Zweitausendeins

"Übrigens haben wir auch Anfragen für zwei neue Standorte"

Zweitausendeins-Geschäftsführerin Bianca Krippendorf im Interview zum Stand der Verhandlungen zur Überführung der verbliebenen Zweitausendeins-Filialen zu Franchise-Shops, möglichen Standortschließungen und Entwicklung des Verlags. VON INTERVIEW: KAI MüHLECK

Wie weit ist das Unternehmen mit seinem Plan, die verbliebenen Filialen auf Franchise-Basis umzustellen?
Wir sind mit mehreren Interessenten in Verhandlungen. Leider gibt es nicht für alle Standorte einen Interessenten, für einige Standorte haben wir dagegen mehrere Anfragen. Aktuell werden die Unterlagen und Daten geprüft. Bei einzelnen möglichen Partnern sind wir schon sehr weit in den Verhandlungen und bei anderen beginnen diese erst jetzt.

Leider haben wir bislang keinen Partner gefunden, der mit der Übernahme der Filiale auch alle Mitarbeiter übernehmen möchte. Aus diesem Grunde haben wir die Gespräche mit dem Betriebsrat gesucht und einen Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt, der zeitnah abgeschlossen werden soll. Wir haben übrigens auch aktuelle Anfragen für zwei neue Standorte.
          
Wie viele Franchisenehmer haben denn bereits Verträge unterschrieben?
Wir sind noch in Verhandlungen. Sobald ein Vertrag unterzeichnet wird und der Vertrag wirksam geworden ist, werden wir die Öffentlichkeit informieren.

Was geschieht im Falle eines Scheiterns der Franchise-Idee mit den Filialen und Mitarbeitern?
Wir glauben, dass wir Partner für unser Modell finden werden. Die Zweitausendeins Filialen verzeichnen einen vergleichsweise hohen Umsatz. Für den Fall, dass wir keine Partner für den einzelnen Standort finden, werden diese Standorte geschlossen. Dies erfolgt jedoch nicht sofort, sondern bis Ende 2016.

Ist es für Sie ein denkbares Szenario nur noch Shop-in-Shop Modelle, den Verlag und den Versandhandel zu betreiben?
Auch das ist ein denkbares Szenario, wobei auch der Online Shop zu diesem Modell zu zählen ist.

Verdi behauptet, die Geschäftsführung hätte bereits Pläne vorgelegt, bis Ende 2016 alle Filialen zu schließen und sich ausschließlich auf das Versandgeschäft konzentrieren? Bereits vergangene Woche will die Gewerkschaft mit Ihnen bereits einen Interessensausgleich, Sozialplan und eine Transfergesellschaft vereinbart haben...
Wir denken, dass sich der Vertreter von ver.di auf die laufenden Verhandlungen zu dem Interessensausgleich und Sozialplan bezieht. Auf Wunsch des Betriebsrates werden wir den Mitarbeitern im Falle einer nicht möglichen Übernahme durch den neuen Eigentümer oder im Fall der Schließung der Filiale eine Transfergesellschaft anbieten. Wir haben das auch bereits vor zwei Jahren so gehandhabt und halten es für eine sehr sinnvolle Maßnahme.

Wie konnte es eigentlich zur gestrigen Berichterstattung kommen?
Das kann ich Ihnen nicht beantworten.

Wie sieht die Entwicklung des Verlags aus? Das Ziel hieß, im breiten Buchhandel Fuß zu fassen: Wo stehen Sie und wie geht es hier weiter?
Der Verlag entwickelt sich sehr gut. Wir haben in diesem Jahr gemeinsam mit Gerd Haffmans wunderbare Bücher, wie "Alice im Wunderland" oder Ludwig Thoma "Die Gedichte" veröffentlicht. Viele Titel, die vergriffen waren, sind in kürzlich wieder neu aufgelegt worden. In den letzten drei Monaten haben wir zwölf Bücher (wieder-)veröffentlicht. Seit dieser Woche bieten wir T-Shirts mit "zweitausendeinzigen" Sprüchen an. Nicht zu vergessen die stetig wachsenden Filmeditionen. Schon bald können wir auch weitere CD-Veröffentlichungen anbieten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einen Großprojekt für das Jahr 2013, welches – wie auch alle anderen Eigenveröffentlichungen – exklusiv bei Zweitausendeins und den Kooperationspartnern (Shop-in-Shop) erscheinen wird.

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1 Kommentar/e

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  • andreas.foth@gmx.de

    andreas.foth@gmx.de

    Liebe Frau Krippendorf,

    "Die Zweitausendeins Filialen verzeichnen einen vergleichsweise hohen Umsatz"... Das ist schön! Da muss ich an meine Zeit im Azubiladen OSIANDER & Zweitausendeins zurückdenken: Die Umsätze waren auch da toll! Aber die Handelsspanne so gering, dass sich der Laden in der Tat nur mit Azubigehältern (und auch nur eineR gleichzeitig im Laden) wirtschaftlich betreiben ließ. Und nach dem, was man so hört, haben Sie ja die Konditionen noch verschlechtert seit damals. Für einen solchen Umsatz, bei dem man drauflegt, würde ich auch nicht unbedingt Schlange stehen.

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