Weltbild-plus-Label schneidet Filialnetz herunter

Jokers baut ab

Für Weltbild favorisieren die Bischöfe eine "stabile Lösung". Derweil schließt das Weltbild-plus-Label Jokers weitere Filialen. Nicht alle Mitarbeiter kommen im Mutterunternehmen unter. VON KUM

Die angekündigte "stabile Lösung" für Weltbild lässt auf sich warten – derweil hat boersenblatt.net recherchiert, dass beim Weltbild-plus-Label Jokers massive Schließungen anstehen. Ein Überblick:

Schließungen 2012

  • Oldenburg: Die Wohlthat-Filiale wurde 2012 geschlossen. Am Doppelstandort gibt es eine Jokers-Filiale, diese bleibt bestehen (Von den 26 Wohlthat-Filialen wechselten 2011/12 15 unter das Dach der DBH-Tochter Jokers, eine Fläche ging an Weltbild)
  • In Hamburg-Fuhlsbüttel und
  • Hamburg (Lüneburger Straße) wurden die beiden Wohlthat-Filialen voriges Jahr abgewickelt

Schließungen 2013

  • Am Weltbild-Firmensitz in Augsburg wurde Jokers am 31. Juli geschlossen. Das Unternehmen begründet dies mit dem Auslaufen des Mietvertrages
  • In Göttingen schließt die Weltbild plus-Tochter zum 31. Dezember – "da der Mietvertrag gekündigt wurde"

Geplante Schließungen für 2014

  • Jokers Bremen schließt am 31. Januar, da, so Weltbild, der Mietvertrag ausläuft
  • In Kiel schließt Jokers Ende Januar aus wirtschaftlichen Gründen
  • Die Duisburger Jokers-Filiale schließt ebenfalls Ende Januar, "weil der Mietvertrag nicht verlängert wurde"
  • Dann wird auch in Regensburg die Jokers-Filiale aufgegeben, sie schließt zum "aus wirtschaftlichen Gründen und weil der Mietvertrag ausläuft"
  • Am Doppelstandort Mainz schließt Jokers Ende Mai den Buchladen an der Großen Bleiche nach Auslaufen des Mietvertrags, der größere Standort in der Seppel-Glückert-Passsage bleibt bestehen
  • In Heidelberg und
  • Leipzig sind die Schließungen beschlossen. Einen genauen Zeitplan gibt es dafür laut Unternehmen aber nicht. In der Völkerschlachtstadt Leipzig sperrt Jokers am Petersbogen zu, am Doppelstandort bleibt noch die Filiale in der Marktgalerie erhalten.

23 der bislang 31 Filialen werden dann noch übrig sein. 

"Die Belegschaften der anstehenden Schließungen sind informiert, der Gesamt-Betriebsrat ist ebenso involviert wie die (in vielen Fällen vorhandenen) örtlichen Betriebsräte, um über Sozialplan und Interessensausgleich zu sprechen", teilte Weltbild auf Nachfrage von boersenblatt.net mit. Man versuche, betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu vermeiden und − sofern vorhanden − freie Arbeitsplätze anzubieten. Nach Informationen von boersenblatt.net ist das Unternehmen dabei bemüht, entsprechende Stellen zu offerieren − allerdings sind auch bei Weltbild plus in erster Linie Aushilfsstellen zu besetzen, so dass vor allem Vollzeitkräfte − etwa Filialleiter – von "unzumutbaren Angeboten" sprechen. Betriebsräte gibt es nur in vier Fillialen (Regensburg, Kiel, Göttingen und Heidelberg)- nur dieser, bestehend in der Regel aus einer einzigen Person, ist für die Aushandlung eines Sozialplans zuständig, nicht der Gesamtbetriebsrat.

Hintergrund
Auf der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 25. September hatten sich die Weltbild-Gesellschafter "intensiv und differenziert mit der aktuellen Problemlage" beschäftigt. So hatte es Peter Beer, Aufsichtsratsvorsitzender von Weltbild formuliert: "Sie (gemeint sind zwölf Bistümer und der Verband der Diözesen Deutschland) bemühen sich um eine Lösung für den Fortbestand des Unternehmens." Die Gesellschafter beauftragten den Aufsichtsrat, entsprechende Schritte und einen (nicht näher beschriebenen) verabschiedeten Zeitplan umzusetzen. Erzbischof Robert Zollitsch zufolge muss die angestrebte "stabile Lösung" bald kommen. Weltbild sei in eine schwierige Situation geraten, die Zeit dränge, sagte er der Nachrichtenagentur KNA: Viele Entscheidungen müssten in den nächsten zwei Monaten fallen, deutete der Erzbischof an.

