Weltbild-plus-Mitarbeiter in Ungewissheit

Der Schutzschirm schließt sich

Bis zum nächsten Mittwoch fließt das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur für die Mitarbeiter bei Weltbild plus. Wenn am 30. April der Schutzschirm geschlossen wird und das insolvente Unternehmen die Löhne wieder selbst zahlen muss, wird sich klären, wie der Sozialplan für die Mitarbeiter des Unternehmens aussieht. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass weitere Entlassungen geplant sein sollen.

Auf Weltbild plus soll nach der Ankündigung zur Betriebsversammlung vom 20. März, mindestens 580 Stellen beim Mutterkonzern zu streichen, eine weitere Entlassungswelle zurollen. Das glaubt zumindest Stefan Mayr von der „Süddeutschen Zeitung“. „Aus gut informierten Kreisen“ heiße es, schreibt Mayr, dass die Verhandlungen über einen Sozialplan noch in dieser Woche abgeschlossen werden sollen. Dann solle wie bei der Weltbild-Mutter  eine Transfergesellschaft für die Mitarbeiter eingerichtet werden.

Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wie stark die Streichungen beim Filialnetz tatsächlich ausfallen werden: Von den 220 Weltbild-Filialen sollen mindestens 60 schließen, 40 weitere sollen laut Medienberichten „auf der Kippe stehen“. Gewissheit darüber gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. [Update vom 24. April: So berichtet die „Augsburger Allgemeine“ etwa, dass weniger Buchläden das Aus drohe. Nur „rund 50 Filialen“ sollen nach Informationen der Zeitung geschlossen werden.]

Die Augsburger Agentur für Arbeit veranstaltet am 28. April eine Stellenbörse mit Logistikunternehmen (darunter auch Amazon) − eingeladen sind auch ehemalige Weltbild-Mitarbeiter, die bereits die Kündigungen erhalten haben. Die Weltbild plus Medienvertriebs GmbH & Co. KG hatte nach der Entflechtung von Hugendubel im Februar für das Filialgeschäft ein Schutzschirmverfahren beantragt. Seit drei Monaten erhalten die Mitarbeiter von der Arbeitsagentur Insolvenzgeld. Wenn diese Zahlungen am 30. April auslaufen und der vorläufige Sachwalter Christian Plail die Gehälter der Weltbild-plus-Mitarbeiter aus dem laufenden Geschäft finanzieren muss, erhöht sich der Druck bei der Suche nach einem Investor nochmals. Denn für die Muttergesellschaft, die Weltbild-Verlagsgruppe, wurde Anfang April das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet.

Anfang Mai soll feststehen, welcher Käufer oder Investor bei der insolventen Verlagsgruppe einsteigt und auf welche weiteren Einschnitte sich die Mitarbeiter gefasst machen müssen. Bis zum 24. April müssen alle Interessenten verbindliche Angebote im Bieterverfahren abgeben. Geiwitz will die Weltbild-Gruppe möglichst als Ganzes erhalten. Im Gespräch ist neben der Wiener Management Trust Holding MTH auch Holtzbrinck. Die „Süddeutsche Zeitung“ bringt einen weiteren „Finanzinvestor“ ins Spiel. Details zu jenem namenlosen Bieter gibt es keine. [Update vom 24. April:  In der  „Augsburger Allgemeinen“ heißt es dazu näher: „Auf den Fluren des Weltbild-Verlages ist von einer skandinavischen Investoren-Gruppe die Rede, die mit Rentenfonds und Lebensversicherungen ihr Geld macht.“]

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36 Kommentar/e

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  • Beobachter

    Beobachter

    Wenn man den Pressemeldungen des gestrigen Tages Glauben schenken darf, werden nun nur ca. 50 statt 100 Filialen geschlossen. Hier zahlt es sich also mal wieder aus, Betriebsräte in den Filialen zu haben, die für ihre Mitarbeiter kämpfen. Wenn tatsächlich eine Transfergesellschaft kommt, ist das meiner Meinung nach ein super Verhandlungsergebnis für die Arbeitnehmer. Traurig für alle Filialen, die schließen, aber Glück im Unglück...

  • G. Schlossen

    G. Schlossen

    Verstehe.Nix genaues weiss man nicht. Was für eine Nachricht.
    Da in dieser Firma jeder noch so arbeitsunwillige Kollege auf Kosten der motivierten Mitarbeiter weiter mit durchgeschleppt wird, ist es eigentlich auch egal.Die Kündigungen bekommen sowieso die Falschen, soviel steht fest. Und damit auch, wie es in der Zukunft um diese Firma bestellt sein wird.

  • Kollege

    Kollege

    @G.Schlossen

    Selten so einen unsolidarischen und zynischen Kommentar gelesen.

  • G. Schlossen

    G. Schlossen

    @Kollege

    Lieber Herr Kollege,

    ob sie es nun glauben, oder nicht, es gibt tatsächlich auch Mitarbeiter, die für ein Team eine Belastung sind. Zwar ist es es natürlich, dass Leistungen unterschiedlich gut sind ; in einem funktionierenden Team gleicht sich so etwas aus.

    Allerdings gibt es eben auch Menschen, die nur auf Anweisung aktiv werden, sich dumm stellen, wo sie können, Menschen, die immer die ersten sind, wenn es um Freiwünsche geht und die eine Erkältung oder Migräne schnell mal eine Woche ans Bett fesselt. Gar nicht mal so selten wie sie sicherlich glauben regieren solche Kollegen dann auch die informelle Ebene, da sie im Intrigen spinnen sehr versiert sein können usw (ich habe hier mal einiges zusammengefasst).

