Verlage bei Twitter

Denn sie wissen nicht, was sie tun?

Für Edda Braun ist Twitter eine Art zweites Zuhause – in dem ihr nur eines missfällt: Wie Verlage sich hier präsentieren. "Die meisten twittern zum Einschlafen langweilig", meint die Buchhändlerin aus Ochsenfurt (Buchhandlung am Turm). Ein Gespräch über lahme Links und die Kunst der kleinen Geste. VON INTERVIEW: TAMARA WEISE

"Verlange bald Tweetgebühr von den Verlagen. Die meisten twittern zum Einschlafen langweilig": So etwas liest man von Ihnen selten, gewöhnlich lassen Sie via Twitter nie Dampf ab. Warum jetzt?   
Braun: Weil es kein Ende nimmt mit trivialen Tweets, die den Charme amtlicher Verlautbarungen haben und obendrein noch einen Link enthalten, der auf einen anderen Kanal verweist – nach dem Motto: Habe Bilder auf Facebook gepostet … Diese Unart beobachte ich sowohl bei großen als auch bei kleinen Verlagen. Hinzu kommen reichlich Rechtschreib- und Kommafehler. Ich ärgere und wundere mich jedes Mal darüber, finde es aber im Grunde nur schade.

Gibt es aus Ihrer Sicht auch Verlage, die ihre Sache gut machen?
Braun: Allerdings. Rowohlt zum Beispiel.

Was stört Sie an Nachrichten mit Verlinkungen?
Braun: Sie hinterlassen bei mir den Eindruck, dass sich ihre Absender nicht überlegen, wo sie sich bewegen – dass sie sich also nicht auf Twitter einlassen. Oft genug gelangt man auf eine Seite, auf der man sich dann nur wieder verliert. In 99 von 100 Fällen klicke ich die Links nicht mehr an. Ich finde, alles sollte im Tweet stehen.

Und wenn 140 Zeichen nicht ausreichen?
Braun: Dann schreibt man eben zwei Tweets. Das wäre allemal besser, als wieder nur irgendwohin zu verlinken.  

Sie sind seit März 2011 dabei, verschicken monatlich 1.000 Tweets und mehr – und kommen mittlerweile auf mehr als 1.500 Follower. Das schafft selbst Thalia nicht. Ihr Rezept?
Braun: So würde ich das gar nicht nennen, was ich mache. Ich vertrete nur die Ansicht, dass Follower auch unterhalten werden wollen – Informationen habe alle ja mehr als genug.   

Wie unterhalten Sie?
Braun: Meine Tweets enthalten in erster Linie Sinnsprüche, Zitate aus Büchern, Lyrik. Von mir und über mich schreibe ich nur wenig.

Zahlt sich das aus?
Braun: Wenn es nur darum ginge, müsste ich meinen Twitteraccount aufgeben. Werbetechnisch betrachtet ist die Sache, ehrlich gesagt, eher Zeitschwendung – in Ochsenfurt wird leider nicht so viel getwittert. Es ist eher so, dass ich bundesweit kostenlose Werbung für Verlage mache: Ich bekomme oft Anfragen nach Buchtiteln und höre dann, dass die Bücher auch gekauft wurden, wenn auch nicht bei mir. Aber das ist auch gut.

Welche Tweets lesen Sie am liebsten?

Braun: Die von Autoren. Sie twittern einfach interessanter, verstehen es deutlich besser, Leser emotional einzubinden, sie neugierig zu machen, zum Nachdenken oder zum Lachen zu bringen. Autoren beherrschen die Kunst der kleinen Geste.

Wie sieht ihr Twitter-Tag aus?
Braun: Mein Tag beginnt mit Twitter, und er endet damit. Die meisten Zitate, die ich twittere, entdecke ich zufällig.

Für Ihre Facebook-Seite nehmen Sie sich deutlich weniger Zeit. Warum?
Braun: Mit Facebook konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Twitter liegt mir mehr: Die Geschwindigkeit des Mediums und die Art und Weise, wie Leute hier miteinander unterwegs sind – das ist genau meine Sache.    
 
Edda Braun ist Inhaberin der Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt. Sie twittert unter: @TurmBuchOch.

