Lit.Cologne startet heute

Attraktives Förderumfeld

Mit der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises startet heute wieder das Kölner Lesefest Lit.Cologne (bis 22. März). In den 13 Jahren seit der Gründung in 2001 ist es nicht nur für das Publikum immer attraktiver geworden. Auch Sponsoren und Förderer, darunter der Filialist Thalia, reißen sich um ein Engagement für die Lit.Cologne − das oft kreativer ausfällt, als nur den Geldhahn zu öffnen. VON MAX FLORIAN KüHLEM

Weil die Lit.Cologne privatwirtschaftlich konzipiert ist, finanziert sie sich ausschließlich über Eintrittsgelder und Mittel von Sponsoren und Förderern. 2013 lag der Etat bei 1,5 Millionen Euro, 35 bis 40 Prozent davon kommen von Sponsoren. Dass zum Beispiel das Kinderprogramm Lit.Kid.Cologne über die Jahre von 24 auf in diesem Jahr rund 100 Lesungen ausgeweitet werden konnte, liegt vor allem am großzügigen Engagement der Stiftung des 2007 verstorbenen Schokoladen-Unternehmers Hans Imhoff. Dieses Jahr gibt sie 100.000 Euro für die Veranstaltung von Kinderlesungen.

Jutta Rohde, Sprecherin der Imhoff-Stiftung, gerät beim Thema Lit.Kid.Cologne sofort ins Schwärmen: "Die Bildung von Kindern und Jugendlichen ist uns ungemein wichtig. Dass sie das haptische Erlebnis erfahren, ein Buch in den Händen zu halten, sich in diesen schnelllebigen Zeiten zutrauen, es ganz durchzulesen − dabei kann ihnen das Erlebnis einer Lesung helfen", sagt sie. "Und vielleicht werden diese Kinder zu den Museumsbesuchern von Morgen." Neben des großen Förderbatzens stellt die Stiftung für zwölf Kinderlesungen auch die Bel Etage des Schokoladenmuseums am Rhein zur Verfügung. "Da ist immer erstmal der phantastische Blick auf den Dom und über die Stadt ein Ereignis", weiß Jutta Rohde, "aber nach spätestens zehn Minuten sind die jungen Besucher still und gefangen von den Worten."

Zu den Hauptsponsoren der Lit.Cologne zählt seit Jahren die Buchhandelsgruppe Thalia. "Neben der finanziellen Unterstützung engagieren wir uns vor allem während des Festivals vor Ort, um die Lit.Cologne mit unterschiedlichen Aktionen zu bereichern", sagt Sprecherin Mirjam Berle. Dazu gehören natürlich Büchertische auf einem Großteil der 196 Veranstaltungen an elf Tagen, aber auch ein Festivalblog im Internet, das Skizzenbuch. Thalia-Buchhändler sind dafür als Reporter unterwegs und berichten von den Veranstaltungen. "Außerdem bewerben wir das Literaturfest seit Februar mit ausgewählten Büchertischen und natürlich der Auslage des Programmhefts bundesweit in unseren Buchhandlungen", so Berle.

Dass eine Buchhandelsgruppe zu den Sponsoren eines der größten europäischen Literaturfestivals gehört, überrascht weniger. Doch auch Chemie- und Energiekonzerne oder eine Wirtschaftskanzlei engagieren sich stark für die Lit.Cologne. "Wir fördern alle Veranstaltungen des Erwachsenenprogramms", informiert Rheinenergie-Sprecherin Ronja Walther. "Wir wollen dazu beitragen, dass Köln eine Stadt mit attraktiven Angeboten bleibt. Wir achten dabei insbesondere auf Veranstaltungen, die bezahlbar sind und jedermann ansprechen." Der Energieversorger präsentiert die Lesungen, die auf dem eigenen Rheinschiff stattfinden und vergibt das Silberschwein, den Preis für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt.

Die Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle führt die Verwurzelung in der Region mit dem Kölner Standort, aber auch die wachsende europaweite Bedeutung des Literaturfestivals an. "Die Lit.Cologne ist für uns eine unterstützenswerte Veranstaltung, die den Kulturbetrieb bereichert", betont Sprecher Florian Bergmann. Zusammen mit den 25 weiteren Partnern wird sein Unternehmen ihr sicher ein langes Weiterleben bescheren. 

Das Festival findet vom 12.–22. März statt. Programm und weitere Informationen auf der lit.Cologne-Website.

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