Die Sonntagsfrage

Wie kann man Amazon & Co. mit einem QR-Code überlisten?

Welcher Buchhändler hat das noch nicht erlebt? Kommt ein Kunde an den Büchertisch, fotografiert mit seinem Smartphone ein Buch – und bestellt es anschließend beim großen Online-Wettbewerber. Beate Scherzer von Proust Wörter & Töne weiß, wie man die Kunden davon überzeugt, über den Webshop ihrer Buchhandlung zu bestellen.

"Ich spreche die Kunden an und sage ihnen: 'Wenn Sie Bücher nur über die großen Plattformen kaufen, dann stehe ich hier bald nicht mehr mit dieser speziellen Auswahl, die sie dort so nur schwer finden werden.' Und dann bitte ich Sie, einen kleinen Zettel mit der Internetadresse unseres Online-Shops mitzunehmen, oder gleich mit ihrem Smartphone einen QR-Code einzuscannen, der sie automatisch zu unserem Shop führt. Auf diese Weise haben wir viele Kunden gewinnen können, die sonst zu Amazon & Co. abgewandert wären."

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39 Kommentar/e

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  • Katharina L.

    Katharina L.

    Passiert das wirklich so oft? Wieso sollte jemand, der ein Buch in der Buchhandlung schon in der Hand hat, bei Amazon bestellen? Es dauert doch länger ... Kapier ich nicht!?

    Ich für meinen Teil kaufe meine Bücher schon seit einiger Zeit in einer kleinen, aber feinen Buchhandlung bei mir um die Ecke. Sogar dann, wenn die das Buch bestellen müssen und es mit Amazon ebenso am nächsten Tag da wäre ;-)

  • Ralf Schiering

    Ralf Schiering

    @ Katharina L.: Ja, das passiert.

    Frau Scherzer macht noch eine andere wichtige, entscheidende Sache: Sie redet über ihren Online-Auftritt und empfiehlt ihn. Was sie bei diesem auch stolz tun kann: Gepflegt, aktuell, individuell und professionelles Shop-System.
    Dieses "Kunden-informieren" ist einer der Schritte, lokale Kunden zu Online-Offline-Kunden zu machen.
    Vgl. dazu den Artikel in einem anderen Fachmagazin in diesem Monat (@BBL-Redaktion: Hinweis seit gestattet ...).
    QR-Code selber erstellen ist übrigens ganz leicht.

  • S.V.

    S.V.

    Fehler Nummer 1: Wer mit dem Smartphone des Buch knipst sieht auf den ersten Blick, dass es im Internet das gleiche kostet. Warum sollte man es dann im Internet bestellen, wenn mans schon in der Hand hat? Die Kunden, die Bücher scannen, lesen sich m.E. eher Rezensionen zu diesem Buch auf Amazon durch und kaufen es dann vor Ort.

    Fehler Nummer 2: Den Kunden darauf ansprechen - mich würde das ziemlich annerven, wenn man mich mit dem verbalen Zeigefinger auf die Nutzung des Smartphones hinweist. Wenn ich mit meinem Smartphone herumhantiere ist das meine Privatsache

    Fehler Nummer 3: Einen "kleinen Zettel" mit der Web-Adresse ausgeben. Warum kleiner Zettel? Die Adresse und der Shop sollte überall ständig präsent sein, auf Kassenbons, Flyern, Plakaten. Das Internetgeschäft ist nicht nur so ein Wurmfortsatz am sonstigen Geschäft, es ist die Zukunft.

    Fehler Nummer 4: Mit Mitleid argumentieren. "dann stehe ich hier bald nicht mehr mit dieser speziellen Auswahl, die sie dort so nur schwer finden werden." – dieses Mitleid würde bei mir eher als hilfloser Frust rüberkommen. Und das gesagte stimmt nicht. Im Internet bekommt man alles. Lieber mit den Vorteilen argumentieren. Lieferzeit, Rückgaberecht, Geschenkservice und sonstige Services rund ums Buch, die es online nicht gibt. Seht euch Tante Emma-Läden oder TV-Verkäufer an. Die gibt es praktisch nicht mehr. Der Kunde geht nach Service und Euro, nicht nach Mitleid. Bieten Sie etwas spezielles, einen speziellen Service, dann wird der Kunde Sie dem Internet vorziehen.