    Solche Kollegen sind der Tod eines jeden Teams und können den möglichen Erfolg zunichte machen.

    Ich will hier nicht in Abrede stellen, dass im Management unserer Firma viele Fehler gemacht worden sind (darüber wurde hier nun auch reichlich diskutiert) , allerdings wollte ich an dieser Stelle auch mal darauf hinweisen, dass es - und da beziehe ich mich nicht nur auf meine Filiale, sondern weiss von anderen Kollegen auch, wie andernorts damit umgegangen wird- bei uns auch ein grosses Problem mit der mittleren Führungsebene gibt, die in diesen Fällen aktiv werden müsste, sei es mit Vermittlung, Versetzung o.ä. . Der BL bei Weltbild macht gar nichts .Er ist ein reiner Fussabstreifer für die hohen Herren, darf selbst nichts entscheiden und ist dem FL weder Hilfe , noch Motivator. Hauptsache er kommt selbst ungeschoren davon.

    Den BR interessiert es überhaupt nicht, was jemand für eine Leistung bringt, ihm geht es immer nur um die Frage, sind alle Vorschriften eingehalten, werden die Standards nicht unterlaufen, ist das Maximale rausgeholt etc. Im Falle der Rationalisierung o.ä. zählt nur, wer wie alt und wie lange da und wen zu versorgen hat. Mir ist das ein bißchen zu wenig. Aber Klassenkampf ist kuschlig.

    Bei Weltbild ist leider allzu oft der der Dumme, der sich engagiert, tauscht oder einspringt, wenn Not am Mann ist ; selbst Vorschläge macht oder gar initiativ wird (Hilfe, es gibt doch schon den grossen Masterplan an dem -natürlich mit Hochdruck- stets weiter gefeilt wird. Keine Fragen stellen bitte, alles was man wissen muss steht in der Tagesinfo. Darüber hinaus, warum etwas wie entschieden wurde ist im Augsburger schwarzen Loch verschwunden...).

    Es tut mir leid, dies so sagen zu müssen, aber mich wäre inzwischen ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende. Das nennt man wohl innere Kündigung.

    Alles Gute für Sie und alle anderen motivierten und engagierten Kolleg/Innen.

  • BR

    BR

    Ja, das stimmt, als BR sortiere ich nicht nach subjektiven Kriterien aus, ob jemand "High- oder Lowperformer" ist, wie der Arbeitgeber so schön sagen würde. Da schaue ich auf die sozialen Kriterien, das ist ja von Amts wegen meine Aufgabe. Die WBPlus Filialen kranken wohl kaum an diesen individuellen Fällen sondern an einer nicht vorhanden Perrsonalentwicklung und einem demotivierenden, bevormundenden, und autokratisch geführtem Hierarchiesystem, das ja nun in der Insolvenz zum Glück aufgrund der Abwesenheit der Führungskräfte in den Filialen komplett zum Erliegen gekommen ist. Manch einer hat seinen BL seit Monaten nicht zu Gesicht bekommen. Mit einem neuen Investor wird dieses System hoffentlich der Vergangenheit angehören. Alles andere wäre ein weiteres Himmelfahrtskommando. Und dann gibt es keinen Schutzschirm mehr.

  • Human Resource Manager

    Human Resource Manager

    Wenn ca. 50 Filialen geschlossen werden, kann das m.E. doch nicht bedeuten, dass unbedingt genau deren Mitarbeiter in die Wüste geschickt werden.
    Auch in den WB-Filialen, in denen rote Zahlen geschrieben werden, gibt es sehr motivierte und erstklassig arbeitende Verkäufer. Es kann doch absolut nicht sein, dass "klein Erna" mit schlechtem Hauptschulabschluss und wohlmöglich ohne jegliche kaufmännische Ausbildung zufälligerweise in einer Filiale beschäftigt ist, die sehr gute Deckungsbeiträge für die Bilanz des WB-Unternehmen liefert, im Unternehmen bleiben darf, hingegen aber eine hochmotivierte und immens engagierte Fachkraft (mindestens dreijährige Ausbildung zum Buchhändler), die sich in einer Niederlassung seit Jahren abrackert, wo die Geschäftslage nun mal eben schlecht ist und die Kunden fast ausschließlich aus dem Arbeitermilieu stammen, deshalb gefeuert wird.
    Ich hoffe sehr, dass man in der WB-Personalabteilung genaue Leistungsprofile aller im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter hat. Die Bezirksleiter werden garantiert die Leistungsträger wie auch die nur als Mitläufer zu bezeichnenden Mitarbeiter aus ihren jeweiligen Bezirken den Personalern von WB längst mitgeteilt haben. Daher nochmals mein Aufschrei, nicht einfach das Personal von defizitären WB-Filialen zu feuern, sondern die Kündigung auf Basis mangelnder Ausbildung und vor allem mangelndem Engagements auszusprechen.
    Ferner sollte bedacht werden, dass man sich ausreichend Personalreserven für Springerfunktionen etc. behält. Auch die natürliche Fluktuation sollte vorausschauend hinreichend berücksichtigt werden.

  • Anonymous

    Anonymous

    @Beobachter
    Das ist ja das Dümmste, was ich seit langem gehört habe. Der BR hat gar nichts erreicht oder bewirkt. Diese Selbstbeweihräucherung stinkt zum Himmel......

