Kommentar: Jahresbetriebsvergleich

Strategien auf dem Prüfstand

Ein Ergebnis des Jahresbetriebsvergleichs 2011 im Sortiment war der steigende Anteil des Non-Book-Segments. Dagegen trug der Online-Handel noch recht wenig zum Umsatz bei. Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteurin Christina Schulte.

Christina Schulte, stellvertretende Börsenblatt-Chefredakteurin

Christina Schulte, stellvertretende Börsenblatt-Chefredakteurin © Werner Gabriel

Es gibt nicht viele branchenweite Erhebungen, die einen so detaillierten Einblick in das Zahlenwerk von Buchhandlungen erlauben wie der Jahresbetriebsvergleich. An ihm lassen sich die Strategien von kleinen und großen Unternehmen ablesen- und bewerten; solche, die gelingen, und auch solche, deren Erfolg (noch) auf sich warten lässt.

Da ist etwa die Idee mit den Non-Books, die sich in Großbuchhandlungen rasant ausbreiten und vielerorts Bücher in den Hintergrund gedrängt haben. Fast ein Fünftel ihres Umsatzes machen die Elf- bis 20-Mann-Betriebe mittlerweile mit dem Buchbeiwerk. Tendenz steigend. Die Idee scheint für sie aufzugehen. Die kleinen Läden liegen mit 14 Prozent deutlich zurück. Gewollt.

Anders dürfte es bei der Onlinestrategie aussehen. Die 177 teilnehmenden Buchhandlungen würden durch die Bank weg sicher lieber mehr Umsatz über diesen Vertriebsweg generieren. Was aber im Jahresbetriebsvergleich zutage tritt, erzeugt geradezu ein kaltes Grausen. Gerade einmal 1,5 Prozent der Einnahmen sind es im Schnitt, die via Netz erwirtschaftet werden. Selbst die Großbuchhändler kommen über 2,7 Prozent nicht hinaus. Diese Zahlen sind weit entfernt davon, Amazon die Stirn bieten und sinkende stationäre Umsätze übers Netz auffangen zu können. Aufholen, lautet hier die Devise. Für alle!

Aufholen für alle heißt es auch beim E-Book-Verkauf. Homöopathische Dosen werden da bislang zu Protokoll gegeben, irgendwo nahe Null bewegt man sich. Der erfolgreiche Weg ins Digitale sieht anders aus.

Eine interessante Wende gibt es offenbar in Sachen Einkaufsgemeinschaft. Lange waren Verbünde das Terrain vor allem kleinerer Betriebsformen. Mittlerweile beziehen sowohl die Kleinsten als auch die Größten sieben Prozent ihrer Ware über einen Verbund. Nur die Mitte geht ihre eigenen Wege. Das aber muss ja nicht die schlechteste Strategie sein.

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