Hugendubel-Betriebsräte fordern gemeinsame Tarifbindung

Ein Tarif für Alle

Mehr als die Hälfte der Betriebsräte der Hugendubel-Filialen fordern vom Unternehmen eine allseitige Tarifbindung für alle Standorte. Die derzeit praktizierten, unterschiedlichen Regelungen sollen nach ihrer Auffassung dadurch ersetzt werden.

Die Gewerkschaft Verdi weist in ihrer Pressemitteilung zur Forderung der Betriebsräte darauf hin, das beim Filialisten früher Tarifverträge des Buch- oder des Einzelhandels in zahlreichen Filialen galten. Heute sehe es anders aus: in Bayern (ausgenommen die Tochtergesellschaft Ganghofer), Frankfurt und Berlin wird beispielsweise der bayerische, in Thüringen der dortige Tarifvertrag angewandt. Doch die meisten Filialen wären davon völlig "abgeschnitten". Das solle sich ändern, so Verdi weiter, wenn es nach 19 von 33 Betriebsräten der Buchhandlungen des Unternehmens gehe. Die Geschäftsleitung habe allerdings andere Pläne. Sie möchte laut Verdi mit den Betriebsräten so genannte Betriebsvereinbarungen "Vergütungsordnung" abschließen.

Die Betriebsräte der 19 Filialen fordern dagegen eine allseitige Tarifbindung von Hugendubel − über Verhandlungen mit Verdi. So würde die gleiche Tarifbindung bundesweit für alle Hugendubel-Filialen gelten. Die Betriebsräte beginnen der Verdi-Mitteilung zufolge derzeit mit der Information der Beschäftigten in den Filialen zur gemeinsamen Meinungsbildung über den Sinn und die Notwendigkeit von Tarifverträgen. Sobald dort die Bereitschaft wachse und erkennbar groß genug sei, sich für die Tarifbindung aktiv einzusetzen, folge der nächste Schritt, heißt es weiter.

Betriebsräte folgender Hugendubel-Filialen unterstützen die Initiative für die Tarifbindung: Bad Homburg, Berlin-Potsdam, Bochum, Darmstadt, Frankfurt-Hessencenter, Frankfurt-Steinweg, Greifswald, Hamburg, Ingolstadt, Kassel, Konstanz, Lübeck, Mainz-Brand, Mainz-Römer, Schwerin, Siegen, Stuttgart, Viernheim und Wiesbaden.

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14 Kommentar/e

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  • weissblau

    weissblau

    Hallo,

    das wird nicht reichen....

    Die Liste im Giftschrank enthält alle Filialen die den Deckungsbeitrag nicht bringen. Das sind bei Weltbild ca. 70 und bei Hugendubel ca. 15.
    Und die werden sie schliessen, Tarifvertrag hin oder her. Obs reicht das Unternehmen zu retten....in Zeiten von 30% Onlinegeschäft mit E-Books - wer braucht da noch einen lokalen Buchhandel?
    Dennoch möchte ich ihn nicht missen, den stationären Buchhandel. Die Zeiten der Expansion auf die Flächen ist vorbei, jetzt kommt der Rückwärtsgang - und das ist auch gut so!

  • Börsenblattleser

    Börsenblattleser

    "Mehr als die Hälfte der Betriebsräte der Hugendubel-Filialen fordern vom Unternehmen eine allseitige Tarifbindung für alle Standorte....."

    Wieso unterstützt der Münchener Betriebsrat diese Initiative nicht?

    Außerdem zum 1.Kommentar von "weissblau":

    "Die Liste im Giftschrank.....Filialen die den Deckungsbeitrag nicht bringen.....bei Weltbild 70 und bei Hugendubel 15. Und die werden sie schliessen....."

    Was weiß "weissblau", was wir nicht wissen .....???

  • Betroffene

    Betroffene

    Die Geschäftsleitung möchte mit den Vergütungsordnungen die Gehälter der Mitarbeiter absenken, zugleich soll die Wochenarbeitszeit erhöht werden. Gegenleistungen sind bislang nicht bekannt. Als Drohkulisse dient ein möglicher Rückzug von den Standorten. Die Bestrebungen seien alternativlos.

  • Leser

    Leser

    Die Hugendubel-Führung agiert seit längerer Zeit recht unverfroren gegenüber ihren Mitarbeitern, wie man hört, schonen sie lediglich noch die Mitarbeiter in Bayern ein wenig. In Hannover werden jetzt z. B. die bisherigen Kassiererinnen durch Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma ersetzt. Ich wünsche den Betriebräten und den Mitarbeitern viel Erfolg in ihrem Engagement um faire Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütung.

