Buchmarkt 2013

Starkes Jahr für den Buchhandel vor Ort

Der stationäre Buchhandel steigerte 2013 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent − schnitt damit erstmals besser ab, als der Publikumsmarkt insgesamt. Damit zeichnet sich laut Börsenverein auf dem Buchmarkt ein Rückgang des Online-Umsatzes ab. Das zeigt der Branchen-Monitor Buch, der im Auftrag des Börsenvereins erhoben wird.

Kunden setzen verstärkt auf den Buchhandel vor Ort: Im vergangenen Jahr konnte der stationäre Buchhandel seinen Barumsatz um 0,9 Prozent steigern, teilt der Börsenverein mit. Nach dem leichten Abwärtstrend der letzten Jahre verzeichnet der Buchhandel nun wieder ein Umsatzplus. Das zeige der Branchen-Monitor Buch, der am 15. Januar erscheint.

  • Das stationäre Sortiment schnitt dabei deutlich besser ab als der gesamte Publikumsmarkt, der auch den E-Commerce und Kauf-/Warenhäuser umfasst: Dieser blieb 2013 genau auf Vorjahresniveau.
  • Damit zeichne sich auf dem Buchmarkt ein Rückgang des Online-Umsatzes ab. Bereits in den vergangenen acht Monaten wurde in den Buchhandlungen vor Ort durchgehend ein besseres Ergebnis erzielt als in den drei Vertriebswegen zusammen, heißt es weiter.

"Der Buchhandel vor Ort hat für die Buchkäufer auch 2013 nichts von seiner Anziehungskraft verloren", sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins. Und fährt fort: "Der persönliche Kontakt, die kompetente Beratung und das Einkaufserlebnis vor Ort ziehen die Kunden an, das hat insbesondere das letzte Weihnachtsgeschäft gezeigt." Daneben steige das Bewusstsein, was die persönliche Kaufentscheidung bewirkt: "Viele Kunden möchten das System großer Online-Konzerne nicht mehr unterstützen", so Riethmüller, "das letztlich die Vielfalt auf dem Buchmarkt gefährdet." Der Buchhandel sei dabei, sich angesichts einer sich wandelnden Vertriebs- und Medienlandschaft neu aufzustellen, und gehe mit gestärktem Selbstbewusstsein ins neue Jahr. Sein Fazit: "Jetzt gilt es für die gesamte Branche, weiter an zukunftssicheren Konzepten zu arbeiten und die Kundenbedürfnisse noch konsequenter in den Mittelpunkt zu stellen, um den positiven Trend zu festigen."

Erfolg der Kampagne "Vorsicht Buch!"

Um den Buchhandel vor Ort gezielt zu stärken und für Bücher und das Lesen zu begeistern, hatte die deutsche Buchbranche auf Initiative des Börsenvereins im März 2013 die Kampagne "Vorsicht Buch!" gestartet, die im ersten Jahr bereits deutschlandweit eine hohe Aufmerksamkeit erzielt hat.

Ratgeber im stationären Buchhandel gefragt

Besonders gut verkauft wurden laut Börsenvereins-Mitteilung im stationären Buchhandel die Ratgeber. Ob Hobby, Sport oder Kochen: Die Warengruppe steigerte im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere Ergebnisse:

  • Auch bei der Reiseliteratur ging es deutlich aufwärts, der Umsatz stieg um 3,9 Prozent.
  • Die Belletristik, traditionell stärkste Warengruppe, gab in 2013 geringfügig nach und verzeichnete nach einem Umsatzhoch im Jahr 2012 durch die „Shades of Grey“-Reihe einen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent.
  • Mit einem Plus von 6 Prozent lagen Hörbücher/Audiobooks wieder stark im Trend.
  • Hardcover/Softcover-Titel verzeichneten ein Plus von 2,1 Prozent, der Umsatz mit Taschenbüchern ging um 2,6 Prozent leicht zurück. 

Meistverkauft: Jojo Moyes und Jonas Jonasson

Der meistverkaufte Titel in den Läden war 2013 laut media control® GfK International "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Auf Rang 2 der Bestseller im Sortimentsbuchhandel landete Jonas Jonasson mit "Die Analphabetin, die rechnen konnte", dicht gefolgt von seinem Vorgängerroman "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Weitere Topseller waren "Inferno" von Dan Brown (Platz 4) und "Er ist wieder da" von Timur Vermes (Platz 5).

Die jetzt veröffentlichten Daten für die Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Kauf-/Warenhaus bieten nach Angaben des Börsenvereins eine erste Tendenzaussage für die Entwicklung des Buchmarkts. Vollständige Buchmarktzahlen, die dann auch alle weiteren Vertriebswege (Verlage direkt, Versandbuchhandel, sonstige Verkaufsstellen, Buchgemeinschaften) umfassen, liegen im Juni vor.

