E-Books im Buchhandel

Kurswechsel beim Schweizer Buchzentrum

Beim Schweizer Buchzentrum (SBZ) werden die Zähler im E-Book-Geschäft zurück auf Null gesetzt: Der Zwischenhändler hat seinen Katalog noch einmal komplett überarbeitet, den Webshop buchdigital.ch  angepasst, ein Gutscheinsystem integriert und mit Ceebo (Media Control) einen weiteren Lieferanten angebunden. Nebeneffekt, laut SBZ-Chef Andreas Grob: „Independents haben die Chance auf bessere Konditionen.“

Für Buchhändler, die den Webshop von buchdigital.ch nutzen, war das E-Book-Geschäft bislang eine eher träge Angelegenheit (Zahlen zum E-Book-Geschäft in der Schweiz gibt es derzeit nicht). E-Books ließen sich nur separat recherchieren, in einem eigenen Shopbereich. Die Lösung habe deshalb nie die nötige Akzeptanz erreicht, sagt Grob. „Sie ist derzeit bei 42 Unternehmen im Einsatz“ – insgesamt hat die Genossenschaft Schweizer Buchzentrum 300 Genossenschafter und beliefert momentan rund 700 Buchhandlungen.
 
Das neue System soll diese Nutzer-Lücke nun schließen und dem unabhängigen Sortiment den Anschluss an den Markt ermöglichen: „Im neuen Shop werden alle Produkte unter einer Oberfläche angeboten“, so Grob; „alle Formate eines Titels gibt es auf einen Blick.“ Der SBZ-Chef hält das für einen unschätzbaren Vorteil. „Unser Angebot ist für Endkunden bequemer geworden, und für Buchhändler besser.“ Die Eckdaten:  
 
Sortiment
Das SBZ kann auf das Titelspektrum von verschiedenen Lieferanten zugreifen. Der Start erfolgt mit Libri.Digital und Ceebo, weitere Lieferanten sind in Planung. Derzeit sind 120.000 digitale Titel verfügbar, bis zum Jahresende sollen es Grob zufolge mehr als 200.000 sein.
 
Konditionen
Die Lieferanten stehen im Wettbewerb miteinander: Ist ein Titel sowohl hier als auch da verfügbar, kann das SBZ künftig wählen, welchem Lieferanten es den Vorzug gibt. Wichtigstes Kriterium in diesem Fall: der Rabatt für Buchhändler.  
 
Verkauf im Laden, Gutscheine
Das neue Gutscheinsystem ähnelt dem Konzept, das Ceebo, Epidu und Umbreit für Deutschland angekündigt haben (E-Book-Cards), steht aber dennoch auf völlig eigenen Füßen: Jede Buchhandlung, die das System nutzt, kann im Laden E-Books verkaufen – in Verbindung mit einer Art Blanko-Gutschein. Die Download-Codes sind in der Regel dreistellig, zusätzlich werden QR-Codes genutzt. (E-Mail-nach-Hause kann das System nicht.)  
 
Kosten
Um die Independents zum Umstieg zu motivieren, verteilt das SBZ Geschenke an seine Genossenschafter: Für sie entfällt die sogenannte Aufschaltpauschale (500 Schweizer Franken, ca. 417 Euro). Die monatlichen Kosten für den Webshop (gedruckte Bücher, E-Books – all inclusive) liegen bei 120 Schweizer Franken (ca. 100 Euro).

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