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27 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Franz

    Franz

    Man kann sagen, der (Sortiments)Buchhandel geht gerade kräftig den Bach runter. Besser werden wird es nicht, eher im Gegenteil. Wer kann, raus aus dem Buchhandel!!!

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Franz, Jokers ist/war ein Resteverwerter, kein Vollsortimenter,
    und insofern wird bei der Schließung keine Lücke enstehen,
    solange es noch genug Buchhandlungen am Ort gibt.
    Nach der Auflösung von Wohlthat haben die Buchhandlungen
    endlich wieder Bildbände verkauft und der Kalenderramsch
    hat auch endlich wieder nachgelassen.

  • Ex-Papst

    Ex-Papst

    "Sie.....bemühen sich um eine Lösung" - ist speziell im Hinblick auf die genannte "schwierige Situation" ein Euphemismus für "Dem Laden steht das Wasser bis zum Hals und die Bischofskonferenz will keinen Rettungsring werfen".

    Da scheint so mancher darauf zu spekulieren, die Sache dem HERRN selbst zu überlassen: Wenn es Gottes Wille ist, so wird er selbst herabsteigen und das Unternehmen retten. Falls nicht, ist dies ein klares Zeichen, dass ER nicht weiter will, dass seine Diener Bücher verkaufen - Amen.

    Wenn man selbst von der Kirchensteuer lebt, die der Staat für einen eintreibt, sieht man solche Dinge natürlich etwas lockerer. Denke, dass die meisten Weltbild-Mitarbeiter sich schon mal vorsorglich nach anderen beruflichen Optionen umsehen. Selbst wenn das Unternehmen als solches bestehen bleiben sollte, dann wohl nur in einer extrem abgespeckten Form. Es dürften in nächster Zeit wohl wesentlich mehr Weltbild Mitarbeiter auf dem Arbeitsamt landen als bei Weltbild 2.0

    Für mich als Aussenstehenden ist die Geschwindigkeit interessant, mit der die Grossen der Branche zuerst gewuchert sind, und nun in die Krise taumeln. Von dem Tempo in dem die Zahl der kleineren Händler abnimmt ganz zu schweigen. Von wegen beschauliches Buchhandelsdasein - die Branche erinnert derzeit eher an einen Fleischwolf als irgend etwas anderes.

  • Portos

    Portos

    Mhhh, vielleicht sollte man dabei auch einmal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken, die ihren Job verlieren?
    Nicht immer nur an den eigenen Vorteil.

  • Büchernarr

    Büchernarr

    Jokers war mal ein toller Laden mit kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit super Angeboten und eine Fundgrupe fernab des literarischen Mainstreams...

    Aus welchen Gründen auch immer hat man sich von diesem Konzept und seinem Personal verabschiedet und setzt jetzt auf ein buntes Programm ohne Herz und Seele.. Schade. Und vor allem, warum eigentlich?

  • Hubert

    Hubert

    @ Kleine Sortimenterin

    Schätze mit Ihrem Statement haben Sie sich bei den Jokers Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Arbeitsplätze bedroht sind und die mit Angst in die Zukunft blicken, viele Freunde gemacht.

  • Noch-Joker

    Noch-Joker

    Ich bin noch Jokers-Mitarbeiter, habe aber bereits meine Kündigung bekommen.
    Was wir momentan nötig haben, ist ein bisschen Unterstützung, Respekt und, ja, auch Mitgefühl!