  • WB-Mitarbeiter

    WB-Mitarbeiter

    Wofür sind eigentlich unsere Bezirksleiter da? Man sieht sie kaum und hört wenig von ihnen. Samstags muss ich als Filialleiter immer präsent sein. Ich habe also nie ein Wochenende, dass ich mal mit Frau und Kindern gemeinsam verbringen kann.
    Samstags hingegen habe ich aber noch nie mal was von meinem Bezirksleiter vernommen. Womit der sich die ganze Woche so beschäftigt, ist mir ein großes Rätsel.
    Jedenfalls gibt es im Bereich dieser Positionen ein gigantisches Volumen, um Personalkosten zu senken.

  • Toni Buddenbrock

    Toni Buddenbrock

    @G. Schlossen
    Ich stimme Ihnen voll zu. Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • Beobachter

    Beobachter

    Kein Betriebsrat, kein Interessenausgleich und Sozialplan. Insofern haben alle Betroffenen grad ein Riesenglück, dass der Gesetzgeber in solch einem Fall die Zuständigkeit des Gesamtbetriebsrates bejaht! Ich in schockiert, wie einige hier über die Mitarbeiter mit einem geringen Qualifikationsgrad denken. Als ob man die jetzt einfach ohne Sozialauswahl in die Wüste schicken sollte, am besten noch betriebsratslos ohne einen Euro in der Tasche!

  • Ruth

    Ruth

    @Beobachter
    Wir leben hier nicht im Sozialismus pur. Die DDR gibt es zum Glück seit Jahren nicht mehr.

  • G. Schlossen

    G. Schlossen

    @BR

    Es tut mir leid, aber, wie gesagt, ich kenne einige solcher "individuellen Fälle". Dein nonchalanter Duktus beweist, dass dir "Performance", also Leistung, wirklich piepegal ist. Und das genau ist eben nicht, was im Gesetz steht. Du solltest GEMEINSAM mit der Betriebsleitung VERTRAUENSVOLL im Sinne des Unternehmens handeln und entscheiden. Dass dazu immer zwei willige Seiten gehören und es auf Arbeitgeberseite ebenso an diesem Willen mangelt, ist mir auch klar.

    Ich danke jeder Kolleg/In die sich aus der Deckung begibt und sich für andere engagiert. Der BR ist auch nicht die Ursache der Misere. Aber so wie er sich in der Vergangenheit verhalten hat, ist er zumindest Teil des Problems. So wie es der Firma nicht möglich zu sein scheint, mal eine Anregung aufzunehmen, so versteht sich der BR als reiner Besitzstandswahrer der Interessen von Verdi. Die Leidtragenden sind die, die sich dazwischen aufreiben. Beide Seiten sollten mehr differenzieren und genauer hinschauen. Dazu gehört dann aber leider auch, zu erkennen, wenn jemand nicht teamfähig ist und gar keinen Willen mitbringt, am Teamerfolg mitzuwirken.
    Das ist übrigens keine Frage der Qualifikation, sondern der Einstellung.

  • Filialleiter

    Filialleiter

    @G. Schlossen

    Endlich mal jemand, der mit dem Begriff "Einstellung", das ausspricht, was mir bei den o.a. Beiträgen bislang zu kurz gekommen ist.
    Ich bin ein Filialleiter mit Fleisch und Blut. Die Arbeit macht mir Spaß und ich bin so engagiert wie es nur eben geht. Ob Fieber, Migräne, Zahnschmerzen, Hexenschuß, etc..., ich schleppe mich zur Arbeit und habe in den vielen Jahren, die ich bei WB Plus bin, noch nie gefehlt. Wenn ein Mitarbeiter ausfällt, bin ich sofort zur Stelle. Wenn es nicht anders geht, arbeite ich auch zwei Schichten hintereinander. Da die Personaldecke so dünn ist, geht das oft nicht anders. Bei jeder Befindlichkeitsstörung legt mir meine Hauptkraft eine Krankmeldung vor, die für mindestens eine Woche gilt. Die Folgekrankmeldung für eine weitere Woche oder gar mehr gilt als sicher. Dass ich das immer auffange, ist für mich selbstverständlich. Damit die Personalabteilung keinen Ärger bekommt, schreibe ich immer nur eine Teil der von mir geleisteten Stunden auf. Das weiß auch mein Bezirksleiter und nimmt es als selbstverständlich hin. Ich akzeptiere das alles, weil ich mit Leib und Seele bei der Arbeit bin. Über ein kleines Lob oder ein Wort der Dankbarkeit durch meinen Bezirksleiter würde ich mich aber dennoch freuen.
    Dass ich bei den Inventuren oder Krankheitsfällen in den "Nachbarfilialen" sofort aushelfe, ist für mich selbstverständlich. Wie oft habe ich meinen Urlaub verschoben oder nach zwei Tagen abgebrochen? Ich könnte es gar nicht mehr zählen. Ich mache dies alles, weil es mit meiner Einstellung zur Arbeit zu tun hat. Bei meinen Mitarbeitern kann ich eine solche Verbundenheit zur Arbeit (bzw. zum Unternehmen) nicht erkennen. Das kann man wahrscheinlich auch nicht mehr ändern. Nur ärgert es mich gigantisch, dass eine solche Einstellung zur Arbeit, wie ich sie habe, im Rahmen der Insolvenz und ihrer Folgen gar nicht in eine Waagschale geworfen wird. Vermutlich muss ich gehen, während meine Mitarbeiterin aus irgendwelchen sozialen Überlegungen heraus, ihren Job behalten darf.