  • Anzeigenleser

    Anzeigenleser

    Wenn alles nicht mehr läuft werden Firmenkunden akquiriert. Mit 30 Jahre alten Rezepten gewinnt man keine Blumentöpfe.

  • Fairtrader

    Fairtrader

    Die Tarifflucht von Hugendubel wirft kein gutes Licht auf den Zustand dieses Unternehmens. Der Ruf der Firma hängt nicht allein am behaupteten Erfolg der Tolino-Verkäufe, sondern auch am Umgang mit Ihrem Personal.

  • Hugendubel-Mitarbeiterin

    Hugendubel-Mitarbeiterin

    Die Arbeitsbelastung hat in den letzten Jahren durch den Personalabbau enorm zugenommen, jetzt uns Mitarbeitern auch noch das Gehalt kürzen zu wollen, ist eine Unverschämtheit. An anderen Stellen im Unternehmen wird das Geld zum Fenster rausgeworfen.

  • Ex-Hugendubler

    Ex-Hugendubler

    Gibts dieses Jahr noch Weihnachtsgeld? Oder begibt sich die Hugendubelführung nun endlich unter das Niveau von Amazon, um mal die beiden Großen im deutschen Buchhandel ggü. zu stellen?!

    Nein, Spaß beiseite, ich finde es erschreckend in welch kurzer Zeit Hugendubel immer wieder falsche Entscheidungen fällt, erst unüberlegte Expansion, jetzt Verkleinerung. Damit einhergehend natürlich das Schreckgespenst der unrentablen Läden, welches man schamlos ausnutzt um seine Angestelltendichte immer weiter auszudünnen und nun auch noch die Frechheit (also ich möchte kotzen, wenn ich daran denke was meine ehemaligen Kollegen jetzt gerade erleben) die Gehälter zu senke. Wo will das Unternehmen hin? Das ist doch eine ganz ganz miese Firmenkultur die Nina und ihr Brüderchen auch irgendwann mal bemerken werden, wenn ihr Erbe nämlich aufgebraucht ist und niemand mehr weiß was Hugendubel doch ist...

  • Buchhändler (seit den 70igern mit Zöpfchen)

    Buchhändler (seit den 70igern mit Zöpfchen)

    @ Ex-Hugendubler

    Naja, was das Downsizing angeht ist Hugendubel voll im Trend. Das wird sich im Buchhandel, vor allem im Sortiment, noch ein paar Jahre fortsetzen. Ich glaube auch, das in 5 Jahren nur noch ca. 50% (vielleicht sogar weniger) der jetzigen Sortiment am Markt sind. Hat, glaube ich, auch irgendwann mal C. Half gesagt...

  • H. M.

    H. M.

    Viele Jahre hat Hugendubel das Großkundengeschäft verpennt, weil: zu anstrengend, zu aufwändig, hat man nicht nötig etc. Jetzt suchen sie sogar Personal für diesen Geschäftsbereich über den Börsenblatt-Stellenmarkt. Das Unternehmen strotzt vor Innovationskraft, es geht voran. Also: Freiwillige vor! Ob die Firma nach Tarif entlohnen wird, ist aber ungewiss.

  • Pippi L.

    Pippi L.

    Das Unternehmen Hugendubel setzt ein katastrophales Signal für die Branche: junge Leute sollten hier nicht einsteigen, ein Einkommen, das Familiengründung oder die Versorgung von Kindern ermöglicht, lässt sich hier nicht mehr erzielen. Rosige Zukunft.

  • Efraim L.

    Efraim L.

    @ Pippi L.

    Hüstel, das gilt nicht nur für junge Leute. Die Gehälter im Buchhandel lassen keinen Spielraum für Familiengründung, Eigenheim, Altersvorsorge etc. Tätigkeiten im Buchhandel sollte man, wenn überhaupt, nur nebenberuflich ausüben (400 Euro an der Kasse o.ä.).

  • M. R.

    M. R.

    Achtung oder Respekt vor der Leistung der Mitarbeiter spürt man bei Hugendubel schon lange nicht mehr. Die Tarifflucht ist ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die den Mitarbeiter vor allem als lästigen Kostenfaktor betrachtet.

  • tariflich entlohnter Buchhändler

    tariflich entlohnter Buchhändler

    Der öffentlich diskutierte Mindestlohn von 8,50 Euro wird, wie ich gehört habe, in der neuen Vergütungsordnung für die Hugendubel-Beschäftigten in Hannover klar unterboten. Ist da was dran? Wenn das stimmen sollte, ist das skandalös. Es stellt sich dann aber auch die Frage, warum der Betriebsrat das zugelassen hat.

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