    Fehler Nummer 5: Der QR-Code als Heilsbringer für die Generation Smartphone. Ein QR-Code bedeutet: Hier findest du für das Smartphone optimierte Inhalte. Der o.g. Shop ist aber nicht Smartphone-optimiert, er ist auf dem Smartphone geradezu unbenutzbar. Also besser: weglassen.

  • Schlechter Rat

    Schlechter Rat

    @ S.V.

    Volle Zustimmung!
    Vor allem die Mitleidsmasche ist unangenehm und peinlich und kommt gar nicht gut an!
    Alles in allem keine guten Empfehlungen von Frau Scherzer.

  • L.S.

    L.S.

    Ich schließe mich S.V. an.
    Ich würde eher mit einem unangenehmen, negativen Gefühl die Buchhandlung verlassen und vlt. in nächster Zeit nicht mehr hingehen.
    Ich selbst fotografiere schon jahrelang mit meinem Handy die Bücher. Ich stöbere im Internet ständig nach Neuem und betreibe auch einen Literaturblog. Manchmal sieht man aber in einer Buchhandlung ein unbekanntes Buch und fotografiert es, wie ich, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen, aus welches Gründen auch immer. Das muss aber nicht heißen, dass ich nicht in der Buchhandlung kaufen werde, sondern zwangsläufig bei Amazon. Ich gehe gerne in eine Buchhandlung zum Stöbern, auch wenn ich kein Geld dabei habe oder mein Kontingent an Büchern diesen Monat erschöpft ist - ich mag einfach das Gefühl...aber die Antwort oben finde ich doch etwas...nun ja...unpassend.

  • Armer Buchhändler

    Armer Buchhändler

    Arme Buchhändler, 20 Jahre Amazon und nix dazu gelernt. Ich hätte noch einen Tipp: wer ein HC abfotografiert sollte darauf hingewiesen werden, dass das TB doch viel billiger ist, bei Amazon sogar vielleicht gebraucht...

  • Helmer Pardun

    Helmer Pardun

    Jeder sich anbietende Versuch, statt ihn vo vornherein als Masche abzutun, sollte unternommen und zum eigenen (geschäftlichen) Wohl einem möglichen Falsifizierungtest unterzogen werden. Niemand weiß vorher, was sich nachher im Einzelfall als nützlich erweisen kann.

    Vielleicht sollte man mal wieder Watzlawiks "Anleitung zum Unglücklichsein" zu Rate ziehen.

    Hier sind ein paar Links zu QR, auch zum Erstellen einer eigenen Visitenkarte:

    http://goqr.me/
    http://businesscards.tec-it.com/
    http://www.weblog-deluxe.de/qr-codes-erstellen/

    Einfach mal ausprobieren. Grüße Pardun

  • Dennis Schmolk

    Dennis Schmolk

    Ganz persönlich: Spräche mich ein Buchhändler, den ich nicht kenne, auf meinen Smartphone-Gebrauch im Laden an, empfände ich das als Belästigung. Zetteln und Flyern kann ich ohnehin nichts abgewinnen. Die Chance, dass ich wiederkomme, sänke beträchtlich.

    Häufig sammle ich einfach Ideen: für Geschenke, Lektüren, Empfehlungen, zur Recherche. Manchmal komme ich zurück und kaufe es, oder ich kaufe es in einer anderen "kleinen" Buchhandlung, oder bestelle es für 3.- bei Amazon Marketplace, für Kindle oder per ZVAB, wenn es mir nur auf den Inhalt ankommt. Die meiste fotografierten Bücher kaufe ich nie.

