Weltbild

Paragon will kapitalstarke Manager

Der neue Weltbild-Mehrheitsgesellschafter Paragon Partners will die Verlagsgruppe gründlich durchfegen und entschlacken. An der Spitze des Unternehmens sollen neue Manager stehen, die auch einen Gesellschafteranteil mit einbringen, so die "Süddeutsche". Damit es wehtut, wenn die Sanierung misslingt.

Das mittlere Management soll hingegen nach dem Willen der neuen Eigentümer bleiben. Vorrangiges Ziel sei es, die Kostenkontrolle über das Unternehmen wiederzuerlangen. Noch vor der Insolvenz seien hohe Summen in die Infrastruktur investiert worden, unter anderem 70 Millionen Euro für eine neue Logistik, so die "Süddeutsche". Nun müsse wieder kaufmännisches Denken einziehen.

Strategisch dürfte sich auch einiges ändern: Randsortimente wie Rasenmäher oder Elektronik sollen verschwinden, während vor allem der Handel mit E-Books und das Printgeschäft fokussiert werden sollen. Dabei gehe es nicht darum, Amazon Konkurrenz zu machen, sondern "schlaue Nischen zu finden".

Derzeit führe man laut "Süddeutsche" Gespräche mit Managern, die nicht nur Erfahrung, sondern auch eine "deutlich sechsstellige Summe" mitbringen sollen. 

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7 Kommentar/e

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  • Barnburner

    Barnburner

    Um die Sache mit dem "wehtun" werden die Weltbild Reste definitiv nicht umhin kommen. Derartige Umstrukturierungen sind im Normalfall SEHR unangenehm und ob das Ergebnis dann überlebensfähig ist, ist wieder eine ganz andere Frage.

    Keine Frage jedoch ist, dass Weltbild in seinen eigenen Problemen versulzt ist, bzw. dass kaufmännische Basics ganz offensichtlich seit Jahren nur mehr am Rande eine Rolle gespielt haben.

    Allerdings ist es eine Sache, den richtigen Kurs per Dekret auszugeben, ihn dann sicher zu steuern und den Kutter dann auch noch gut in den Hafen zu bringen, ist ein ganz anderes Thema.

    Es bleibt abzuwarten was aus der Sache letztlich wirklich wird. Ich persönlich habe vergleichbares bereits erlebt, und muss gestehen, dass ich heilfroh bin, das Ganze nur aus der Beobachterperspektive zu erleben.

    Abgesehen davon bleiben auch für den restlichen Buchhandel und die Verlagswelt die Probleme die gleichen, die sie vorher schon waren. Da hat also letztlich jeder genug eigene Baustellen und kann die weitere Weltbild Entwicklung ohnehin nur ab und an verfolgen.

  • G Schlossen

    G Schlossen

    Manager die auch was riskieren und somit ein Stück weit mit haften - meines Erachtens eine sehr gute Idee.

    Jasager und Absahner waren hier schon genug unterwegs und wurden bisher immer protegiert.

    Ein wenig mehr kaufmännisches Denken ist in dieser Firma tatsächlich vonnöten, denn hier wurde jahrelang an so einigen Stellen hemmungs- und nutzlos Geld verbrannt.

    Ich weiss wovon ich rede.



  • wilh.hüttermann

    wilh.hüttermann

    Die Paragon-Papers lesen sich sehr ermunternd - aber, wenn die allein verantwortliche Spitze sich nicht ändert, behält der Verein das Image eines Kramladens. Aber man wollte doch sein Weltbild durch Literatur vermitteln, oder?

  • Filialmitarbeiter

    Filialmitarbeiter

    Die Verschwendung von Geldern und mangelnde Kostenkontrolle waren sicherlich ein nicht zu unterschätzender Grund, der dann zum Niedergang und Insolvenz von Weltbild geführt hat.

    Da wurden Filialen für 120.000 bis 150.000€ generalüberholt, nur sah man das den Filialen leider nicht an. Da hat ein ganzes Heer an Architekten und Ladenbauern sich ein goldenes Näschen verdient und sich wahrscheinlich schlappgelacht. Nur wenige Monate später wurden dann einige von diesen teuer renovierten Filialen geschlossen. Das Geld wurde also komplett in den Sand gesetzt und hätte jetzt für Abfindungssummen der gekündigten Mitarbeiter sicher bessere Dienste leisten können.

    Bei Weltbildplus wäre es sinnvoll, auch das mittlere Management auszutauschen. Ein oberes Management gibt es dort eigentlich nicht. Sind alles nur Befehlsempfänger von Weltbild Augsburg gewesen.

    Bei ständig schrumpfenden Filialen und Filialmitarbeiter frage ich mich eh, wozu es da noch 3 (!) eigene Geschäftsführer und eine eigene Zentrale in München für Weltbildplus geben muss. Anstatt immer nur bei den Filialmitarbeitern Einsparungen vorzunehmen, fände ich es wünschenswert, mal Einsparungen beim Wasserkopf vorzunehmen.