Zum Branchen-Monitor Buch

Der Branchen-Monitor Buch wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels monatlich herausgegeben. Er basiert auf den von media control® GfK International im "Handelspanel Buch" erhobenen Daten. Die statistische Grundlage des Panels bilden über 1.700 Points of Sale in den Vertriebswegen Sortimentsbuchhandel, E-Commerce und Kauf-/Warenhaus. Für den Hörbuchmarkt werden zusätzlich 1.550 Points of Sale in den Nebenmärkten berücksichtigt.

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4 Kommentar/e

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  • max

    max

    0,9% nennen Sie ein starkes Jahr ???

  • Joseph Alzheimer

    Joseph Alzheimer

    Warum erinnern mich derartige Meldungen nur immer an Griechenland? Vielleicht weil dort seit Jahren auch jeder noch so kleine und fragwürdige statistische Ausreisser sofort als endgültige Trendwende und Anfang vom Ende der Krise hochgejubelt wird, sich an der Misere des Ganzen aber trotzdem nichts ändert.

    Nun glaube ich zwar nicht, dass der Buchhandel ein ähnlich hoffnungsloser Fall wie der griechische Staatshaushalt ist, für übermässigen Optimismus besteht jedoch nach wie vor kein Grund.

    Mal abgesehen dass 0.9 % inflationsbereinigt einfach jämmerlich wenig (will sagen zu wenig) sind, stellt sich die Frage nach der Relevanz der Datenbasis. Oder meldet Amazon seine Buchumsätze jetzt freiwillig?

    Hier eine Trendwende zu feiern ist so sinnvoll, wie alle paar Monate das Ende der Eurokrise zu verkünden - nur um festzustellen, dass es an einer anderen Stelle kurz darauf wieder von Neuem zu brennen beginnt.

    Bestenfalls handelt es sich hier also nur um eine kleine Atempause. Aber wenn man die Ansprüche nur weit genug herunter schraubt, kann man guten Gewissens auch bei 0.9 % Wachstum bereits von einem "starken Jahr" sprechen. Bekanntlich läuft es im Buchhandel ja auch "rund". Also wohl im Sinne von drunter und drüber, wie ein Hamsterrad das den Berg hinunter rollt.

    P.S.: Die Kampagne Buch hat deshalb so "hohe Aufmerksamkeit" gefunden, weil sie so grottenschlecht ist.

  • Helmer Pardun

    Helmer Pardun

    Daneben steige das Bewusstsein, was die persönliche Kaufentscheidung bewirkt: "Viele Kunden möchten das System großer Online-Konzerne nicht mehr unterstützen", so Riethmüller, "das letztlich die Vielfalt auf dem Buchmarkt gefährdet." - Bei allem Respekt für ehrenamtliche Führungskräfte und die gesellschaftliche Funktion von Leerformeln: hier bräuchte man doch die entsprechende Frage an die Leserschaft und die absoluten Zahlen. Sonst bleibt hier der Eindruck des Wunsches einer Sich-selbst- erfüllt-habenden-Prophezeiung. Ähnliches gilt natürlich für die Werbekampagne. Weil sonst nix besseres da ist, wir hier einfach Die Quantität des Mitmachend für die Qualität der Wirkung gesetzt. In anderen Kolumnen heißt sowas schon aus statistischer Sicht der "Unsinn des Monats".

  • Helmer Pardun

    Helmer Pardun

    "Daneben steige das Bewusstsein, was die persönliche Kaufentscheidung bewirkt: "Viele Kunden möchten das System großer Online-Konzerne nicht mehr unterstützen", so Riethmüller, "das letztlich die Vielfalt auf dem Buchmarkt gefährdet." - Bei allem Respekt für ehrenamtliche Führungskräfte und die gesellschaftliche Funktion von Leerformeln: hier bräuchte man doch die entsprechende Frage an die Leserschaft und die absoluten Zahlen. Sonst bleibt hier der Eindruck des Wunsches einer Sich-selbst- erfüllt-habenden-Prophezeiung. Ähnliches gilt natürlich für die Werbekampagne. Die Berufsgenossenschaft schreibt solche gelb- schwarzen Aufsteller für glitschig nasses Terrain zur Vermeidung von Stürzen, Verletzungenn und Unfällen vor. Weil sonst nix besseres da ist, wir hier einfach die Quantität des Mitmachens der Buchhändler ür die Qualität der Wirkung der Botschaft esetzt. In anderen Kolumnen heißt sowas schon aus statistischer Sicht der "Unsinn des Monats".

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