    Wir haben immer unsere Kraft und unsere Leidenschaft für unsere Kundinnen und Kunden gegeben und nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet und beraten. Hier in den Kommentaren sind schon oft Sätze gefallen, die uns im Kollegium empört haben, weil sie uns unrecht taten.
    Auch wir haben Freude und Wissen an und von Büchern, egal, ob wir jetzt im inhabergeführten Buchlädchen ums Eck arbeiten oder eben doch bei der bösen Kette.
    Uns schmerzt es sehr, bald nicht mehr mit unseren Kunden/innen zusammenarbeiten zu können - und auch das Scheiden von liebgewonnenen Kollegen/innen tut sehr weh!
    Wir in den Filialen haben unseren Teil der Arbeit geleistet, wir haben jede Umstrukturierung der Läden mitgemacht - so merkwürdig oder teils auch unsinnig sie uns auch erschien. Oft haben wir uns gewünscht, dass unser Fach-/Wissen nachgefragt und genutzt worden wäre, indem wir in Entscheidungen einbezogen worden wären. Das hätte von Respekt für uns gezeugt und der Firma letztendlich sicherlich manch einen Fehler erspart. Letztlich sind für viele von uns die Anstrengung und Flexibilität umsonst gewesen und die Einsicht der Geschäftsleitung in von ihnen gemachte Fehler kommt für uns zu spät - ich hoffe, für unsere anderen (nun bald Ex-) Kollegen/innen kam das Zurückrudern noch nicht zu spät.
    Ich wünsche allen Jokers- und Weltbild-Kollegen/innen alles Gute und denen, die mein Schicksal teilen, viel viel Glück und schnell einen neuen Job!

  • Mitfühlende

    Mitfühlende

    Ich denke auch, es ist zun spät, die Geschäftsführung hat Jokers in Grund und Boden gewirtschaftet. Weil man sich eigene Fehler nicht eingesteht und mit dem Kopf durch die Wand geht, wo 1 cm weiter offene Türen sind. Die Umstrukturierung war ein Riesenfehler, da man leider auch den Umgang mit altgedienten Mitarbeitern einer "ich bin hier der Chef-Ich darf alles-Mentalität" unterworfen hat. Dabei gab es mal eine tolle Mitarbeiterkultur und gute Löhne. Naja, immerhin gibt es kleine gallische Dörfer in diesem System, die tapfer die Buchkultur gegen jede Digitalisierung und Discounter-Strategie verteidigen...

  • jokers-angestellter

    jokers-angestellter

    Ja, ich bin traurig, denn ich arbeite gern dort, aber inzwischen bin ich gefangen zwischen Leerverpackungen für Elektronik, die das Buch abschaffen. Außer den Mitarbeitern erkennt aber niemand, dass es absolut unlogisch ist, in einer Buchhandlung Ware zu verkaufen, die das Buch ersetzen soll. Knipst vielleicht jemand dort oben mal sein Hirn und sein Logikzentrum an? Könnte die Rettung sein.

  • kielersprotte

    kielersprotte

    das ist eine katastrophe...
    denn alle sind buchhändler..
    die kolleginnen/kollegen ,die hier in zwei kalssengesellschaft schreiben, sollten sich dass mal verinnerlichen.
    den kolleginnen ,kollegen von weltbild hilft nur ,wenn buchhändler die eine stelle frei haben diese jetzt kund tun.
    denn auch weltbilder können lesen.
    ich habe selber für weltbild gearbeitet auch dort liebe restkollegen kommen kunden mit sachfragen,die wir beantworten konnten.
    liebe kolleginnen,kollegen seht euch doch mal in euren läden um, wer keine non-book ware hat..??
    egal in welcher branche,wenn alle sich auf ihr kernwissen beschränken würden,dann hätten wir jetzt diese probleme nicht.

  • weltbildchen

    weltbildchen

    Klar können wir bei Weltbild lesen, aber denken ist halt unerwünscht. Und das tut dem Unternehmen nicht gut, wenn man so stumpfsinnig vor sich hin die Bücher nach einem genau angelegtem Schema verräumt. Und wehe, einer macht was falsch. Dann geht man gleich auf die Hierarchieebene und es gibt eine strenge Ansage vom Vorgesetzten des Vorgesetzten, des Vorgesetzten, des Vorgesetzten, des Vorgesetzten, ach ich blick nicht mehr durch....