 

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32 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • PhantaNews

    PhantaNews

    Überschrift: "sie wissen nicht, was sie tun" und dann dieser Satz:

    "Meine Tweets enthalten in erster Linie Sinnsprüche, Zitate aus Büchern, Lyrik. Von mir und über mich schreibe ich nur wenig."

    Überschrift offensichtlich korrekt. Nicht nur auf die Verlage bezogen.

  • Wortschubse

    Wortschubse

    Jedem Tierchen sein Plaisirchen!
    1000 und mehr Tweets, ;-))

  • Schokolinse

    Schokolinse

    Also irgendwie erscheint mir Frau Brauns vorgehen etwas abstrus... auf der einen Seite fordert sie tolle Unterhaltung ("Die meisten twittern zum Einschlafen langweilig") auf der anderen Seite twittert sie selbst ".. in erster Linie Sinnsprüche, Zitate und Lyrik aus Büchern..." und nichts über sich selbst. Hüstel.... Sinnsprüche, Zitate aus Büchern und Lyrik kann ich mir selbst zusammenstellen. Dafür brauch ich Frau Braun nicht. Beim twittern möchte ich ja interesante Informationen und keine abgeschriebenen Sinnsprüche, Zitate usw.

  • Gelangweilter

    Gelangweilter

    hat sie als buchhändlerin nichts zu tun und keine realen freunde?
    aber viele leute wollen sich in diversen foren mit zitaten groß rausstellen, nur was soll das?

  • Maske

    Maske

    Bei Twitter rumflittern ist das Eine, persönliche Bekanntschaften benötigen Offenheit, das reale Leben zu zeigen. Und da sieht es bei manchem Twitterer düster aus, arg düster.

  • Draußen nur Kännchen

    Draußen nur Kännchen

    "...Braun: Mein Tag beginnt mit Twitter, und er endet damit.."

    Irgendwie traurig. Ich z.B. verbringe das Ende des Tages mit meiner Familie bei einer guten Unterhaltung, Spaß und Freude. Und nicht mit Kurzmitteilungen, welchen Schlafanzug ich tragen werde.

  • sehnsucht

    sehnsucht

    wir alle wollen geliebt werden, dafür greifen wir gerne in die trickkiste. es wird sich heiss getwittert und schon sind
    1500 ebenso gelangweilte follower generiert.
    ist der titel "twitterkönigin" schon vergeben?

  • Branchenkenner

    Branchenkenner

    Ach ja, so is das.

    Viele Kommentarschreiber hier offenbaren recht deutlich, dass sie es im Prinzip genau so wie die Kanzlerin sehen: "Das alles ist halt noch Neuland."

    Willkommen in der Welt des Buchhandels, der Offline-Fraktion des digitalen Zeitalters ...

  • Onkel Erwin

    Onkel Erwin

    @ sehnsucht

    "... ist der titel "twitterkönigin" schon vergeben?..."

    Ich glaube Rhianna hat mehr Tweets...

  • Jörg Hopfgarten

    Jörg Hopfgarten

    Mein Beileid, Frau Braun - wenn man sich hier mit kollegialen Verbesserungsvorschlägen aus der Deckung wagt kommt gleich der Mob und übt sich in Häme.
    Dabei könnten die Verlage es sicherlich besser. Heute morgen las ich folgenden Tweet: https://twitter.com/Ullstein/status/34907581640097 3824
    Tip von meiner Seite: Bitte was persönliches schreiben, die automatisch von Youtube generierten Tweets schrecken eher ab.

  • Joachim Höper

    Joachim Höper

    Puh, also so richtig überzeugend klingt das aber nicht. Und ich weiß nicht, ob man so die Kluft zwischen den Onlinern und (vermeintlichen) Offlinern überbrücken kann.

    Die Chance von Twitter ist doch nun mal gerade auch "Authentizität". Ich bin oftmals dankbar für Links zu Studien oder Vorträgen und kurzen Anmerken zur Bewertung oder Einordnung, gern auch mit einem zweiten Tweet, wenn der erste nicht reicht. Das hat am Anfang ein bischen gedauert, bis ich den Nutzen von Twitter für meine ganz reale Arbeit erkannt habe.