    Andererseits: Ich bin aber auch kein normaler Buchhandelskunde, und in dieser Hinsicht kann ich Helmer nur zustimmen: Wer weiß, ob sich das nicht bewährt? Nur sollte der Buchhändler genau überlegen, wen er wie Frau Scherzer konfrontiert.

  • Helmer Pardun

    Helmer Pardun

    @ Dennis Schmolk - Hallo Dennis, interessant wo sich die "protoTYPEN" innovativ im Netz überall wiedertreffen bis man sich dann um den 14.10. in Frankfurt sieht. Ich glaube, von dem ursprünglichen Artikel von Beate Scherzer bis hin zu Zustimmung oder Abneigung in den Kommentaren hier gibt es eine allgegenwärtige Empfehlung im Umgang mit jeglichem Kunden, Buch oder Nicht-Buch, die sich als deutsches Wort sogar im Sprachschatz amerikanischer Antiquare (Rare-Book-Sellers) wiederfindet: "Fingerspitzengefühl".

    Andererseits würde man sich auf Seiten des Unterehmers/Verkäufers manchmal auch Kunden wünschen, die nicht mit einer Hand das Handy am Ohr telefonieren, mit der anderen Hand in der Tasche nach irgendetwas kramen und mit dritten dann auf irgendetwas etwas deuten, was sie gerne gezeigt oder erklärt bekommen oder kaufen würden.

  • Merfelle

    Merfelle

    Was macht Frau Scherzer eigentlich, wenn sie den fotografierenden Kunden in der Art anspricht und dieser ihr entgegnet... "Ich möchte den Buchtitel kurz meiner Frau mailen und fragen, ob sie nteressiert ist und ob ich ihr das Buch mitbringen soll"... entschuldigt sie sich dann für ihre Unterstellung? Zieht sie sich peinlich berührt zurück? Was tut sie?

  • Susanne Vieser

    Susanne Vieser

    Ich werde doch regelrecht vom Buchhandel zu Amazon geschickt: Kaufen Sie mal ein eBook im Buchhandel - das geht nicht. Dewr Handel bietet keine Möglichkeiten, einen reaqder mit einer persönlichen Auswahl aus dem Laden zu tragen. Rechtemanagement? Konten, die ich anlegen muss? Das ist nicht das Problem der Kunden, das ist die ungelöste Frage zwischen Handelö und Verlag!

    So fotografiere oder schreibe ich mir Titel auf, die ich hernach online bestelle - sicher nicht in der Buchhandlung, bei der ich stöberte. Inzwischen mache ich das bei gedrukcten Büchern immer öfter auch so! Und ich stelle mir bereits eine Handelslandschaft vor, in der die kleinen Läden nicht mehr existieren und auch die Großen Probleme bekommen. Aber bitte, liebe Buchhändler, dann heult nicht rum, dass der Kunde so untreu ..... Ihr müsst heute die Probleme füer eure Kunden lösen, auch wenn es technische sind!

  • N.S.

    N.S.

    Mir scheint, die Diskussion läuft in etwas abseitige Bahnen. Worum geht es hier? Darum, dass kleine Buchhandlungen engagiert sind und in ihrem Rahmen Lösungen suchen oder darum, generell auf den Buchhandlungen rumzukloppen?

    Zudem finde ich es schade, dass zum einen hier alle Buchhandlungen über einen Kamm geschert werden (es gibt einige kleine Buchhandlungen, die sich mittlerweile hervorragend in Sachen eBooks und eBook-Readern auskennen und das, obwohl sie an den eBooks kaum etwas verdienen - aber um diesen Umstand wissen eben die meisten nicht). Zum anderen bin ich etwas irritiert, dass einer Buchhändlerin, die ich als ausgesprochen umgänglich und freundlich kennengelernt habe, unterstellt wird, sie würde die Kunden geradezu überfallen und ihnen die Benutzung des Smartphones quasi verbieten. Wer einmal in dieser wunderbaren, mit viel Herzblut geführten Buchhandlung war, wird merken, dass hier ausreichend Gefühl für Kunden und Situationen herrscht, um zu wissen, wen man wann und wie ansprechen kann (eben das schon erwähnte Fingerspiengefühl). Und ich frage mich dann schon: Wo genau soll denn noch gestöbert werden, wenn die nette Buchhandlung um die Ecke pleite ist, in der man immer so gut und persönlich beraten wurde? Beisst sich die Katze da nicht in den Schwanz?