  • Weißnix

    Weißnix

    Bevor man weitere Weltbildplus-Filialen, die man teuer "aufgemotzt" hat schließt, sollte als erstes eine neue Firmenphilosophie ausgearbeitet sein. Und die entsteht nicht, indem man Mitarbeitern kündigt oder die Köpfe im Management rollen lässt.
    Nicht alles an Weltbild und Weltbildplus war schlecht. Einfach alles Alte und teils Bewährte über Bord zu werfen, halte ich für den falschen Ansatz. Auch die Firmenkultur, die es gab, sollte man nicht komplett begraben. Es gab viele gute Ansätze, die man beibehalten sollte und mit neuen Strategien anreichern müsste.
    Ich habe den Eindruck, dass auf Teufel komm raus Neues aus dem Boden gestampft wird, ohne zuvor hinreichend überlegt und nachgedacht zu haben. Mir kommt das alles sehr bekannt vor, denn ich habe dies alles in einem anderen Unternehmen bereits auch mal erleben und erleiden dürfen. Das geht einem an die Substanz und zehrt an den Nerven. Es dauert nicht lange, und die neuen Manager müssen erleben, dass ihre tollen neuen Ideen ohne die Kunden (insbesondere von Weltbildplus) gemacht wurden. Die potentiellen Bücher- und Medienkäufer, die Weltbild lange treu gewesen sind, darf man nicht verlieren. Die müssen ihre alten Filialen wiedererkennen. Daher ist es ganz wichtig, bei allen Planungen und Neuausrichtungen diejenigen mit ins Boot zu nehmen, die tagtäglich mit den Kunden zu tun haben. Das sind die FL und deren Mitarbeiter, die genau wissen, was die Kunden an Weltbildplus schätzen und was sie auf der anderen Seite vermissen. Aus meiner eigenen kurzen Zeit bei Weltbildplus, die sehr lange zurück liegt, kann ich mich erinnern, dass Kundschaft häufig ganz gängige Titel bestellen wollte, wo ich immer antworten musste, ach gehen Sie doch bitte zur Konkurrenz um die Ecke, die können Ihnen alle Bücher besorgen. Wir hingegen haben nur ein sehr begrenztes Warensortiment. Auf diese Art und Weise haben wir ungemein viele Kunden verloren. Und wer einmal wegen eines Buchtitels, den er bei uns nicht bekommen konnte, bspw. zu "Thalia" gehen musste, ist in der Regel auch dort geblieben. Dieses Kaufverhalten kann man nachvollziehen. Ich hätte es als potentieller Kunde genauso gemacht.

    Auch im Verpackungsbereich waren wir einfaltslos. Allenfalls gab es eine blaue Tüte mit gelb aufgedruckter Schleife. Wenn ich ein Buch verschenken möchte, erwarte ich etwas mehr an Kreativität. Die Buchgeschenke zu Weihnachten kamen in der Regel in die Geschenktüten, die wir das ganze Jahr über benutzt haben. Warum hatten wir nie schöne Geschenkboxen und eine Vielzahl an Geschenkbändern, mit denen man mal wirklich hübsche Geschenkverpackungen hätte anbieten können, die wie bspw. bei Douglas noch dazu einen Wiedererkennungswert darstellen. Mit solch einfachen Mitteln, die das Unternehmen bestimmt nicht arg viel gekostet hätten, wären mit Sicherheit auch viele Kunden angelockt worden. Ein schickes Lesezeichen mit dem Weltbildlogo wäre praktisch gewesen und hätte Kunden auf uns aufmerksam gemacht. Leider habe ich persönlich so etwas nie erlebt. Auch das Sammeln von Rabattmarken oder Treuepunkten für jeden Einkauf ab 10,00 Euro ist ein Anziehungsmagnet. Stattdessen gab es Giveaways (bspw. Mini-Tschenlampen oder Schraubenziehersets), die mit Printmedien und CDs/DVDs gar nichts zu tun haben.

    Ich will nicht weiter Details aufführen. Das mag manch einen Leser langeweilen und den Umfang eines Postings sprengen. Aber zum Abschluß möchte ich noch einmal betonen, Weltbildplus ist ein renomierte Ladenkette in Deutschland. Darauf sollte man aufbauen und die Grundpfeiler beibehalten. Es bringt nichts, das Rad erneut zu erfinden. Nicht jeder langjährige Mitarbeiter/Manager ist betriebsblind oder unfähig. Bitte!!! viel Fingerspitzengefühl, bevor man sich von T- und AT-Mitarbeitern sowie LAs trennt.

  • Filialmitarbeiter

    Filialmitarbeiter

    @ 5:

    Sie schreiben: " Auch die Firmenkultur, die es gab, sollte man nicht komplett begraben".

    Das kann in der Tat nur jemand schreiben, der vor langer Zeit bei Weltbild war. So wie es bei Ihnen ja der Fall ist, wie Sie selber schreiben.

    Seit Mitte 2009, wo es die Massenentlassungen gab und viele viele treue, loyale und engagierte Filialmitarbeiter kaltschnäuzig, klammheimlich und kurzfristig vor die Tür gesetzt wurden, gibt es keine erhaltenswerte Firmenkultur bei Weltbild mehr.
    Vielmehr herrscht eine Firmenunkultur.
    Es wird sich erst etwas ändern, wenn man die alten Zöpfe wirklich abschneidet und die Herren, die für diese Firmenunkultur die Verantwortung tragen, aus dem Unternehmen entlässt.
    Und keine Sorge, diese Herren werden weich fallen, da sie sehr sehr hohe Gehälter bekommen.

  • Firmenkulturistin

    Firmenkulturistin

    Firmenkultur, Ha, Ha, Ha, der Witz ist nicht schlecht... wer die Mitarbeiter behandelt wie Sklaven hat es verdient jetzt seinen Hut zu nehmen! Die fallen zwar weich, aber lieber gehe ich ohne einen Cent heim als die Leute auszupressen wie die Zitronen. Wobei man ja sagen muss, dass die es auch mit sich haben machen lassen...

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