Lesetipp zum Suhrkamp-Streit

"ZEIT"-Chronik zum "Siebenjährigen Krieg"

In ihrer heutigen Ausgabe der "ZEIT" rückt das Magazin die vermeintlichen Nebenkriegsschauplätze im Streit um den Suhrkamp Verlag in den Mittelpunkt. Derzeit wehre sich Minderheitsgesellschafter Hans Barlach "mit allen Mitteln gegen seine drohende Niederlage", resümieren die Autoren.

Aus mehreren Perspektiven dröseln Bodo Mrozek, Thomas E. Schmidt und Adam Soboczynski die Vorgeschichten(n) auf, die dem Gesellschafterstreit im Suhrkamp-Verlag zu Grunde liegen. Die Rede ist von einem zerbrochenen "Männerbündnis", einer "Hexenjagd" auf Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, und einem "Drama, das um Loyalität und Vertrauensbruch kreist".

Minutiös wird etwa das Drama um den geplanten Umzug nach Berlin (2009) nachgezeichnet, bei dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach, sich durch ein strategisches Meisterstück und einen neuen Gesellschaftervertrag mehr Macht im Verlag sicherte.

Im zweiseitigen Bericht stehen auch vermeintliche Nebendarsteller wie der frühere Suhrkamp-Anwalt Heinrich Lübbert im Fokus, der das Konstrukt der Familienstiftung entworfen hat, das bis die Machtbasis Berkéwiczs darstellt.

Aufhänger der Geschichte ist aber ein Foto aus dem November 2006, das in der "FAZ" abgedruckt worden war – und das rasch zerbrochene Vierergespann Hans Barlach, Claus Grossner, Verleger Joachim Unseld (Frankfurter Verlagsanstalt) und Arnulf Conradi zeigt – die sich zu jener Zeit in den Kopf gesetzt hatten, den Verlag aus den Händen der Unseld-Witwe Ulla Berkéwicz "zu winden". Übrig geblieben ist letzten Endes Hans Barlach als Minderheitsgesellschafter, der heute mit seiner Medienholding 39 Prozent am Verlag hält – und nach Meinung der "ZEIT" in einem unlösbaren Konflikt mit Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz steht: "Es gab und gibt in diesem Konflikt keine Lösung, keinen Kompromiss, kein Einvernehmen.“ Alles laufe daher auf ein Ende hinaus, in dem eine der Konfliktparteien zur Kapitulation gezwungen werden muss – um den bisher "Siebenjährigen Krieg" zu befrieden.

Mehr zum Streit lesen Sie in unserem Dossier zum Suhrkamp Verlag.

 

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5 Kommentar/e

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  • Spundekäs'

    Spundekäs'

    Schnarch...!

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Kann man das nicht irgendwie mit Amazon verknüpfen? Gäbe ganz neue Möglichkeiten der täglichen/stündlichen/minütlichen Berichterstattung... ;-)

  • McLuhan

    McLuhan

    Tut mir leid, dass ihr zwei Genies euch langweilt. Es soll hier aber tatsaechlich noch Leute geben, die an Nachrichten aus der Branche interessiert sind.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Ach McLuhan, nichts ist langweiliger als die aufgewärmte Nachricht von Vorgestern. Wenn man über Wochen die immer wieder aufgewämte Nachricht "Streit zwischen Ulla und Hans", "Können sich nicht leiden" usw. liest, darf man schon mal gähnen... Und genau, weil man an Nachrichten aus der Branche interessiert ist, ist dies vergeudeter Platz! Aber Mancher kann halt nicht genug von einer Nachricht lesen.

  • The Reaper

    The Reaper

    Offen gestanden, wünsche ich mir ab und an, der Suhrkamp-Verlag möge endlich wirklich pleite gehen.

    Das wäre für die unmittelbar Beteiligten fürs Erste zwar alles andere als erfreulich, langfristig aber weit weniger schlimm als man meinen möchte.

    Die deutsche Literatur würde auch ohne Suhrkamp nicht vom Angesicht der Erde verschwinden, die Mitarbeiter und Autoren kämen bei anderen Verlagen unter (und könnten endlich wieder ungestört und ohne dieses dämliche Gezeter arbeiten) und wir alle müssten nicht ständig diesen öden Quatsch lesen. Ohnehin hat das Bild von Suhrkamp, dass die meisten im Kopf haben, nicht mehr allzu viel mit dem, was den Verlag wirklich ausmacht gemein.

    Selbst die langweiligste Soap-Opera wird irgend wann mal abgesetzt. Nur dieses Suhrkamp-Genöle, bei der die Beteiligten die schmutzigsten Exemplare ihrer Dreckwäsche allwöchentlich in aller Öffentlichkeit waschen scheint für die Ewigkeit gemacht.

    Schon mitbekommen: Es gibt mehr als nur einen Verlag in Deutschland - auch wenn das bei dieser tüddeligen "Suhrkamp hier und Suhrkamp dort" - Berichterstattung schwer zu glauben sein mag.

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