    Nach anfänglichem Reiz erhalten reine Sprüche-Twitterer von mir ein Klick auf "Entfolgen". Es gab mal in den 80ern Gedichtbände mit dem Untertitel "Texte, die man sich schenken kann". Diese damals drollig ungewollte Doppeldeutigkeit gilt heutzutage m.E. für so manchen Twitter Account.

    @ Branchenkenner: "Willkommen in der Welt des Buchhandels, der Offline-Fraktion des digitalen Zeitalters ..." Ach, so einfach kann man sich das auch nicht machen. Was Frau Braun über ihre Nutzung schreibt klingt, relativ beliebig und zufällig und bei ca. 1000 Tweets pro Monat, frag ich mich natürlich, womit oder wer für sie das Geld verdient.

    Ich würde es mal so formulieren:
    Seid authentisch, erzählt Geschichten, stiftet Nutzen, aber übertreibt es auch nicht, dann ist #Twitter keine Zeitverschwendung.

  • Jana Stahl

    Jana Stahl

    Ich folge Edda Braun aka @turmbuchoch sehr gerne und schon seit einiger Zeit. Ihre Tweet-Mischung finde ich sehr erfrischend und eine Werbung fürs Buch generell. Auch die ein oder andere Autorenentdeckung ist immer wieder dabei.

  • Weckla

    Weckla

    @ Joachim Höper
    "...womit oder wer für sie das Geld verdient."

    Ich kenne Frau Braun und weiss die Antwort: der Ehemann,
    Herr Klaus Braun, der wie ein Uhrwerk ganzjährig im Buchladen agiert.
    Grüsse aus Franken!

  • Gesine von Prittwitz

    Gesine von Prittwitz

    Ich meine ja, dass die Art und Weise, wie hier auf eine Meinungsäußerung reagiert wird, schlechter Stil ist. Und frage: Steht das Mitgliedern und Zuträgern einer Branche gut zu Gesicht, die in Berlin auf den Buchtagen just die Freiheit des (geschriebenen) Wortes hochgehalten haben?
    BTW: In der Sache stimme ich Edda Braun aka @TurmBuchOch zu: Nur wenige Verlage wissen, was sie im Social Web tun...

  • Buch-Gretel

    Buch-Gretel

    Man mag über dieses Interview denken wie man will, Frau Braun hat sich selbst und der Twitterei damit keinen großen Gefallen getan. Dennoch finde ich das Niveau der Kommentare auf diesen Artikel für unsere Branche ziemlich beschämend.

  • Susanne Martin

    Susanne Martin

    Das schöne an Twitter ist doch, daß man sich entscheiden kann, jemandem zu folgen, dessen Tweets man interessant findet. Das sind bei Frau Braun immerhin 1500 Twitterer, denen ihre Tweets offensichtlich gefallen. Ich habe zu manchen ihrer Aussagen eine andere Meinung, aber in einem Punkt gebe ich Frau Braun absolut recht: Wer sich darauf beschränkt, nur automatisierte Werbetweets zu verschicken, dem entgeht ein wesentlicher Aspekt von Twitter: Der der Vernetzung und der Kommunikation. Hier verschenken viele Unternehmen, auch Verlage, noch Potential.
    Schade, daß die Kommentare hier teilweise (mal wieder) polemisch sind und an der Sache vorbeigehen.

  • Ansgar

    Ansgar

    Das Niveau der Kommentare und das des Interviews
    sind nur identisch. Also, alles im harmonischen Bereich.

  • Der Oli

    Der Oli

    Hm, ich finde die Kommentare eigentlich nicht "beschämend". Und unter "niveaulos" verstehe ich auch etwas anderes. Hach, vielleicht sind die Buchhändler auch einfach zu üntellektuell ;-)

  • Schnarch...

    Schnarch...

    Mit Twitter aufstehen und in's Bett gehen...?!?
    Für mich eine trostlose Vorstellung...

    Ich bin den sogenannten Neuen Medien gegenüber sehr aufgeschlossen, fit am PC, nenne einen eReader mein Eigen, etc., bin aber weder bei facebook, WKW oder sonst irgendeinem sozialen Netzwerk.

    Ich bin beruflich derart eingespannt, da bin ich schon froh, wenn ich meine privaten Mails beantworten kann, bzw. freie Zeit nutze ich dann lieber für persönliche Gespräche (und Tätigkeiten).

  • Aufwach.......

    Aufwach.......

    Twitter (Facebook) kanalisiert die Massen.
    Das ist beabsichtigt, ganz im Sinne der NWO-Initiatoren.

  • NoName

    NoName

    Meine Güte...anstatt sich zu freuen,dass auch über "neue Medien" unser gutes,altes Medium Buch beworben wird,wird sich gleich wieder darauf gestürzt und gemeckert...lasst die gute Frau doch twittern (und wenn man mal auf die Seite guckt,dann sind das auch gar keine so schlechten Zitate) und jeder sollte doch selbst entscheiden dürfen, wie er seinen Tag nun gestaltet!

  • Wibke Ladwig

    Wibke Ladwig

    Ich wundere mich doch immer wieder über die Art und Weise, wie hier in den Kommentaren auf Kolleginnen und Kollegen eingehackt wird.

    In diesem Fall aber auch eine Bitte ans Börsenblatt: Bitte reichern Sie doch solche Artikel mit Beispielen an, z.B. Screenshots oder Einbetten von Tweets. Ein Link zum Twitteraccount von Edda wäre sicher auch hilfreicher als nur der zur Buchhändlerin.

    Auch ein paar Beispiele für wenig gelungene und vorbildliche Tweets von Verlagen wäre sinnvoll. Dann könnten wir uns vielleicht viele dieser "Hau druff!"-Kommentare von Menschen sparen, die sich unter Twitter wenig vorstellen können.

    Ich schätze die Tweets von Edda, weil sie mir immer wieder zwischendurch Literatur ins Bewusstsein bringt. Durch Edda beginnt mein Tag oft mit Lyrik. Denn auch ich schaue morgens als erstes in Twitter hinein, quasi meine Morgenzeitung vor der gedruckten Zeitung. Sie spielt mit Haikus und schreibt liebevolle Tweets, die Lust auf Literatur machen. Wenn ich mal in die Nähe von Ochsenfurt komme, werde ich sicher einen Schlenker machen, um die Buchhandlung zu besuchen und Bücher zu kaufen.

    Und diese Richter hier über die Zeit von anderen sollten vielleicht mal darüber nachdenken, wieviel sie z.B. abends vorm Fernseher sitzen ... Wie war das? Jeder Bundesbürger durchschnittlich bvier Stunden pro Tag? Tja, würden sie mal lieber ein Buch lesen - und dann darüber twittern.




  • Christian Spließ

    Christian Spließ

    Da kann ich Wibke Ladwig nur Beipflichten - Screenshots von gelungenen oder misslungenen Tweets machen die Sache greifbarer.
    Und wie immer scheint es: Wem der Schuh passt, den zieht sich dieser auch an - oder wenn Hunde bellen dann meistens auch wenn sie getroffen wurden mit Kritik oder Einsichten oder anderem.
    Aber es scheint so zu sein dass die Branche sich mit Händen und Füßen weigert zu akzeptieren, dass das Internet neue Formen der Informationsvermittlung hervorbrachte. Schade, dass das letzte Telegramm vor kurzem in Indien zugestellt wurde...
    (Das war Sarkasmus.)

  • Silke Bicker

    Silke Bicker

    Danke Wibke Ladwig - mein Kopfschütteln über viele drüber stehende Kommentare hat sich ein Kopfnicken bei Ihnen gewandelt! (ernst gemeint)
    Das Mitlesen hier ist manchmal gar nicht schlecht für die Schreibtisch geplagte Nackenmuskulatur (ironisch gemeint)

  • Never

    Never

    Wenn man sich zu weit aus dem Fenster lehnt, kann es sein, dass alles ruhig bleibt, nichts passiert.

    Es kann allerdings auch sein, dass einem ein rauher Wind
    entgegen bläst, man von Hagelkörnern getroffen wird,
    vom Regen durchnässt wird, oder auch von ein paar Sonnenstrahlen erwärmt wird.

