Konferenz Epublish: Homer 3.0

Mut zum Experiment

In Berlin trifft sich heute die E-Publishing-Szene zum zweiten Teil der zweitägigen Konferenz E-Publish: Homer 3.0. Stichwörter des digitalen Gipfels sind einmal mehr neue Geschäftsmodelle, Workflow-Lösungen, E-Book-Formate, Webshops und Urheberrecht.

Eine Frage, die für alle E-Book-Produzenten immer wichtiger wird, ist, ob künftig mehr gekauft oder nur noch genutzt wird. Die Diskussion um E-Book-Leihmodelle und Onleihe zeigt, wie virulent dieses Thema ist. Silke Borgstedt vom Sinus-Institut griff es in ihrer Keynote am Vormittag des zweiten Konferenztages auf: "Warum wir immer weniger besitzen und immer mehr nutzen wollen." Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB, hielt passend dazu einen Vortrag zu Lending-Modellen in der Buchbranche.

Bei den Table Sessions am späteren Vormittag wurden viele Detailprobleme erörtert, beispielsweise die Frage, ob für multimediale Inhalte eine App oder ein E-Book im Format EPUB 3.0 besser geeignet ist. Die Antwort von Vedat Demirdöven, IT-Projektleiter bei Kiepenheuer & Witsch: "EPUB 3.0". Derzeit sei allerdings die Software herkömmlicher E-Reader noch nicht so weit, um alle multimedialen oder interaktiven Elemente anzuzeigen. Dies sei bisher am besten auf dem iPad möglich.

Ein Social-Writing-Experiment stellte der Hamburger Branchenberater und Science-Fiction-Autor Karl-Ludwig von Wendt an einem anderen Tisch während der Table Sessions vor. Er schrieb (unter seinem Pseudonym Karl Olsberg) einen SF-Roman, den die Leser im Internet weiterschreiben sollten: "Mygnia". Auf der zugehörigen Website Mygnia.de konnten sich Fans registrieren, Fortsetzungsgeschichten beisteuern und Einträge anderer Community-Mitglieder kommentieren. Der große Erfolg blieb aus, doch von Wendt ist zuversichtlich: Beim nächsten Projekt wird es besser laufen. Im Mittelpunkt steht dabei eine literarische Marke, die wiederbelebt werden soll – mit den Möglichkeiten von Fanfiction und Community.

 

Streitobjekt Urheberrecht: Am frühen Nachmittag lieferten sich René Strien, verlegerischer Leiter des Aufbau-Verlags, und der Blogger und Journalist Marcel Weiss einen Schlagabtausch nach dem Vorbild amerikanischer Präsidenten-Duells.

Schlagworte:

1 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • franz wanner

    franz wanner

    ja, Mut zum Experiment.
    Lächelnd sei angemerkt, den noch unentschiedenen Streit zur Urheberschaft von Homer wird es wohl für künftige Produktionen nicht mehr geben. Da geht es dann nur noch um Verwertungsrechte/anteile.

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld