USA

Amazon-Gründer Jeff Bezos kauft "Washington Post"

Die "Washington Post" ist an Amazon-Gründer und -CEO Jeff Bezos verkauft worden. Das gab die Zeitung gestern bekannt. Bezos, mit einem Privatvermögen von 25,2 Milliarden Dollar (rund 19 Milliarden Euro) einer der reichsten Männer der Welt, zahlt dem Verlagshaus Washington Post Co. für die Zeitung und weitere Publikationen 250 Millionen Dollar.

Bei der Übernahme handelt es sich um ein Privatgeschäft Bezos', in das sein Unternehmen Amazon nicht involviert ist. Der Verkauf der über 80 Jahre von der Familie Graham geführten Traditionszeitung, die das politische Leben der USA in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich geprägt hat – beispielsweise durch die Aufdeckung des Watergate-Skandals oder jüngst durch die Enthüllungen der NSA-Ausspähprogramme – , kam für die Öffentlichkeit überraschend. Dabei waren laut Zeitung schon seit dem Frühjahr Verkaufsgespräche im Gange.

Donald Graham, Vorstandsvorsitzender der Washington Post Company, nannte als Grund für den Verkauf nicht nur die wachsenden Turbulenzen und finanziellen Herausforderungen im Zeitungsmarkt, sondern auch die Sorge um die Zukunft. Man wolle mehr für die Zeitung tun als nur ihr Überleben sichern, so Graham. Der Verkauf an Bezos eröffne hingegen eine "größere Chance auf Erfolg". Bezos selbst sagte, das Zeitungsgeschäft sei für ihn noch nicht kartiertes Gelände und würde einige Exeprimente erforderlich machen. An der Ausrichtung der "Washington Post" solle sich aber nichts ändern.

Graham und Bezos verbindet eine langjährige Freundschaft, schreibt die "Washington Post" weiter. So sei es Graham gewesen, der Bezos geraten hatte, Zeitungen über das Lesegerät Kindle zu vertreiben.

Der digitale Vertrieb von Zeitungsinhalten – auch für Smartphones – dürfte ein Modell sein, das Bezos' Management in den kommenden Monaten und Jahren testen und ausbauen wird. Auch wenn Amazon bei diesem Zeitungs-Deal nicht als Käufer auftritt – das Internetunternehmen erweitert damit seinen Radius im Medienmarkt und könnte langfristig auch seine mediale Außendarstellung verbessern (auch wenn eine direkte Einflussnahme auf redaktionelle Inhalte der "Washington Post" weder intendiert noch erwünscht sein dürfte).

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4 Kommentar/e

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  • Jeff

    Jeff

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  • Frau von Jeff

    Frau von Jeff

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  • Branchenbeobachter

    Branchenbeobachter

    Was hier nicht steht ist, dass die Zeitungssparte bei der Washington Post laut FAZ im letzten Jahr einen Verlust von 54 Millionen Dollar gemacht hat. Vielleicht ist es einfach so, dass die große Zeit der gedruckten Tageszeitung vorbei ist und die Tageszeitungen nur noch überleben können, wenn sich reiche Einzelpersönlichkeiten diese als kostspieliges Hobby leisten. Der eine kauft einen Fussballclub, der andere eine Tageszeitung. ;-)

  • franz wanner

    franz wanner

    Natürlich soll gar nicht erst ein Verdacht auf Einflussnahme seitens Amazon entstehen.
    Aber natürlich wird Bezos seine Zeitung auch über Amazon verkaufen wollen.
    (Und sich an den [technischen] Anforderungen orientieren. Ein Experimentierfeld also.Gesucht wird ein Geschäftsmodell)
    Und es gibt viele weitere notleidende Tagespressen...
    Vor der eigenen Pleite könnten die sich Jeff noch mal andienen.

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