  • Antje Findeklee

    Antje Findeklee

    Einige der bisherigen, teils hämischen Kommentare bringen mich wirklich zum Kopfschütteln. Und ich frage mich, ob die Verfasser etwas Grundlegendes nicht realisieren (wollen?): dass sich Kommunikation und Kundenansprache ändern, sich immer geändert haben, sich immer ändern werden. Frau Braun hat das begriffen, der Reisebuchladen in Heidelberg (@Reisebuchladen) hat es begriffen, Susanne Martin von der Schiller-Buchhandlung in Stuttgart (@SchillerBuch) hat es begriffen, um nur ein paar Beispiele aus dem Buchhandel zu nennen (es gibt viele mehr, natürlich auch von Verlagen, um die es hier eigentlich ging).

    Sie sind präsent in einem Kommunikationskanal, der für einige hier offenbar unvorstellbar, für viele andere aber längst selbstverständlich ist - und zwar nicht in Form simpler Werbebotschaften, sondern als die Menschen, denen wir beispielsweise als BuchhändlerIn oder VerlagsvertreterIn begegnen. Sie machen Bücher, den Buchhandel und die Verlage sichtbar, sie zeigen täglich, dass es mehr gibt als große Online-Anbieter, die genau diese persönliche Ansprache und Beratung eben nicht bieten - ein Alleinstellungsmerkmal (und vielleicht sogar die einzige Überlebenschance?) für die stationären Anbieter.

    Ich danke Frau Braun für ihre Tweets, ich möchte keinen davon missen - sei es ein Haiku, sei es eine nette Begebenheit aus der Buchhandlung, ein Buch-, ein Autorentipp. Was hier fälschlich als banal abgestraft wird, gibt nicht nur einer Buchhandlung in Ochsenfurt ein ganz besonderes Gesicht - es macht vielleicht auch manche darauf aufmerksam, dass sie in ihren Wohnorten eben solche Kleinode haben. Auch den Appell, sich wirklich auf Twitter einzulassen, weil es sonst nicht funktioniert, kann ich nur unterstützen. Dieser Kanal liegt nicht allen, und sich dazu zu zwingen, bringt nichts. Aber Arroganz oder Belustigung über "neue" Wege (die längst nicht mehr neu sind) führen in eine Sackgasse.

  • Dagmar Eckhardt

    Dagmar Eckhardt

    Es nützt ja nix - dieses Social-Media-Dings ist da und gedenkt zu bleiben.
    Twitter schaut seltsam aus, aber es lässt sich recht einfach erlernen. Gerade als Buchhändlerin - wir sind das Spielen mit Worten und das Finden prägnanter Formulierungen gewohnt. Gerade unsere Kernkompetenzen machen uns zu Social-Media-Talenten!
    Ob es sich für einen lohnt oder nicht - das muss jeder selbst entscheiden. Das gilt aber für Twitter genauso wie für Buchausstellungen in Kindergärten.

  • Par Don

    Par Don

    Bald wird sich zeigen, ob das Social-Media-Dings bleiben wird, und auch wer dann hilflos in der Sackgasse dümpelt.
    Die Menschen besinnen sich mehr und mehr auf das
    Wesentliche des Lebens - da sind Bücher nur am Rande
    hilfreich. Die Arroganz mancher Händler bestätigt
    meine Aussage. Intellektueller Dünkel ruht auf dünnem
    Fundament!

  • E-Leser

    E-Leser

    Frau Braun hat doch recht!

    Wer etwas über Twitter mitteilen möchte, soll dies in 140 Zeichen (oder notfalls auch zwei mal 140 Zeichen) tun, oder es besser lassen.

    Ergibt ein Tweet für sich allein keinen Sinn, da er nur eine Verlinkung darstellt, hat der Sender den Sinn von Twitter nicht erfaßt. Übrigens sind diese Fehler kein "Neuland", bestanden in den Anfängen doch auch diverse e-Mail-Newsletter nur aus automatisierten Meldungen, dass es etwas neues auf der Homepage gebe und man den Link klicken solle. Das kann es ja nicht sein.

    Ein Twitter-Acount sollte so gefüttert werden, wie es z.B. https://twitter.com/metronom4me macht. Das ist nun kein Verlag sondern eine Eisenbahngesellschaft, zeigt aber auf, was man in 140 Zeichen mitteilen kann, wenn man will.