    Sicher, der Buchhandel - sowohl der verbreitende, als auch der produzierende - tut sich nach wie vor schwer mit den technischen Neuerungen und man fasst sich manchmal an den Kopf, wie schwerfällig das alles ist. Dennoch denke ich, dass es nicht zielführend ist, die kleinen Schritte, die unternommen werden, gleich mit dem Holzhammer zu bearbeiten. Dadurch wird wohl eher kein Fortschritt erreicht.

  • Jippi Ja Ja Jippi Jippi yeah ....

    Jippi Ja Ja Jippi Jippi yeah ....

    Das Gerede im Sortiment von mehr Service, Kompetenz in der Beratung, QR-Code aufschreiben, näher am Kunden sein, Dienstleistungs-Blabla aller Art, mehr Auswahl, Individualität, Mitleidsmasche, auf Amazon schimpfen usw ist letztlich nur ein allerletztes Aufbäumen eines Branchenzweigs, der zum Aussterben verdammt ist. In Zukunft gibt es sowieso nur noch Verlage und elektronische Plattformen für Bücher.

  • Bjørn Jagnow

    Bjørn Jagnow

    Ein Leben ohne lokalen Buchhandel ist heute schon möglich. Falls es (wieder) Gründe gibt, körperlich in eine Buchhandlung zu gehen, kommen und bleiben auch die Kunden. Ansonsten bleiben nur leidensverlängernde Maßnahmen.

  • Michael Kühnapfel

    Michael Kühnapfel

    Auch ich scanne die ISBN per Smartphone, um mir Bücher auf meine Wunschliste zu setzten. Ich kaufe Sie dann durchaus auch beim BH, später und wenn ich entschieden habe, ob ich ein E-Buch will oder nicht.

    Und würde auch gerne meine E-Bücher beim Buchhändler kaufen, gleich nach dem Stöbern. Aber welcher Buchhändler hat schon einen gut sortierten E-Buch-Shop? Daher hat die Idee durchaus etwas, die Shop Adresse im Laden überall präsent zu haben - auch als QR-Code.

    Andererseits fehlt es dem Buchhandel an allen Ecken und Enden - eine Frage wie: Gibt es dieses Buch auch als E-Buch ? löst allenfalls panisches Entsetzten aus. Und wir sind noch weit davon entfernt, jedes lieferbare E-Buch auch über den Buchhandel beziehen zu können. Dabei sind die Technologien vorhanden.

  • N.S.

    N.S.

    Und deswegen dürfen die Buchhändler also nicht mehr für sich und ihre Branche kämpfen und sollten den ganzen Quatsch einfach gleich lassen und sich ihrem Schicksal, also der "Verdammnis" hingeben? Interessante Einstellung, vor allem, wenn man bedenkt, dass die großen Ketten gerade Ladenfläche zurückbauen oder gar ganz schließen und die kleineren Buchhandlungen (das sind übrigens die, in denen noch echte Menschen stehen, mit denen man reden kann, die, die ihre Stammkunden so gut kennen, dass sie ihnen schon beim reinkommen die passenden Bücher in die Hand drücken, die organisieren auch sowas wie Lesungen, da kommen dann auch echte Menschen hin) wieder mehr Zulauf haben. Es soll ja sogar Neueröffnungen geben. Aber, ach, warum sich engagieren? Geht ja eh alles den Bach runter. Also schmeissen wir's doch gleich hin. Oder wie?