  • Ex-Fl

    Ex-Fl

    Hapuh.
    Nee, also SO kann das nix werden!
    Ich war schon vor Weltbild Filialleitung. Ich bin auch nach Weltbild wieder Filialleitung.
    Meine "Einstellung" ist mit Sicherheit eine, die ein Unternehmen fördert und weiterbringt und nicht bremsend wirkt. Allerdings: ich schreibe durchaus meine Stunden auf. Und ich nehme auch meinen Urlaub.
    Ich hab den auch schon mal sausen gelassen, wenn jemand Neues ins Team kam und eingearbeitet werden muß etc., ja. Einspringen, wenn Not am Mann ist, auch klar, und mal ne halbe Stunde länger bleiben, weil viel los oder Fragen oder oder und das schreibt man dann nicht auf, auch kein Ding. Aber es gibt mal klare Grenzen!! Auch ich hab mal ein Recht, meine Ruhe zu haben, ich habe ein Recht, meine gearbeiteten Stunden, wenn sie ein gewisses Maß überschreiten, auch aufzuschreiben und FLs, die so handeln, wie von Filialleiter beschrieben, und BLs, die dagegen nichts tun, sind für mich komplett unverständlich!
    Klar will man zum Wohl der Firma handeln, aber wenn es ja schon drauf angelegt wird, daß die Mitarbeiter so hmm, "überzogen" handeln (mir fällt gerade kein anderes Wort ein), wenn es sogar - wie auch schon erlebt / von anderen gehört - sozusagen auch mal stillschweigend erwartet wird, dann reicht es mal irgendwann.
    Wenn das Überleben eines Unternehmens DAVON abhängt, daß Mitarbeiter alles mitmachen und immer da sind, egal was ist... Aber das Ergebnis haben wir ja nun...
    Vielleicht ist es ja eine Lehre fürs nächste Mal, wenn der FL nun gehen und die "unproduktive" Mitarbeiterin bleiben sollte: es dankt einem keiner! Und ich rede nun nicht davon, Dienst nach Vorschrift zumachen, das tu ich auch nicht, siehe oben. Nur, wie ein Unternehmen sich fröhlich ohne Rücksicht auf Verluste zu entwickeln versucht, weil die Mitarbeiter sorgen ja schon dafür, daß es läuft, wie auch immer sie das vor Ort hinkriegen, das ist es halt nicht.
    Darüber reden wir alle aber doch eigentlich schon seit 2009...
    Und ja, ich kann verstehen, daß Mitarbeiter, die auf Deutsch gesagt den Hintern nicht hoch kriegen, nerven! Und solche, die sich im Dauerzustand gleich länger krank schreiben lassen, auch. Ich kann G.Schlossen nur recht geben. Ein funktionierendes Team fängt viel auf, man kann miteinander reden und jeder kommt mal zum Zug, jeder hat auch mal die ungeliebte Samstag-Abend-Schicht (als Bsp.). Ich kenne es "in toll" und ich kenne es leider auch anders. Ich kann gar nicht erwarten, daß alle meine Mitarbeiter so eine tolle Einstellung wie ich haben. Ich kann aber erwarten, daß alle ihre Arbeit machen und wenn das nicht so ist, muß man da was tun. Da sind dann aber auch die BLs als Unterstützung gefragt und man kann dann nur hoffen, daß sie an dieser Stelle auch da sind. Da sind die Erfahrungen wohl unterschiedlich.
    Mir fehlt die ganze Eierei nicht wirklich, drücke weiter allen die Daumen, gerade für die nächsten Tage...!

  • Tassilo

    Tassilo

    @13 (Filialleiter)
    Mal ganz provokant gefragt: Kann es sein, dass Sie es sich jahrelang schöngeredet haben, dass Ihr Arbeitgeber Sie nach Strich und Faden ausgenutzt hat?
    Nichts für ungut, aber mit der Annahme, es mache einen zum "Performer", haben sich schon sehr viele Leute sehr viel bieten lassen.

  • Filialleiter II

    Filialleiter II

    Ich muss leider gestehen, dass es mir wie Filialleiter I (oben) ergeht. Wenn ich an das Weihnachtsgeschäft im vergangenen Jahr mit den wesentlich längeren Öfnungszeiten in unserem Einkaufscenter denke, war das alles noch eine Ecke extremer. Hinzu kam ein verkaufsoffener Sonntag. Wenn erheblich längere Öffnungszeiten abzudecken sind, erhalte ich doch keine zusätzliche Aushilfe. Obwohl die einzige festangestellte Mitarbeiterin sich auch noch während der Adventszeit für 2,5 Wochen krankschreiben ließ, hat mich mein Bezirksleiter nie gefragt, wie ich das in den Griff bekomme. Die Aushilfen achten auf die Sekunde genau, dass sie auf keinen Fall länger arbeiten, als es der Aushilfsvertrag vorsieht. Das ist auch okay so. Was zum Teufel soll ich machen, wenn niemand da ist, den ich zum Abdecken einer Schicht eintragen kann. Soll ich den Laden einfach mal dicht machen? Da fallen sofort Konventionalstrafen an und ich erhalte die Kündigung. Es ist leicht, sich über meinen übertriebenen Einsatz lustig zu machen. Wenn man so in die Zange genommen wird von seinem Vorgesetzten, bleibt einem keine Wahl.

  • Oh je

    Oh je

    Wer sich seine Stunden nicht aufschreibt und schwer krank zur Arbeit geht, dem ist einfach nicht mehr zu helfen... Du bist ein Sklave... Für seine Arbeit bekommt man Geld, es sei denn du betrachtest es als Ehrenamt für WB zu arbeiten.

