Blappsta will Bloginhalte fürs Smartphone optimieren

Freibier-App und Geschäftsmodelle für Weblogs

Die Darstellung von Weblogs auf dem Smartphone ist oft scheußlich – die Hannoveraner Nebelhorn AG will das mit ihrem Dienst Blappsta ändern. Oetinger-Verleger Jan Weitendorf, der zu den Gründern gehört, hat letztlich auch die Buchbranche im Visier. Zunächst richtet sich Blappsta an Blogger, die eine kostenlose, werbefinanzierte App erstellen können, sowie an kleine und mittlere Unternehmen.

Für Blogger seien Apps, die den Inhalt der eigenen Seite übersichtlich auf das Smartphone bringen, „bislang zwar eine sinnvolle Ergänzung, aber immer noch eine sehr teure Variante, ihre Leser mit Informationen zu ‚füttern‘“, erklärt die Nebelhorn Medien GmbH die Idee hinter ihrem neuen Tool. „Wir wollten etwas entwickeln, das den Bloggern und auch den Usern einen erheblichen Mehrwert schafft sowie schnell und einfach anzuwenden ist“, sagt Steven Zielke, Kopf des Entwicklerteams von Blappsta. In wenigen Schritten sollen Blogger eine eigene App einrichten können. Für WordPress, das gängige Content Management System auf dem Markt mit weltweit mehr als 60 Millionen Nutzern, hat das Unternehmen ein Plugin programmiert. „Der Blogger installiert dieses, nimmt noch ein paar Einstellungen vor – schon ist seine ganz persönliche Blappsta-App für iPhone und Android bereit für die Veröffentlichung.“  Künftig soll es auch eine iPad-Variante sowie eine Version für Windows Phone geben. Mehrere tausend Anmeldungen von Usern aus Asien, Brasilien und den USA sowie aus Europa, sollen bereits alleine für die iOS-Version eingegangen sein.

Unternehmen als Zielgruppe
Die Blappsta-App ist nach Unternehmensangaben kostenfrei, neue Blog-Inhalte sollen „sofort auch mobil verfügbar“ sein. „Blappsta bietet seinen Usern auch noch die Möglichkeit, mit der Einbindung von zielgruppenrelevanter Werbung Geld zu verdienen. Ein Teil dieser Einnahmen finanziert die Entwicklung und Pflege des Systems Blappsta“, heißt es zum Geschäftsmodell.

Für kleine und mittlere Unternehmen will die Nebelhorn AG mit Blappsta Business und Blappsta Enterprise professionelle Lösungen anbieten, „die spezielle Funktionen beinhalten, welche über die Bedürfnisse des Otto-Normalbloggers weit hinaus gehen und natürlich auch werbefrei gestaltet werden können“, sagt Zielke.

Mehr als nur Freibier: Im Visier steht die Content-Vermarktung
Wie Blappsta-Mitgründer und Oetinger-Geschäftsführer Jan Weitendorf auf Anfrage von boersenblatt.net erklärt, arbeitet das Unternehmen bereits konkret „an interessanten Nutzungsmöglichkeiten“ für den Buchhandel und Verlage. „Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die App einzusetzen. Unter anderem können wir iBeacon mit einbinden. Eine Möglichkeit, die es dem Handel ermöglicht, über die eigene App auf besondere Angebote im Laden hinzuweisen. Es gibt so viele Möglichkeiten der Nutzung, dass wir immer wieder von Kunden mit neuen Ideen konfrontiert werden, die wir in die App aufnehmen oder aufnehmen werden“, so Weitendorf. Die Biermarke Herrenhäuser setze die App beispielsweise in Kneipen im Raum Hannover ein. Besucher, die die App heruntergeladen haben, werden bei jedem Besuch von einem Bonussystem erfasst und erhalten beim zehnten Besuch ein Freibier.

Mit Hochdruck arbeitet Nebelhorn darüber hinaus an der Möglichkeit, den Content von Blogs zu Bezahlinhalten zu entwickeln. „Wir arbeiten an Vermarktungsmöglichkeiten für die Blog-Beiträge und stehen kurz vor Abschlüssen mit großen Anbietern, was die Bezahlbarkeit solcher Beiträge betrifft“, erklärt Jan Weitendorf gegenüber boersenblatt.net.

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