  • Schulanfängerin

    Schulanfängerin

    Ach ja, das schöne Internet...Nur muß ich lesen können,
    bevor ich es bediene und das habe ich in der Schule gelernt.
    Wer finanziert die Schulen? Wir lernten, der Staat über die
    Steuern. Von wem nimmt er sie? Richtig, von den Unternehmen und Bürgern in Luxemburg - oder habe ich
    in der Stunde falsch aufgepaßt? Auch mit der Mehrwertsteuer
    ist es so eine Sache, die soll dort auch weniger betragen.
    Wer von euch hat Kinder, die die gesamte von uns mitfinanzierte Bildung bis zum Uni durchlaufen?
    Dann schaut nach im Internet, wer wo seine Steuern
    zahlt.

  • Uschi

    Uschi

    @ N.S.

    Man darf eines nicht vergessen: Die nächste Generation wird nicht mehr an gedruckten Büchern interessiert sein. Da gilt nur noch die kurze Info über das Smartphone. Für mehr ist keine Zeit. Lesen, wie es die "Alten" kennen, wird es nur noch wenig geben. Und das bedeutet, keine gedruckten Bücher mehr. Weil es sich nicht lohnt. Und was macht dann der Buchhändler, wenn er nicht mehr am Buchrücken schnuppern kann?

  • Reisender

    Reisender

    Ich frage mich, warum Frau Scherzer in ihrer Buchhandlung Kunden nicht ansprechen darf, wenn diese ihre Ware fotografieren? Man stelle sich vor, ein Kunde würde mit einer großen digitalen Spiegelreflexkamera im Kaufhaus auftauchen und die dort präsentierten Kelidungsstücke abfotografieren. Eine freundliche Ansprache durch den Verkäufer wäre wohl eher die Ausnahme, ich vermute, es käme gleich ein kräftiger Herr vom SIcherheitsdienst. Offensichtlich leben einige schon so sehr in der virtuellen Welt, dass sie glauben, die normalen Regeln des alttäglichen Umganges gälten für sie schon nicht mehr.

  • Michael Geißler

    Michael Geißler

    Es ist zum Mäusemelken! So viele Kommentare (anscheinend von Lesern) und keiner ist des Lesens mächtig! Frau Scherzer spricht von "BÜCHERTISCHEN"! Das heißt von Büchertischen im Rahmen von Veranstaltungen, keinesfalls in der Buchhandlung. Dort sollte selbstverständlich das Fotografieren ohnehin unterlassen werden, manche Einzelhändler (und sie üben nur ihr Hausrecht aus) verbieten das Fotografieren in ihren Läden per se!
    Und für solche Büchertische finde ich es gut, das Publikum direkt anzusprechen, denn oft weiß der Besucher einer literarischen Veranstaltung gar nicht, welche Buchhandlung den Büchertisch macht.So macht man die (potentiellen) Kunden aufmerksam, dass es immer noch etwas anderes als Amazon gibt. Und das hoffentlich noch sehr lange!
    PS: Amazon hat noch nie einen Büchertisch ausgerichtet (glaube ich zumindest :-))

  • Schulanfängerin

    Schulanfängerin

    Das Fotografierproblem besteht tatsächlich bei Veranstaltungen und ich bitte dann höflich darum, es sein
    zu lassen, insbesondere wenn ich meine Originalbilder
    dabei habe. Aber wer ist denn dieser Herr Amazon, der
    in Luxemburg in einem Briefkasten wohnen soll, wie
    Diogenes in einer Tonne. Seltsames Wesen, das jeder
    zu kennen glaubt, aber noch nie jemand gesehen hat?

  • Michael Kühnapfel

    Michael Kühnapfel

    @Michael Geißler:
    Also, "meine" Buchhandlung hat auch außerhalb von Veranstaltungen thematische Büchertische, die auch so bezeichnet werden. Und das vermeintliche Fotografieren ist meist ein fotografisches Scannen des Barcodes bzw. des QR. Und das sollte eigentlich auch bei Veranstaltungen kein Problem sein. Aber natürlich hat der Händler Hausrecht und kann die Nutzung von Mobiltelefonen untersagen (wohlgemerkt, nicht das Fotografieren). Ob das allerdings weiterhilft? Dann doch lieber so ein Ansatz, wie bei Frau Scherzer.

