorf. „In den letzten Wochen hatten wir vermehrt Anfragen zu Standorten auf Tisch.“ Die meisten kämen aus dem Buchhandel, und da zumeist „von Leuten, die sich selbstständig machen wollen und gern einen Zweitausendeins-Laden eröffnen würden.“
 
Ein Label, zwei Modelle

Franchising ist für das 1969 gegründete Unternehmen ein Novum. Der letzte Strategiewechsel ging in eine andere Richtung: 2007 startete Zweitausendeins seine ersten Shop-in-Shops im Buchhandel – mit dem Ziel, sein Vertriebsnetz zu erweitern. Was zunächst auch recht gut gelang: In den besten Zeiten (2010) umfasste das Shop-in-Shop-Netz 35 Standorte – heute sind es noch 16. Zu den Partnern gehören unter anderen die Schweitzer-Gruppe, Peterknecht in Erfurt und die Georg-Büchner-Buchladen (die Mayersche und Osiander sind 2010 ausgestiegen, siehe hier).
 
Künftig soll Krippendorf zufolge für Partner beides möglich sein: einen Laden komplett unter dem Label »Zweitausendeins« zu führen (Franchising) – oder in seiner Buchhandlung eine Ecke für das Sortiment des Versenders frei zu räumen (Shop-in-Shop).  „Ich gehe davon aus, dass beide Vertriebsmodelle erfolgreich sein werden“, meint sie. „Sowohl die Anzahl der Filialen als auch der Kooperationen dürfte sich deutlich erhöhen.“  Unterschriften und feste Zusagen gebe es aber noch nicht.  Krippendorf: „Wir steigen jetzt in die Gespräche ein, bis zum Sommer wissen wir mehr.“

Der Titelausstoß im Verlag wird verdoppelt

Nach der Umstellung konzentrieren sich die Mitarbeiter in der Leipziger Zentrale um das Franchise-Netz und den Einkauf, ums Marketing, den Internetauftritt, das Merkheft, die Pressearbeit – und den Eigenverlag (Labels: Zweitausendeins und Haffmanns bei Zweitausendeins). Was der Versender im Verlagsgeschäft vorhat: 

  • Die Zahl der Bücher (Neuerscheinungen und Neuauflagen) soll steigen. Für 2012 sind rund 45 Titel angekündigt – mehr als doppelt so viele wie bisher. 
  • Im Bereich Film sind monatlich rund 15 DVD-Neuerscheinungen in den Editionsreihen „Film“, „Der deutsche Film“ und „Dokumentationen“ geplant, darunter auch DVD-Premieren.
  • Die neue Musik-CD-Editionsreihe soll um die Bereiche Pop-Musik und Hörspiel erweitert werden.
 
In den vergangenen zwei, drei Jahren hatte das Unternehmen die Sparte drastisch zurückgeschnitten – aus Liquiditätsgründen, wie Krippendorf sagt. „Wir mussten uns neu aufstellen, das hat viel Kraft, viel Zeit und auch viel Geld gekostet. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, können uns jetzt wieder neuen Aufgaben zuwenden.“ Das Unternehmen, das bei der Übernahme durch Michael Kölmel 2006 noch rote Zahlen schrieb, werde in diesem Jahr „ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen und 2013 wieder die Gewinnzone erreichen.“
 
Einen Beitrag dazu leistet offenbar auch der Online-Shop. Nach dem Relaunch 2011 hätten die Umsätze zweistellig zugelegt, heißt es  – jetzt werde noch einmal nachjustiert (u.a. verbesserte Suchfunktionen.)
 
Zweitausendeins in Zahlen (Stand: Dezember 2011)
Gründung: 1969
Umsatz 2011: ca. 18 Mio. Euro
Filialen: 14
Shop-in-Shops: 16
Sortiment: mehr als 10.000 aktive Titel
Merkheft-Auflage: bis zu 400.000 monatlich
 

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