  • kolophon

    kolophon

    @ Kleine Sortimenterin:
    Mit welchem Recht schreiben Sie eigentlich solche Kommentare? Was heißt denn hier Resteverwerter? Vertreiben Sie kein Modernes Antiquariat? Was bedeutet Vollsortiment? Dass man dort alles bestellen kann? Können Sie bei Jokers auch - und nicht nur dort, sondern auch bei Ihrem Lieblingsfeind amazon. Wann kapieren Sie und viele unserer Kollegen endlich, dass Buchhandlungen nicht per se der Hort von Kultur und Bildung sind. Und dass Buchhändler nicht unbedingt die besseren und besser ausgebildetsten Menschen sind - es stimmt einfach nicht.
    Mir tun die Kollegen von Jokers & Co. sehr leid, die das ausbaden müssen, was die Geschäftsführung verbockt hat. Ein Leben in Arbeitslosigkeit in kein Vergnügen. Hoffen wir, dass Sie keinen der KollegInnen auf dem Arbeitsamt treffen werden.

  • Angefressener Bücherwurm

    Angefressener Bücherwurm

    Jokers geht langsam aber sicher am Zentralisierungswahn und einer völlig verfehlten Einkaufspolitik zu Grunde. Die Warnungen und Bedenken der Mitarbeiter, die Apelle an die Geschäftsführung, sie stießen auf taube und ignorante Ohren. Den Preis dafür zahlt aber leider nicht die Geschäftsführung, sondern die Mitarbeiter, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren. Und wie hoch wird wohl das Arbeitslosengeld sein, wenn die meisten Mitarbeiter bereits im Jahr 2009 eine Änderungskündigung bekommen haben und dadurch gezwungen wurden, von Vollzeit auf Teilzeit zu wechseln. Der Anfang vom Ende hat 2009 begonnen, wo das qualifizierte Personal durch billig bezahlte Minijobber ersetzt wurden. Das hat in meiner Filiale viele viele Kunden gekostet, die vorher eine andere Art der Bedienung gewohnt waren. Die Zahlen waren bis 2009 sehr gut, es hätte niemand entlassen werden brauchen. Ab Mitte 2009 begann dann das Kundensterben. Der Non Book Scheiß und die normalpreisige Mainstreamware hat dem Ganzen dann den Rest gegeben. Jetzt plötzlich entdeckt man den Kunden wieder, der bei Jokers angeblich immer noch der gebildete "Zeit" Leser sein soll. Sorry, diese Kunden sind aus meiner Filiale längst abgewandert und angesichts der Konzeptlosigkeit der Geschäftsführung wüsste ich beim besten Willen nicht, warum der Kunde wiederkommen soll.
    @ Kleine Sortimenterin: Ihren Kommentar empfinde ich als einen Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter, die wahrlich die Letzten sind, die geschlagen werden sollten. Denn diese sind es, die jetzt die Suppe auslöffeln dürfen, die ihnen die selbstverliebten und beratungsresistenten Herren der Chefetage eingebrockt haben.

  • Beobachterin

    Beobachterin

    Wenn man die Entwicklung des Weltbild- und Jokers-Filialgeschäftes betrachtet, ist es sehr wahrscheinlich, dass auf der Führungsebene inkompetentes Personal agiert. Stammt die Geschäftsführung eigentlich aus dem Buchhandel oder sind das die typischen Management-Youngsters mit großer Ambition und wenig Kompetenz und Erfahrung? Konzepte sind nicht wirklich erkennbar, und die Mainstream-Titel bekommt man auch im Supermarkt. Weltbild, Jokers und selbst Hugendubel verlieren die Kunden und ihre Wünsche aus den Augen bzw. scheinen sich ihren Idealkunden zurechzuphantasieren. Und da auch mit den Mitarbeitern schlecht umgegangen wird, ist die weitere Entwicklung vorgezeichnet. Flächenreduktion und Lohndumping sind wenig efolgsversprechende Strategien. Da wickeln sich bislang wichtige Marktteilnehmer selbst ab.

  • Pfui

    Pfui

    @kleine Sortimenterin: Ihren Kommentar hätten Sie sich sparen können. Er ist egoistisch und mitleidlos ggüber Kolleg/innen, die demnächst ihre Stelle verlieren. Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln, was es für Menschen gibt. Keinen Funken Solidarität und Null Anteilnahme vorhanden. Hauptsache mir geht's gut, was mit anderen passiert ist mir sch...egal. Sie sollten sich was schämen!