  • peter&paul

    peter&paul

    1) @19 meine volle zustimmung!!!
    2) was machen eigentlich all die extensiven smartphone-nutzer und e-junkies, wenn sie im stationären eh nichts mehr abscannen können, weil es den nicht mehr gibt?
    oh gott, wie können sie dann ihre frau oder freunde befragen, ob denen dieses oder jenes buch/produkt wohl gefiele und sie es denn kaufen sollen?
    und wie bloß, erstelle ich dann meine wunschlisten oder sammle meine ideen?
    und warum gehen die e-fetischisten überhaupt noch in einen eh-laden, wenn sie doch ohnehin alles viel besser und bequemer im internet erledigen können?
    3) @13,14,18 sind m.e. doch etwas realitätsfremd, was die entwicklung der printmedien in der nahen zukunft betrifft; es wird mit sicherheit noch sehr lange gedruckte bücher geben, auch wenn vielleicht nicht jeder mehr in der lage sein wird, sie zu lesen und zu verstehen.

  • N.S.

    N.S.

    @Uschi: Sorry, aber das ist Schwarzmalerei und verkennt das Potential der Jugend. Ich habe so viele lesende Jugendliche in meiner Ver- und Bekanntschaft und treffe innerhalb meiner freien Tätigkeiten mehr als einen jungen Menschen, der sehr wohl sehr gerne liest. Und zwar mehr als 140 Zeichen. Und die einen bevorzugen das eBook, viele aber auch das gedruckte Buch. Klar gibt es ausreichend Jugendliche, die nicht lesen - aber gab es die nicht immer schon?

  • Sonja Lehmann

    Sonja Lehmann

    Ich verstehe hier die Diskussion nicht. Da bietet man Service an (QR Code) und dann ist es dem Kunden auch nicht recht, weil wir so auftringllich sind. Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Vom Einzelhandel wir gefordert mit dem Onlinehandel mitzuhalten.. dann versucht man es und dem Verbraucher ist es auch nicht recht. Was soll das denn.

  • Michael Geißler

    Michael Geißler

    @ Michael Kühnapfel:
    Natürlich darf der Inhaber oder Geschäftsführer das Fotografieren in seinem Laden untersagen. Er hat das Hausrecht! Gehen Sie mal zu Saturn, da hängen sogar Schilder, die das Fotografieren verbieten...
    Und im Übrigen stimme ich natürlich peter&paul vollkommen zu: Wenn es keinen Einzelhandel mehr gibt, wo sollen die Damen und Herren dann noch fotografieren?
    Und zu guter Letzt: Meine Kinder (16, 19, 23) lesen alle drei das gute alte Holzbuch. Und haben bisher auch noch nicht einmal nach dem ach so gehypten ebook gefragt. Mir ist nicht ganz so bange vor der Zukunft, wie es einige Schwarzmaler, aber auch viele sehr interessierte Kreise gerne hätten.

  • wettbewerber

    wettbewerber

    Gähnend langweilig wie hier immer wieder die gleichen Trolle ihr Unwesen treiben und den 'zum Untergang verdammten' ' zum Aussterben verurteilten' Buchhandel attackieren.

    GEHT SPIELEN...

  • Michael Kühnapfel

    Michael Kühnapfel

    @ Michael Geißler
    Das haben Sie wohl missverstanden oder ich habe das schlecht formuliert. Es ging mir nicht darum, was der Hausherr darf und was nicht, sondern dass in diesem Fall (Kunde nutze sein Mobiltelefon, um Bücherdaten zu erfassen und damit dann später bei Amazon zu kaufen)
    es nicht sinnvoll wäre, nur das fotografieren zu verbieten. Dann kann man das Mobiltelefon ja noch anderweitig nutzen. Welche Rechte mit dem Hausrecht verbunden sind, stand doch gar nicht zur Debatte.