  • klausmaus

    klausmaus

    Finde es etwas niedertraechtig,Kollegen als Sklaven zu bezeichnen, die kraenkelnd zum Dienst kommen,damit z.B. die Kollegen nicht allein dastehen oder nicht wegkommen,oder eine Strafe droht.Sicher,die Stunden sollte man aufschreiben,den BL zwecks Loesung in die Pflicht nehmen,aber Sklave? Anscheinend sind Verantwortungsgefuehl und Gemeinsinn fuer "Oh je" nicht so erstrebenswerte Eigenschaften?! Wenn alle etwas mehr davon besaessen,wer diie Zusammenarbeit sicher in vielen Teams angenehmer.

  • Filialleiter II

    Filialleiter II

    @ klausmaus
    Vielen Dank für Ihre Stellungnahme, die mein Pflichtgefühl bestätigt.
    Zu Ihrem Einwand, den BL zwecks Lösung des Problems der nicht ausreichenden Personaldecke in die Pflicht zu nehmen, muss ich Ihnen mitteilen, dies sehr häufig getan zu haben. Als Antwort bekam ich immer wieder zu hören, dass ich in einen defizitären Filiale arbeiten würde, deren wirtschaftliche Situation es momentan nicht zulasse, noch eine weitere Aushilfe einzusetzen. Als BL einer solchen WB-Niederlassung hätte er keinerlei Verhandlungsspielraum. Der Druck von ganz oben sei hier ganz immens und durch nichts zu überlisten. Ich solle warten, bis die Ertragslage meiner Filiale wieder besser sei. Eine solche Tallage müsse man mit viel Einsatz überwinden.
    Nun, wie soll ich da was ändern? Da gibt es lediglich zwei Optionen. Entweder zieht man sich diesen unbequemen Schuh an oder reicht die Kündigung ein. Angesichts der Arbeitssituation im Buchhandel führt eine Kündigung nur in die langfristige Arbeitslosigkeit. Ist das erstrebenswert? Wenn man wie ich noch eine Familie zu ernähren hat, ist man gezwungen, sich zum Sklaven machen zu lassen. Um die Schufterei mental zu verarbeiten muss man sich immer schönreden, der wirtschaftliche Erfolg trete schon ganz bald ein. Man baut sich ganz einfach Luftschlösser und redet sich ein, der Wandel in normale Arbeitsbedingungen sei zum Greifen nah..........

  • Beobachterin

    Beobachterin

    Was Weltbild und Hugendubel (ich glaube, beide Firmen waren verantwortlich) in den WeltbildPlus-Filialen an Unternehmenskultur möglich gemacht haben, ist wirklich erschreckend. Engagement bis zur kompletten Selbstaufgabe ohne Aussicht auf erträgliche Arbeitsbedingungen? Da muss sich in Zukunft dringend etwas ändern. Wenn es so weitergeht und die Führungsebene und die Mitarbeiter ncht umsteuern, kann man eigentlich sofort aufhören. So schlimm die Berichte über die Zustände hier klingen, ist es doch wichtig, dass offen ausgesprochen wird, was in diesem Unternehmen schief läuft.

  • Apothekerin

    Apothekerin

    @Beobachterin
    M.E. ist es angesichts der Postings, auf die ich gerade mehr oder weniger zufällig gestoßen bin, bei den WeltbilPlus-Filialen nicht gerechtfertigt, noch von "Unternehmenskultur" zu sprechen. Dieser Begriff vermittelt positive Werte, die bei WB schon längst über die Wupper gegangen sind. Man hat bei den o.a. Schilderungen den Eindruck, Passagen aus den novels von Charles Dickens zu lesen. Und zu meiner großen Schande muss ich eingestehen, dass nur wenige Häuser von meiner Apotheke entfernt, eine WeltbildPlus-Filiale seit vielen Jahren ansässig ist. Und ich habe nichts bemerkt! Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, dass dort Angestellte so ausgenutzt (ja man muss schon sagen "mißhandelt") werden. Mir käme es nie in den Sinn, meine Mitarbeiter auszupressen wie eine Zitrone, letztendlich nur zur Maximierung des Geschäftsergebnisses.

  • Jokers FL

    Jokers FL

    @1:

    Was das positive Verhandlungsergebnis zwischen Arbeitgeber und Gesamtbetriebsrat angeht, kommt es wohl sehr auf die Perspektive an, von der man das Ganze betrachtet.
    Vielen Mitarbeitern bei Weltbildplus wäre hier ganz konkret wohl eher damit geholfen, wenn es keinen Gesamtbetriebsrat geben würde und es keine Verhandlungen gegeben hätte.
    Warum? Ganz einfach. Die bundesweit verstreuten Weltbild Filialen wurden in 31 Wirtschaftsräume eingeteilt. Wenn nun die Massenschließungen von den Filialen anstehen, dann sind nicht "nur' die Mitarbeiter aus den Schließungsfilialen betroffen, sondern auch z.B. Filialleiter aus den wirtschaftlich erfolgreichen Filialen. Der wirtschaftliche Erfolg einer Filiale hängt auch (natürlich nicht ausschließlich) vom Engagement und der beruflichen Kenntnis des FL ab.
    Wenn jetzt also die Filialen schließen, wird sich der Wirtschaftsraum angeschaut. Wenn in der Schließungsfiliale z.B. ein schon älterer FL, der längere Zeit im Unternehmen ist und ein Kind im Alter von 16 Jahren hat, arbeitet, dann bekommt dieser die Möglichkeit, in eine Filiale aus "seinem" Wirtschaftsraum zu wechseln. Der FL aus der gut gehenden Filiale, der noch etwas jünger ist, noch nicht so lange dabei, aber der ein jüngeres Kind hat, für das er noch länger sorgen muss, darf dann seinen Hut nehmen bzw. in die Transfergesellschaft für max. ein Jahr wechseln.
    Aus Sicht dieses FL wäre es sicherlich besser gewesen, es hätte keine Verhandlungen gegeben, denn dann wäre er nicht arbeitslos geworden.