  • Restebewerter

    Restebewerter

    "Kleine Sortimenterin" fällt regelmäßig durch unterkomplexes Denken auf. Mal abgesehen davon, dass die Kollegen bei Jokers für sich jetzt ein paar existenzielle Fragen klären müssen: Das, was bei Jokers abläuft ist auch für die "Kleine Sortimenterin" von existenzieller Bedeutung.

    Die "Resteverwerter" besitzen im Zyklus der Verwertung der Buchproduktion eine große Bedeutung. Hier landet die Differenz der Produktion, die die "Kleine Sortimenterin" mit ihrer gesamten Marktmacht hat nicht verkaufen können. Der Verkauf eines bestimmten Teils der Auflage zu einem herabgesetzten Preis aber beeinflusst die Kalkulation der gesamten Auflage und ist bei vielen Verlagen Bestandteil der Kalkulation.

    Es wäre der "Kleinen Sortimenterin" sehr zu wünschen, dass sie hin und wieder mal aus ihrer Butze rauskommt, sich in die Schuhe des anderen stellt und ein paar Zusammenhänge in der Branche versteht. Die eigene kleine Butze ist einerseits ein typischer Bestandteil der Branche und insofern systemrelevant, andererseits aber ist sie nur im Gesamtzusammenhang funktionsfähig.

    Jeder Einzelhandels-Standort den der Buchhandel verliert ist ein Problem für uns alle, die wir in der Buchbranche unser Geld verdienen. Auch für Sie, "kleine Sortimenterin"!

  • Reisender

    Reisender

    Bei Jokers ist das passiert, was zuvor auch Zweitausendeins schon heftig geschadet hat: Statt einem gepflegten Sortiment aus interessanten Resten und einem Stammpersonal, das einem Empfehlungen gab auf einmal Berge von Ramsch und angelernte Aushilfen, die selbst vorrätige Ware aus der letzten Werbung im Chaos nicht mal mehr finden können.

  • Kleine Sortimenterin

    Kleine Sortimenterin

    Ihre Kommentare sind auch nicht gerade vom feinsten,
    wenn Sie mich hier so angreifen. Wir waren lange vor
    einigen anderen Ketten am Ort und Tatsache ist, daß
    bei mir etliche entlassene Kolleginnen aus diesen
    Betrieben gearbeitet haben. Uns wurde Umsatz
    weggenommen, das ist wohl allen bekannt, wie sich
    die Struktur im Buchhandel verändert hat und wir
    bekommen Umsätze durch Marktveränderungen zum
    Teil zurück.
    Natürlich tun mir die Kolleginnen und Kollegen leid,
    dagegen habe ich kein Wort gesagt und die meisten
    aus den Betrieben kenne ich auch, deshalb müssen
    sie mich hier nicht so angreifen.

  • Thorben-Finn

    Thorben-Finn

    "Ich finde es unfair, dass ich für meine idiotischen Kommentare zur Rechenschaft gezogen werde." Denk ich mir auch manchmal.
    Und zum Thema "Umsatz weggenommen": Welchen Anspruch hatten Sie denn auf den Ihnen weggenommenen Umsatz? Schon unverschämt, wenn sich die Kunden einfach entscheiden, da einzukaufen, wo ihre Bedürfnisse besser befriedigt werden. Vater Staat, schreite er ein!

  • Schda

    Schda

    Jokers ist zwa ein Resteverwerter, aber er ist wichtig für die junge Gesellschaft in Deutschland. Ohne Jokers würde die Vielfalt in der Buchlandschaft verloren gehen.günstige Bücher sind er einstig der Jugend in die Welt der Leseratten und das sollte man sich nicht nehmen lassen.

  • Jokersfan

    Jokersfan

    Genau so ist es. So was will man eben nicht. Günstige Bücher? Ja nicht! Bildung und Kultur ist nur was für die "herrschende Klasse"

  • Jokersfan 2.0

    Jokersfan 2.0

    Auch ich bin ein echter Jokers-Fan und kann nicht nachvollziehen, wie man so ein tolles Konzept kampflos abschreibt. Hier steckt jede Menge Potential und die Läden sind einfach sympathisch und heben sich durch ihr geordnetes Chaos von der übrigen aufgehübschten Buchhandels-Welt ab. Wenn ich hier aber so lese, wie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgegangen wird, überleg ich mir demnächst sehr gut, ob ich hier kaufe...
    Das hat schon Schlecker, Lidl und und KIK geschadet. Und im "kulturellen" Einzelhandels-Bereich kan man ja wohl intelligente Köpfe auf den Chefsesseln erwarten, die wissen, dass ein positives Image, faire Löhe und zufriedene Abgestellte heute ein Gros des Umsatzes ausmachen

    Oder tanzen hier nur die Marionetten der Gesellschafter?