  • Heinzi

    Heinzi

    @29 puh, jetzt habe ich mir Ihr Beispiel https://twitter.com/metronom4me mal angesehen. Da gehts ja unerfreulich zu: "Streckensperrung wegen Personenunfall", Streckensperrung wegen eines Schienenbruchs".
    Haben Sie nicht auch was netteres?

  • Joachim Höper

    Joachim Höper

    @wibke ladwig: Da möchte ich nun doch noch einmal antworten, weil ich mich hier in meinem Kommentar angesprochen fühle.

    Vorab, damit wir uns nicht missverstehen:
    1) Jeder kann twittern, was er will, wieviel sie will.
    2) Jeder kann folgen wem er will und entfolgen wem sie will.
    3) Ich bin vollkommen einverstanden mit der Bitte ans Börsenblatt hier mal schöne Beispiele und misslungene Beispiele zu zeigen, damit man etwas davon lernen kann.

    Da diese Diskussion aber beim Börsenblatt stattfindet - also in der Branche, die noch Verlage und Buchhändler repräsentiert - und Frau Braun sich ja auch dezidiert zu schrecklichen Tweets von Verlagen äußert, war ich verblüfft, was sie dem als Alternative gegenüber stellt. Um es noch mal zu sagen, es gilt 1) und 2), aber ich nehme auch wahr, dass die Kluft zwischen denen, die z.B. Twitter nutzen und denen, die das nicht tun und/oder es auch nicht verstehen immer größer wird.

    Ich persönlich habe mich von einigen Kollegen in der Branche, die ich über Twitter "kennengelernt" habe und sehr schätze für ihre Kompetenzen und ihre Tweets zeitweise wieder entfolgt, weil ich schlicht nicht die Zeit und Aufmerksamkeitsspanne habe, die Perlen in dem Twitter-Gewitter zu finden. Und ja, das können natürlich auch schöne Zitate und mal lustige Sprüche sein zwischen fachlichen Hinweisen oder Kommentaren, das Leben hat ja viel zu bieten. Und ja, was beklage ich mich, ich muss denen ja nicht folgen, ich bedauere es aber manchmmal, und bedauere einen oftmals (scheinbar!?) zu unreflektierten Umgang, der dann meine Zeit frisst oder ich übersehe etwas, was ich eigentlich brauchen würde. Damit will ich niemandem vorschreiben, was er oder sie twittert oder wie viel, aber hier mal zu sagen, „Schade, ich würde ‚XY gern folgen, weil ich die Person oder die Themen spannend finde, aber 1000 Tweets pro Monat, sorry, das ist mir (!) zu viel.

    Es liegt ja in der Natur der Sache, dass die Grenzen zwischen beruflicher und privater Nutzung bei einem Medium wie Twitter zunehmend verschwimmen. Deshalb ist die Kritik mit dem TV-Konsum sowohl richtig, wie auch falsch. Entscheidend ist doch, wie Kolleginnen und Kollegen in der Branche einen Zugang zu dem Medium bekommen und das für sich und ihr Unternehmen sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren können. Ob ich abends twittere, TV gucke, ein Buch lese, Sport treibe oder mal gar nichts mache, ist ja immer noch meine eigene Entscheidung. Es geht doch zumal bei dem Diskussionort hier beim Börsenblatt mehr darum, wie ich das in meinen Arbeitszusammenhang integrieren kann.

    Hilfreich wäre m.E. mal eine ausführliche Vorstellung, welche Twitter-Szenarien es gibt und zwar für für Verlage (kleine, große), für lokale Buchhandlungen, für Ketten, für Autoren, Twittern für die Gattung „Buch“, was auch immer.... – (Das ist ja auch Ihre Mission, ich habe Ihren Vortrag in Leipzig im März leider nur knapp verpasst!)