    Und die geringfügig Beschäftigten, die mittlerweile ca. 2/3 der Mitarbeiter im Unternehmen stellen, bekommen im Übrigen kein Angebot, in die Transfergesellschaft zu wechseln. Sie werden arbeitslos und bekommen 500 € Abfindung.

    Ich weiß jetzt nicht, ob ich das als so tollen Verhandlungserfolg werten würde.
    Wie gesagt, kommt auf die Perspektive an.

  • älterer FL

    älterer FL

    @ Jokers FL
    Ich schließe mich komplett Ihrer Meinung an. Seit vielen Jahren arbeite ich bei WB, erst als Angestellter, nach kurzer Zeit dann als FL. Neben der Ausbildung zum Buchhändler habe ich noch einige Zusatzqualifikationen, die in meinem Job sehr hilfreich sind. Knapp gesagt: Perfekt aufgestelt für meine Aufgabe.
    Bei meinem Vorgesetzten bin ich als Leistungsträger bekannt. Im Prinzip arbeite ich wie zwei Mitarbeiter. Auf die Uhr schaue ich nie. Brummt der Laden, bin ich auch gerne über die nur zulässigen zehn Stunden hinaus im Einsatz. An erster Stelle in meinem Leben steht der Beruf. Viele werden über diese Einstellung lachen. Bei mir ist es nun mal so und ich bin zufrieden. Leider konnte ich keine Kinder zeugen. Als junger Mann habe ich unter der Zeugungsunfähigkeit sehr gelitten und war lange in psychologischer Behandlung. Es hat lange gedauert, bis ich mich so annehmen konnte, wie ich bin. Und nun wird durch die tollen Verhandlungsergebnisse des BR meine Kinderlosigkeit wieder zum Verhängnis. Obwohl ich nie gefehlt habe und mir nie etwas zuviel war, wird mir der Job (meine Existenz!!!) genommen und an einen anderen WB-Mitarbeiter vergeben, nur weil er ein Kind zeugen konnte und ich nicht. Das, was der BR hier erstritten hat, ist für mich die Kündigung. Vielen Dank BR!

  • anonym

    anonym

    Irgendwie scheint hier ein Missverständnis vorzuliegen, das Kündigungsschutzgesetz schreibt eine Sozialauswahl vor, nicht die Verhandlunsgparteien Arbeitgeber oder BR. Ansonsten würden ja logischerweise alle Kündigungsschutzklage einreichen, die jetzt gekündigt würden... Dann würde über die ganze Bundesrepublik hinweg das Personal von A nach B wandern...
    Dass geringfügig Beschäftigte nicht in die Transfergesellschaft kommen, liegt daran, dass sie keine sozialversicherungspflichtige Anstellung haben - sprich sie haben nichts eingezahlt und können dementsprechend kein Kurzarbeitergeld von der Arbeitsagentur bekommen... So ist nun mal die Rechtsprechung laut Sozialgesetzbuch, da kann der Arbeitgeber nichts machen. Aber ich gebe meinen Vorrednern Recht, es ist bitter.... Bleibt nur zu hoffen, dass ein Großteil aus den Schließungsfilialen freiwillig in die Transfergesellschaft geht und dort gut qualifiziert einen Neustart angeht.

  • Dipl. Volkswirt

    Dipl. Volkswirt

    @Betriebsrat
    Ein Buchladen benötigt Mitarbeiter mit guter Ausbildung, Belastbarkeit und ausgeprägter Leistungsbereitschaft. Der BR ist in der Regel ein Holzbein für einen wirtschaftlich erfolgreichen Laden. Wenn es die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens zulässt, können auch gerne soziale Aspekte Berücksichtigung finden. Damit meine ich, dass man auch mal bei guten Bilanzergebnissen die Personalauswahlkriterien herunterschrauben kann und bspw. eine Mutter von drei kleinen Kindern beschäftigt, obwohl sie nicht vom Fach ist und bei Bedarf nicht mal ein oder zwei Stunden länger arbeiten kann, als es ihre Schicht es vorsieht, da sie zu einer fixen Zeit ihre Kinder von der Kita abholen muss. Mit ihren starren idealistischen Forderungen haben BR schon häufiger einem Unternehmen schwer geschadet. Leistungsträgern zu kündigen, um dafür anderen, die lediglich Dienst nach Vorschrift machen, in der Belegschaft zu belassen (nur weil sie vielleicht ein Kind zu versorgen haben), ist zwar unter sozialen Aspekten nobel, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten jedoch absolut fatal. In letzter Konsquenz können solche Vorgehenweisen dazu führen, dass am Ende alle ihren Job verlieren.