  • Michael Nardelli

    Michael Nardelli

    "intelligente Köpfe auf den Chefsesseln" - Joker 2.0, der war gut. Danke! Selten so gelacht...

    Wir haben es hier in der Tat mit "Marionetten" zu tun. Kein Mut, keine Visionen, keine Philosophie, diese Gestalten können allenfalls ein bisschen BWL - aber ohne deren menschlichen Aspekt. Es geht nur um eines: schnelles Geld.

    Hallo! Wir sind mitten drin: Einheitsmensch, Roboter, Sklave, Maschine, schuften nicht denken. Entindividualisierung, Entmenschlichung, Entwürdigung.

    Mir tut's leid um die betroffenen Menschen, um unsere Gesellschaft, unser Land, aber vielleicht wachen jetzt endlich einmal ein paar aus ihrem Schafsschlaf auf. Mäh, guten Morgen! Heute schon wertlose Baumwoll-Scheinchen gezählt und kräftig zum Wohle des Systems konsumiert und Kreditraten abgestottert?

    Man verstehe endlich, auch hier in der Buchbranche: Es hilft nur der Reset. Neustart. Gehen Sie über LOS, Ihr Startgeld hat aber leider schon der Bankster im Verbund mit dem Räuber Staat kassiert.

    Allen trotz allem ein schönes Wochenende und alles Gute wünscht

    Michael Nardelli

  • DBHler

    DBHler

    Wie man seine Mitarbeiter behandelt, so schallt es am Umsatz hinaus...

    Dass der Buchhandel einer großen Krise unterworfen ist, kann niemand bezweifeln. Und dass betriebsbedingte Kündigungen und Fililschließungen unter Umständen nötig sein müssen, muss auch jedem klar sein.
    Aber was die Weltbild-/Hugendubel-Führungsriege treibt, ist beispielslos für den deutschen Buchhandel. Dequalifizierung, Prekarisierung, Dehumanisierung und eine vollkommen verfehlte Sortimenstpolitik. Diese Krise ist selbstgewählt und hausgemacht.

  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    So so, alles Marionetten, ohne Visionen, Mut und Philosophie? Können allenfalls ein bisschen BWL...? Scheint das neue Feindbild zu sein. Der böse BWLer. Hätte ich das bloß früher gewußt, hätte ich was anständiges gelernt. Diese kritisierten Nichtnutze (mit und ohne BWL) haben ein Imperium mit aktuell roundabout 6.500 Mitarbeitern aufgebaut. Das sind mal 6.500 neue Arbeitsplätze gewesen. Jokers war eine klasse, gut funktionierende Idee. So wie früher mal Zweitausendeins. Die Idee ist vielleicht so nicht mehr en vogue oder die Zielgruppe schrumpft. Trotzdem wird diese Sparte des Buchhandels auch weiterhin eine Rolle spielen, durchaus eine interessante. Konzepte müssen halt immer wieder auf ihre Aktualität, ihre Tauglichkeit überprüft werden. Deswegen müssen sie aber nicht gleich per se falsch und erfolglos sein. Die letzten Strategiewechsel bei Weltbild/Jokers sehe ich als Verschlimmbesserungen an. Die ideologischen Änderungen bei Wohlthat haben diese kleine Kette mit deutlichem Alleinstellungsmerkmal zugrunde gerichtet. Und ich glaube nicht, dass die vergraulten Kunden jetzt alle bei kleinen Sortimenterinnen einkaufen. Was leider in viel zu vielen Branchen um sich greift, ist die Geringschätzung des "Faktors" Mensch. Dies drückt sich immer mehr in "Entmündigung" durch schwache Vorgesetzte, schlechte Bezahlung und schlechte Behandlung aus. In Zeiten wie diesen sind aber gerade motivierte, anständig bezahlte und behandelte Mitarbeiter das Plus im Kampf um den Konsumenten und neue Ideen. Die Firmen, die das nicht verstehen wollen, werden irgendwann aus der Handelslandschaft gespült. Die anderen haben zumindest die Chance, ihre Ideen und Konzepte erfolgreich umzusetzen. Mir persönlich gefällt die teilweise aufkommende Häme im Zusammenhang mit Schliessungen der ungeliebten Ketten nicht. Ebenfalls gefällt mir die selbstgerechte Sichtweise der Möchtegern-Konkurrenten nicht. Auch bei den Ketten arbeiten Menschen, die eine Ausbildung genossen haben, viele auch eine buchhändlerische. Und egal welche Ausbildung diese Menschen hatten: Es ist für jede Arbeitnehmerin, jeden Arbeitnehmer, ein herber Schlag, seinen Job in dieser Branche zu verlieren, die immer mehr schrumpft. Es ist in jeder Hinsicht die Reise nach Jerusalem. Aber es fehlt eben nicht nur 1 Stuhl...