    Irgendwie macht sich das hier alles an dem viel zu kurzen Interview von Frau Braun fest, wo es doch um viel grundsätzlichere Fragen geht. Wenn sie ihr Engagement für das Lesen und das Buch allgemein beschreibt ist das ja o.k., kann sie ja tun. Man kann folgen oder auch nicht. Im Sinne von Best-Practice wäre hier die Frage: Ist das ein Modell für eine kleinere oder mittelgroße Buchhandlung, um lokal oder regional auf sich aufmerksam zu machen? Von daher war meine Frage, womit sie oder wer das Geld verdient auf den ersten Blick vielleicht etwas tendenziös, auf den zweiten Blick ist das doch aber genau die Frage, auf die man Antworten finden muss. Ich glaube, dass man hier Twitter und Facebook und Co. sehr wohl für seine lokale Kundschaft nutzen kann, dass die dann auch im Laden auftauchen und letztlich, etwas kaufen. Vielleicht tun das Kunden in Ochsenfurt, ich war da leider noch nicht, das kann also nur Frau Braun beantworten. Einige Kommentatorinnen haben ja auch noch dankenswerter Weise ein paar Beispiele genannt.

    Wenn Verlage und Buchhandlungen es nicht schaffen, in dieser heutigen Zeit erkennbar Profile und damit Strukturierungen in der Infomationsflut zu bieten, dann kann man die Sinnfrage stellen. Davon bin ich jeden Tag mehr überzeugt. Und ob man das mit 1000 Tweets pro Monat macht, darüber kann man sich ja durchaus streiten ohne gleich als "Hau Druff" abgetan zu werden. Automatisierte Tweets aus Datenbanken gehören sicherlich auch nicht dazu, die Akzeptanz für dieses Medium zu stärken.

    Was hier von einigen in den Kommentaren als „Hau-Druff“ bezeichnet wird, ist meines Erachtens eher die Kluft die mit diesem Interview (und damit meine ich nicht nur die Antworten, sondern auch die Fragestellungen) scheinbar größer als kleiner wurde. Von daher also nochmal Danke an Frau Braun, dass sie mit Ihrem Interview die Möglichkeit zur Debatte gegeben hat.

    In diesem Sinne würde ich mich an dieser Stelle oder noch besser im Börsenblatt mit einem längeren Beitrag oder besser eine Serie über konkrete Szenarien freuen, die Zielsetzung und Intention von Twitter-Engagements für Buchhandel und Verlage stärker reflektieren und verschiedene Möglichkeiten gegenüberstellen.

  • Sabrina Jirschikowsky

    Sabrina Jirschikowsky

    Ich persönlich folge Edda Braun sehr gerne. Ihre Haikus sind Kult und sie versteht es, mit Hilfe von Twitter zu kommunizieren.
    Man kann auch wirklich mit 140 Zeichen spannende Diskussionen führen.
    Das Problem ist, dass die Marketingabteilungen vieler Verlage nicht verstehen, wie Twitter funktioniert. Viele setzen nur Bots ein, die auf Facebook verlinken und auf Anfragen nicht reagieren. Das nervt!
    Ich nutze Twitter für den Reisebuchladen Heidelberg (@reisebuchladen) seit fast zwei Jahren. Meinen privaten Account habe ich schon seit vier Jahren. Twitter ist für mich in erster Linie ein Infokanal. Schnell und nach meinen Interessen gefiltert.
    Aber ich kann auch kommunizieren. Ich nehme mittlerweile Kundenbestellungen an, berate und bestelle auch bei pfiffigen Verlagen via Twitter.
    Das alles ist möglich und wir haben tatsächlich unseren Kundenkreis in der Region mit Hilfe von Twitter erweitern können. Leute, die zuvor bei Amazon gekauft haben, kaufen nun bei uns.

    Man ist eben präsent.

    Auch die Vernetzung mit den Kollegen funktioniert.
    Den Austausch mit den Kollegen aus der Buchbranche möchte ich nicht missen. Viele Fragen können schnell und unkompliziert beantwortet werden. Und wenn 140 Zeichen für diesen Austausch nicht reichen, dann ruft man eben kurz an oder schreibt eine E-Mail. Kontakte werden geknüpft.

    Allerdings muss man auch wissen, wie diese Plattform funktioniert. Kommunikation ist, wie auch im wahren Leben, das A und O. Es heißt eben "Social" Media. Darauf sollte man sich einlassen.
    Übrigens, wir machen viel Werbung für den allgemeinen stationären Buchhandel.

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