Druckindustrie

Lösung für Stürtz gefunden

Drei Wochen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat sich ein Käufer für den Würzburger Druck- und Mediendienstleister Stürtz gefunden - aus den eigenen Reihen. Eine Erwerbergesellschaft hat das Druckunternehmen übernommen. Die fünf Gesellschafter kommen aus dem Umkreis des früheren niederländischen Mutterhauses Euradius, darunter ist auch der aktuelle Stürtz-Geschäftsführer Ronald Hof.

Insolvenzverwalter und Sanierungsexperte Jan Markus Plathner von der Frankfurter Kanzlei Brinkmann und Partner habe damit "nach langen, angespannten Monaten sowie intensiven Verhandlungen" eine Lösung für den Traditionsbetrieb finden können, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Über den Kaufpreis sei Vertraulichkeit vereinbart worden.

Aus dem Pool der Interessenten hätten sich zuletzt zwei potenzielle Erwerber herauskristallisiert, so das Unternehmen. Das Konzept der jetzigen Käufer sei aus Sicht der Gläubiger und der beteiligten Banken am vorteilhaftesten. Mitgesellschafter Ronald Hof soll weiterhin für die Stürtz-Gruppe verantwortlich sein.

Er ist Vorstandschef des früheren niederländischen Druckhauses Euradius, das Stürtz 2004 von Springer Sciene + Business Media übernommen hatte und das sich ebenfalls neu aufgestellt hat. Auch die niederländischen Teile von Euradius sind zu Beginn des Jahres 2013 in Insolvenz gegangen. Der Geschäftsbetrieb wurde, wie jetzt bei Stürtz, von neu gegründeten Holdings zurückerworben - dazu gehören die Printforce Holding (Digitaldruckstandort in Alphen aan den Rijn) und die Ten Brink Holding (Bogendruck und Weiterverarbeitung in Meppel). Die Gesellschafter aller drei neuen Holdings waren vorher auch Gesellschafter der Euradius Gruppe.

Zurück zum Fall Stürtz: "Die Veräußerung des Geschäftsbetriebs an die Erwerbergesellschaft", so Insolvenzverwalter Plathner, "bietet die Chance, einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze am Standort Würzburg zu erhalten. Die Sanierung eines Unternehmens der Druckbranche ist keine Selbstverständlichkeit, insofern sind wir froh, nunmehr eine Fortführungslösung gefunden zu haben."

Rund 300 Mitarbeiter und Auszubildende der bisherigen GmbH haben in der neu gegründeten Gesellschaft unter dem Namen Stürtz GmbH einen Arbeitsplatz erhalten. Im Rahmen einer umfangreichen Restrukturierung habe sich die Druckerei in den vergangenen Monaten von 78 Mitarbeitern trennen müssen, so das Unternehmen. Für die ausscheidenden Mitarbeiter ist eine Transfergesellschaft eingerichtet worden.

Die überwiegende Mehrheit der Kunden sei dem Unternehmen auch in der angespannten Situation der Insolvenz treu geblieben, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Produktion in der Druckerei und der Buchbinderei laufe stabil.

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