  • Angefressener Bücherwurm

    Angefressener Bücherwurm

    In zahlreichen Kommentaren wurde nach der Qualifikation der Geschäftsführung von Jokers gefragt. Es ist richtig, dass leider keine Buchaffinität zu spüren ist. Mitarbeiter, die eine Buchhandelsausbildung haben, werden eher skeptisch betrachtet. Wie eine exotische Spezies, die man lieber nicht in den eigenen Filialen haben möchte. Die GF selber kommt von Aldi und sitzt dem üblichen BWL Glauben auf. Genauso wie dem Glauben, dass es nur mit stetigem Wachstum weiter gehen kann und dass die kranken Teile (sprich, die schwächelnden Filialen) abgeschnitten werden müssen, damit ein gesunder Rumpf übrig bleibt. Ob das dann mit den Weltbild Filialen zusammen nur noch 20 oder 30 Filialen sein mögen .... so what. Dann haben die Mitarbeiter eben Pech gehabt. An Jokers wurde so viel rumlaboriert und wenn ich es nicht besser wüßte, so würde ich sagen ... wenn man es gezielt darauf abgesehen hätte, die Kunden zu vergraulen, so hätte man es wahrlich nicht trefflicher hinbekommen. Erst wurden Riesenflächen für Nintendo Spiele geopfert, wovon ich sage und schreibe ein Teil verkauft habe. Dann wurde die Sau "Non Book" durchs Dorf getrieben. Die pikierten Blicke der Kunden, die med. Fachbücher kauften und jetzt neben den Büchern Hornhauthobler für die Füße liegen sahen, waren mir sehr unangenehm und ich geriet mehr als einmal in Erklärungsnot. Dann wurde die Kunst zusammengeschrumpft und die Titel wurden immer beliebiger und langweiliger. Jetzt werden die Bücher angeschrägt auf den Tisch gelegt ... ui, wie mutig, wie inovativ. Und natürlich immer wieder der Tolino Shine, der die Arbeitsplätze in den Filialen noch schneller abbauen hilft. Mir ist auch klar, dass ich den technischen Fortschritt nicht aufzuhalten vermag, aber man erwarte bitte auch keine Freudensprünge von mir, wenn dieser Wandel letztlich meinen Arbeitsplatz kostet. Es würde mutiger und kreativer Ideen und Menschen an der Spitze bedürfen, um das Ruder noch rumzureißen. Aber weder ist Mut gefragt, noch wird Kreativität gefördert in diesem Unternehmen. Kriechertum und das Abschalten der eigenen Hirnleistungen ist eher im Kurs. Die Geschäftsführung lebt es vor und betont mehr als einmal, wie machtlos sie selber ist. Alle sind unschuldig, das System gibt es so vor ... blablabla ...
    Tschüß Jokers, ich habe gerne bei dir gearbeitet, mach et juut

  • DBHler

    DBHler

    Mut und Kreativität? Das haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die auch mal ihren Mund aufmachen und unbequeme Wahrheiten aussprechen. Ist aber streng verpönt! Kritik ist unerwünscht. Aber wenn nicht jetzt, wann dann? Morgen ist es zu spät! Ziviler Ungehorsam in den Filialen der DBH kann das ganze Elend noch ein wenig verzögern, aber ich denke, der Karren steckt letztendlich unausziehbar im Digitalisierungs- und Non-Book-Dreck...

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