  • Peter Kolling

    Peter Kolling

    1 Sonntagsfrage, 4 kurze Antwortsätze mit einem Beispiel und - Grundsatzdebatten, die mit dem Thema nichts mehr zu tun haben. Frage: Was machen andere Buchhandlungen, um Kunden von Amazon zurückzugewinnen oder deren Abwanderung zu verhindern?

  • N.S.

    N.S.

    Recht haben Sie, Herr Kolling. Also zurück zum Thema. Ich bin selbst nicht Buchhändlerin, komme aber aus einer Buchhandelsfamilie, war lange Jahre in Verlagen tätig und betreue u.a. derzeit eine kleine Buchhandlung aus dem Norden im Existenzgründercoaching.
    So altbacken es auf den ersten Blick klingen mag: Ich bin davon überzeugt, dass die guten, alten Stärken des lokalen Buchhandels weiterhin wichtig sind. Gute und individuelle Beratung, schöne Veranstaltungen und eine der Zielgruppe angepasste Auswahl an Büchern. Dazu ein guter Onlineshop, die Einbindung von FB (und anderen Social Media-Tools) und einige Kenntnisse im Bereich elektronisches Lesen. Das gehört für mich zur Grundausstattung.

    Klar, das ist nicht megainnovativ, aber ich stelle immer wieder fest, dass es - neben den den eben genannten Merkmalen - oft die kleinen Dinge sind, die Kunden begeistern: ob selbstgebackener Kuchen (und das habe ich mir nach einem einzigen Besuch in Ihrer Buchhandlung gemerkt!), eine intensive Recherche nach einem Buch, das eigentlich schon vergriffen scheint, dann aber doch noch beim Verlag ausgebuddelt wird oder die Tatsache, dass mein Buchhändler mittlerweile genau weiß, welche Bücher er mir ungefragt in die Hand drücken kann (und das sicher zielgenauer als amazon...).
    Ich stelle außerdem gerade fest, dass amazon deutlich langsamer in der Auslieferung geworden ist - wer kein Prime-Kunde ist, muss teilweise 3-4 Tage auf ein Buch warten, manchmal sogar länger. Und wenn die Buchhandlung um die Ecke da dann schneller ist, dann überlegen es sich sicher einige Leute, ob das nicht die bessere Alternative wäre. Und hier bin ich immer wieder erstaunt über die Reaktionen - auch wenn es für den Buchhändler sebstverständlich sein mag: Vielen Kunden ist immer noch nicht klar, dass Bücher zum nächsten Tag geliefert werden können. Darauf kann man also nicht oft genug hinweisen. (Wie auch auf die Buchpreisbindung...) 

    Letztlich sind es also zwei zentrale Punkte, die meiner Meinung nach ganz vorne stehen: Schnelligkeit in Kombination mit der Persönlichkeit des Buchhändlers - und gerade letzteres kann mir keine Online-Plattform der Welt bieten ...

  • max

    max

    nochmal zur Preisbindung.
    Heute ist der Erstverkaufstag des neuen Follett, Ladenpreis 29,99, bei Amazon ist er schon "gebraucht" zu haben, für 26,45. Der Verkäufer ist der Steigenberger Hof in Österreich, der fast jeden Bestseller schon "gebraucht" anbietet.
    Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt....

  • Schulanfängerin

    Schulanfängerin

    an Max: Der Anbieter darf ja auch noch die Amazon-Gebühr
    abführen, es ist wie mit dem Spielkasino, die Bank gewinnt
    immer. Alles unversteuert, das Problem haben ja auch die
    Engländer, die versuchen, der Briefkastenfirma einen
    Teil des Gewinns wieder abzunehmen, bislang erfolglos.