  • Oh je

    Oh je

    Jetzt ist also der BR Schuld daran, dass die 50 Filialen schließen (nur zur Erinnerunng: es sollten 100 geschlossen werden!!!) und der Arbeitgeber Personal abbaut? Ist der BR auch Schuld an dem unverkäuflichen Schrott, der zwangsweise jahrelang zugeteilt wurde und die Kunden reihenweise vertrieben hat? Dass bei Massenkündigungen eine Sozialauswahl stattfindet ist euch neu? Vielleicht einfach mal ins Gesetz hineinschauen. Sozialauswahl:

    Dauer der Betriebszugehörigkeit,
    Lebensalter,
    Unterhaltspflichten und
    mögliche Behinderungen (Schwerbehinderung)

    Bei der Beurteilung sind diese 4 Kriterien Pflicht. Über ein Punkteschema (Bewertung der einzelnen Arbeitnehmer entsprechend der Kriterien mit Punkten) wird eine Rangliste erstellt.

    Mann, so viel Unkenntnis hätte man von den selbsternannten Leistungsträgern nicht erwartet.... Mir tut es leid, für jeden einzelnen, der gehen muss, aber man sollte vielleicht die Kirche mal im Dorf lassen.

  • Jokers FL

    Jokers FL

    @26:

    Selbstverständlich ist der GBR nicht schuld an den Filialschließungen. Das habe ich auch nicht geschrieben.

    ABER: Es gab in der Vergangenheit bereits etliche Filialschließungen, es ist ja nun nicht so, dass die Weltbild Filialen in den vergangenen Jahren wirtschaftlich gut dastanden.
    Pro Jahr wurden ca. 20 Filialen geschlossen, nur ist das eben nicht so aufgefallen, da das mediale Interesse nicht besonders groß war.
    Verbessere mich bitte, aber nach meinem Kenntnisstand wurde in der Vergangenheit die Filiale geschlossen und die meisten Mitarbeiter wurden arbeitslos. Den einen oder anderen Mitarbeiter konnte man in einer anderen Filiale unterbringen, aber dafür musste kein anderer Mitarbeiter gehen.
    Hier liegt jetzt aber der Fall anders. Auch in Filialen, die gar nicht von einer Schließung betroffen sind, werden jetzt Mitarbeiter gekündigt werden.
    Und das ist absolut neu. Würde es den Gesamtbetriebsrat nicht geben, ich wette um all meine Ersparnisse, würde es wie in der Vergangenheit auch ablaufen.

    Nochmal, es kommt auf die Perspektive an. Für die Mitarbeiter in den Nicht-Schließungsfilialen sind die Verhandlungen fatal, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Man könnte die Sozialauswahl nämlich auch auf den Betrieb gesehen vornehmen und nicht auf das gesamte Unternehmen betrachtet.

    Die Punkteverteilung finde ich auch krass. Pro Jahr Betriebszugehörigkeit gibt es einen Punkt, pro Lebensalter auch einen (gekappt allerdings ab 55 Jahre, also max. 55 Punkte) und für ein Kind gibt es gleich 4 Punkte. Da fehlt mir die Ausgewogenheit.
    Also liebe Weltbild Filialmitarbeiter, jetzt könnt ihr euren eigenen Score schon mal selber ausrechnen.

    Man, diese Warterei ist zum Kotzen.

  • Massenkündigungen, nicht einfache Filialschließung

    Massenkündigungen, nicht einfache Filialschließung

    Es wird Massenkündigungen geben!!!. Wenn die ein oder andere Filiale schließt kräht tatsächlich kein Hahn danach, aber wenn Massenkündigungen anstehen wird kein Arbeitgeber auf eine Sozialauswahll verzichten. Wenn alternativ hunderte von Leuten Kündigungsschutzklage machen, würde eine bundesweite Sozialauswahl zum Tragen kommen... und ob jemand von Flensburg nach München umziehen möchte, nur weil ihm dieser Arbeitsplatz laut Sozialauswahll angeboten werden muss, wage ich zu bezweifeln... Da würde ich persönlich eher in die Transfergesellschaft gehen...

  • Arbeitsrechtler

    Arbeitsrechtler

    @ Jokers FL
    Die von Ihnen angesprochene Punktevergabe bei der Sozialauswahl ist nach der vor kurzem geänderten Sozialgesetzgebung wesentlich differenzierter und komplizierter als von Ihnen aufgeführt. Da nicht alles bis ins kleinste Detail geregelt ist, sind einige Problemfälle noch juristisch zu prüfen.
    Ein Beispiel möchte ich aufgreifen, um zu verdeutlichen, wie schwierig die Punktevergabe ist. Geburten bis zum 31.12.1999 werden wie von Ihnen aufgeführt zur Zeit generell mit vier Punkten bewertet. Für Geburten ab dem 01.01.2000 gibt es grundsätzlich sechs Punkte. War es jedoch eine Geburt mit Kaiserschnitt, werden 7,5 Punkte angesetzt, sofern die Geburt in einer Universitätsklinik erfolgte. Kam das Kind per Kaiserschnitt in einem Kreiskrankenhaus zur Welt, gibt es einen Sonderbonus von 0,5 Punkten. Wichtig ist auch, ob die Mutter des Neugeborenen zum Zeitpunkt der Geburt des Säuglings privat (2 Zusatzpunkte) oder gesetzlich krankenversichert (1 Minuspunkt) war. Soweit ist das ja noch alles einfach. Wurde das Kindaber im Ausland gezeugt, gilt die Punktetabelle gem. §73 Absatz 3b des Sozialgesetzbuches. Jedes Land hat hier einen spezifischen Punktwert. Die o.a. Punktetabelle wird halbjährig aktualisiert in Abhängigkeit der landesspezifischen Inflationsrate.
    Bei der Geburt von Zwillingen ist die Punktvergabe noch wesentlich komplexer. Sind es zwei Jungs, die zur Welt kommen, liegt der aktuelle Punktwert bei 10,333. Sind es hingegen zwei Mädchen, kommen nur 7,22 Punkte zum Ansatz. Handelt es sich bei den Zwillingen um ein Mädchen und einen Jungen, errechnet sich der Punktwert nach dem Gewicht des schwereren Kindes multipliziert mit.........
    Mit mehr Details möchte ich Sie gar nicht belasten. Richtig kompliziert wird es bei farbigen Kindern, bei denen auch der Wochentag, an dem das Kind zur Welt kam, durch einen Faktor berücksichtigt wird....

