Weltbild ist unter der Haube

Paragon Partners kauft Weltbild

Die insolvente Verlagsgruppe hat offenbar einen Käufer gefunden, der das komplette Unternehmen übernehmen möchte. Medienberichten zu Folge werden die Münchner Finanzinvestoren Paragon Partners neue Eigentümer von Weltbild.

Das Gesamtpaket, das die Investoren nun erwerben, umfasst die Anteile am Tolino genauso wie das Katalog- und das Filialgeschäft. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat gerade hier in den vergangenen Wochen kräftig Ballast abgeworfen. Wie berichtet, sollen 53 der 220 Weltbild-Filialen geschlossen werden, 293 Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft wechseln. Auch auf Verlagsseite wurde die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert – knapp 600 Verlagsmitarbeiter befinden sich in einer Transfergesellschaft, die die katholische Kirche finanziert.

Für die verbliebenen rund 2.200 Mitarbeiter soll am morgigen Montag eine Versammlung stattfinden, bei der Arndt Geiwitz über den Verkauf informieren möchte.

Wer sind Paragon Partners?

Zunächst einmal keine arme Investmentgesellschaft. Auf der Homepage des Unternehmens ist von einem verwalteten Eigenkapital in Höhe von ca. 650 Millionen Euro die Rede.

Investiert wird laut Selbstbeschreibung in "etablierte, mittelständische Unternehmen mit signifikantem operativem Wertsteigerungspotential". Die Firmen würden unabhängig geführt und finanziert. Man begleite die Unternehmen aus einer Beiratsposition und unterstütze das Management.

Das Team von Paragon Partners verfügt beispielsweise mit Krischan von Moeller über jemanden, der die Verlagsbranche bestens kennt. Von Moeller war von 1999 bis 2002 Leiter Unternehmensentwicklung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und in dieser Position zuständig für strategische und operative Projekte der Gruppe sowie M&A Transaktionen.

Paragon Partners engagiert sich derzeit unter anderem bei der dtms, einem Mainzer Kundendialog-Spezialisten, oder beim Kühl- und Tiefkühlspezialisten Kadi AG. Auch an der Schülerhilfe waren die Investoren beteiligt.

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2 Kommentar/e

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  • Gundula Fleißig

    Gundula Fleißig

    @ Betriebsrat

    Liebe Interessensvertreter,

    bin wie viele andere Kollegen nun in der WB-Auffanggesellschaft. Ich frage mich, wie wohl die Abfindung, die gezahlt werden soll, berechnet wird. Von einer Freundin aus der Chemiebranche, die betriebsbedingt ihren Arbeitsplatz verloren hat, weiß ich, dass sie pro Dienstjahr ein zwölftel Jahresgehalt brutto für netto ausbezahlt bekam. Da sie in wenigen Monaten 25 Jahre als AT-Mitarbeiterin bei dem Chemieunternehmen tätig gewesen wäre, erhielt sie nochmals einen dicken Zuschlag brutto für netto. Mir ist bewusst, dass es der Chemiebranche besser geht als dem Buchhandel, aber dennoch muss es doch auch bei uns feste Regularien geben. Es wäre sehr schön, wenn Ihr Vertrauensleute mal grob skizzieren könntet, welche Faktoren die Höhe der Abfindung bestimmen. Es wäre in meinem Fall optimal, wenn auch die erbrachte Leistung und die Loyalität gegenüber dem Unternehmen und den direkten Vorgesetzten Berücksichtigung finden würden. Ich habe in den vielen Jahren keinen Tag krankheitsbedingt gefehlt, obwohl ich hätte zum Arzt gehen können, der mir medizinisch begründet gleich für mehrere Wochen am Stück Arbeitsunfähigkeit hätte bescheinigen können.

    Wäre wirklich sehr interessant, wenn man mal grob überschlagen könnte, wie hoch die Einmalzahlung ausfallen wird und wieviele Monate ich bei sparsamer Lebensweise damit überbrücken kann.

  • Wutbürger

    Wutbürger

    da macht sich echte Vetternwirtschaft breit: Paragon hat Jaclyn Schnau bei Kidoh eingestellt, die vorher bei windelbar rausgeworfen wurde und mit einem Paragon Manager verheiratet ist

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