  • Hans-Peter von Altmoden

    Hans-Peter von Altmoden

    Die Ware bitte nicht zu scannen, um sie gegebenenfalls bei Amazon zu bestellen, ist weniger als Verbot zu verstehen, sondern als ein genereller Hinweis darauf, daß je mehr Leute die überdimensional großen Konzerne unterstützen, umso schneller die kulturelle Vielfalt des Landes dahinschwindet. Das gilt für viele Bereiche. Der handel muß vom kleinen Mann bestimmt werden, nicht von zwei bis fünf Megakonzernen. Ein Land ohne diese Vielfalt verliert seine Identität. Man sollte jeden kleinen, privaten Laden unterstützen, und da sie ebenfalls ihre Internetpräsenz anbieten, das Internet sinnvoll nutzen, sonst bestimmen die Megafirmen nicht nur die Innenstädte sondern auch das Internet. Amen.

  • Sasha

    Sasha

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Hier wurde sehr viel geschrieben - zu Recht! Ich möchte nur sagen, dass:

    Nummer 16 hat einen super Beitrag geschrieben!

    Nummer 19 einfach hervorragend!!! Danke!!!

    Nummer 23 Danke für diesen Beitrag!

    Nummer 25 Sie haben absolut recht!

    Nummer 31 Danke, hätten Sie es nicht geschrieben, ich hätte es sofort angebracht!!! Danke, danke!

    Nummer 33 Ja, sie haben vollkommen Recht. Schade, dass ihr Beitrag zum Schluss ist!

    Sorry, wollte nur kundgeben, welche Beiträg ich für absolut interessant halte! Man möge es mir verzeihen nichts Produktives mitgestaltet zu haben!

  • Alte Zeiten

    Alte Zeiten

    Hallo,

    könnte sein es geht dem Buchhandel in nächster Zeit wie dem guten alten Fotohandel... (Einziger Unterschied die Geschwindigkeit wird aufgrund Buchpreisbindung langsamer sein.)

    Ob Kette oder kleiner Läden, der Markt wird sich "bereinigen" überleben werden nur wenige und ob das die sind die QR-Visitenkarten vertreiben wage ich zu bezweifeln.

  • Neue Zeiten

    Neue Zeiten

    Tja, alte Zeiten, schau Dir mal die neuesten Finanznachrichten an, der Poker um Thalia/Douglas steht auf
    dem Höhepunkt, Oetker verkauft die Anteile.
    Wir werden sehen, was bleibt.

  • Martha

    Martha

    Pro Jahr werden etwa 70.000 meiner Bücher regulär verkauft. Die meisten im stationären Buchhandel, immer mehr online.

    In meiner Stadt gibt es eine recht ordentlich sortierte Traditionsbuchhandlung in der ich in den Pre-Internetzeiten immer begeistert eingekauft habe.

    Ich schreibe sog. Genre-Literatur. Fantasy, Liebesromane, Love&Landscape, Historisches. Keine Krimis.

    Man hat mich in dieser Buchhandlung ausgelacht, als ich vorschlug, dort eine verlagsbegleitete Buchpremiere zu machen. Man hat mir nicht einmal geantwortet, als ich fragte, ob man signierte Bücher über ihren Online-Shop vertreiben könnte.

    Was glauben Sie wohl, welche Shops ich mit meiner Website verknüpfe und wo ich selbst einkaufe?!

    Die Buchhändler ersticken an ihrem eigenen Dünkel. Das schadet uns Autoren, aber stärkt große Online-Buchhändler so sehr, dass sie jetzt den Angriff auf die Verlage geblasen haben. Die merken das nicht einmal. Vielen Dank auch!

  • Andreas Séché

    Andreas Séché

    Liebe Martha,
    ich glaube ebenfalls, dass der Handel Gefahr läuft, neben Kunden auch die Autoren an Amazon zu verlieren.
    Genau dieses Thema haben wir gerade auch in der Diskussionsrunde zu "Hochprofessionell sein" - vielleicht auch für Sie interessant?
    Hier:
    http://www.boersenblatt.net/549509/

  • Peter Kolling

    Peter Kolling

    Mein Gott, das steht doch alles gar nicht zur Debatte - vielleicht noch einmal oben die Sonntagsfrage durchlesen? Gibt es in diesem Blog eigentlich auch Buchhandlungen, die substantielles beitragen könnten oder ist dies die Spielwiese für freie Reflektion aller Art?

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