  • Leserin

    Leserin

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  • Jokers FL

    Jokers FL

    @28

    Das glauben Sie doch wohl selber nicht, dass die gekündigten Mitarbeiter von Weltbildplus in Strömen vor die Arbeitsgerichte ziehen und dort eine Kündigungsschutzklage einreichen.
    Die meisten haben keinen Rechtschutz und setzen sich auch nicht besonders vehement für ihre Rechte ein.

    Mitte 2009 gab es bereits Massenkündigungen bei Weltbildplus, diese dürften von der Anzahl der Betroffenen her viel massiver ausgefallen sein, als es jetzt der Fall sein wird. Damals gab es noch Vollzeitkräfte, es gab etwas zu verlieren ... doch was ist passiert?
    Kaum jemand hat geklagt, alles ging schnell wieder zur normalen Tagesordnung über.
    Warum sollte es jetzt anders sein? Im Gegenteil, selbst wenn 50 Filialen schließen sollten, wären gar nicht so viele Mitarbeiter betroffen, die wirklich von diesem Job leben.

    Studenten und andere Aushilfskräfte werden wohl kaum Kündigungsschutzklage einlegen. Die meisten Mitarbeiter sind zudem nur befristet beschäftigt, dort verlängert man einfach den Vertrag nicht. Auch diese Mitarbeiter können rechtlich gar keine Kündigungsschutzklage einlegen.

    Ich höre auch von keinen Protesten und irgendeiner wie auch immer gearteten Öffentlichkeitsaktionen von Seiten der Mitarbeiter. Also, kurz gesagt, vor diesen Mitarbeitern hat der Arbeitgeber nichts zu befürchten, auch eine Welle von Kündigungsschutzklagen hat er nicht zu befürchten.
    Ist vielleicht traurig, aber eine absolut realistische Einschätzung.

    @30
    Ja, das könnte man tatsächlich als Legeprämie ansehen. Aber bei der Punktevergabe (Wertung) sind die Verhandlungsparteien (Arbeitgeber und GBR) frei. Ich finde es halt nicht ausgewogen.

  • Außenstehender

    Außenstehender

    Lieber Gesamtbetriebsrat, ich denke, ihr hättet dem Arbeitgeber auferlegen sollen, statt einer Sozialauswahl eine Asozialenauswahl vorzunehmen. Dann müssten wir uns jetzt nicht mit diesen selbstverliebten und über allen anderen Kollegen stehenden selbsternannten High-Performern auseinandersetzten. Und die Filialen würden vermutlich auch wieder gut laufen, wenn man diese aussiebt. Wer solche Führungskräfte hat, braucht keine Feinde. Die haben vermutlich noch nie im Leben etwas für die Kollegen getan und immer brav genickt wenn die Vorgesetzten kamen... Geschweige denn jemals ein Buch in der Hand gehalten. Unfassbar, dass Buchhändler so geringe gesellschaftpolitische Kenntnisse und Vorstellungen besitzen. Da wundert es mich nicht, wenn ihr pleite geht...

  • Ex-Personaler

    Ex-Personaler

    @Ex-Personaler Kommentar gelöscht. Beachten Sie die Netiquette. Und beenden Sie doch bitte Ihr Selbstgespräch als Leserin, Arbeitsrechtler, Dipl. Volkswirt, älterer FL, Apothekerin und Filalleiter II.

  • Jurist, der früher mal als Aushilfe bei WB gearbeitet hat

    Jurist, der früher mal als Aushilfe bei WB gearbeitet hat

    Den Kriterienkatalog für die Sozialauswahl (sollte er wirklich so sein wie weiter oben beschrieben), der zwischen Arbeitgeber und BR ausgehandelt wurde, finde ich persönlich äußerst bedenklich. Er wird mit Sicherheit unzählige Kündigungsschutzklagen zur Folge haben, die WB garantiert verliert. Das kann noch alles sehr teuer für das Unternehmen werden.
    Ich wünsche allen ehemaligen Kollegen bei WB alles Gute für die Zukunft. Ihr wart alle sehr gut zu mir und ich habe stets gerne mit Euch zusammen gearbeitet. Viel Glück!

  • Thorben-Finn

    Thorben-Finn

    @32 Außenstehender

    Als ich gestern einen Hund traf, bellte er. Was das wohl zu bedeuten hat?

    Im übrigen macht es mich bestürzt, und auch ein Stück weit betroffen, wenn hier unterstellt wird, einsatzbereite Mitarbeiter wären für ein Unternehmen in der Krise wichtiger als alleinerziehende Mütter dreier Kinder.

  • Zukunft Weltbild

    Zukunft Weltbild

    Wir sind als Externe, aber Branchenkenner der Meinung, dass nur ein neues Geschäftsmodell die Basis für einen nachhaltigen Neuanfang für Euch sein kann. Zur Umsetzung unseres Geschäftsmodells „ZUKUNFT WELTBILD“ braucht es nur Euch und einen der GF/ BL, der mit uns ernsthaft darüber diskutieren möchte.

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