Frankreich verabschiedet "Lex Amazon"

Gegen Dumpingpreise von Onlinehändlern

Das französische Parlament hat am 26. Juni laut Medienberichten durch ein einstimmiges Votum des Senats das sogenannte "Anti-Amazon-Gesetz" endgültig verabschiedet: Damit wird Online-Händlern künftig untersagt, rabattierte Bücher kostenlos zu versenden.

Damit sollen Buchhandlungen besser vor der Konkurrenz durch Online-Versandhändler geschützt werden. Die neue Vorschrift, mit der das 1981 eingeführte Preisbindungsgesetz (Loi Lang) ergänzt wird, sieht vor, dass Versandhändler zwar einen Abschlag von bis zu fünf Prozent auf den Buchpreis gewähren, diesen aber nicht mehr mit dem Erlass der Versandkosten kombinieren dürfen. Diese Praxis warf die Regierung insbesondere Amazon vor. Auch stationäre Buchhandlungen hatten Amazons Politik mit Dumpingpreisen als unlauteren Wettbewerb kritisiert. Außerdem moniert die französische Regierung, dass Amazon kaum Steuern in Frankreich abführt, da das Unternehmen seinen Sitz in Luxemburg hat.

Das Gesetz war bereits im Oktober 2013 von der französischen Nationalversammlung verabschiedet worden, jetzt folgte der Senat.

Schlagworte:

Mehr zum Thema

6 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Harl Kanser

    Harl Kanser

    Wow - bis zu 5 Prozent Abschlag ... das sind ja wahrlich "Dumpingpreise": Amazon hin oder her, ich denke was besseres für das Amazon-Image könnten diese Staats-Wirtschaftler gar nicht tun (wir wären ja gerne billiger, dürfen es aber nich t...)

  • book1960

    book1960

    Wow, Herr Kanser. Hätten wir nur Amazons in Deutschland, die kaum Steuern bezahlen, hätten wir keine Straßen oder Kindergärten, keine Infrastruktur. Bleiben Arbeitsplätze, aber in Polen, da liefert bereits Amazon Ihre Bücher nach Deutschland. Wow

  • EU-Bürger

    EU-Bürger

    Wow, book1960. Ihr Kommentar zu Ende gedacht bedeutet, Deutsche kauft bei Deutschen. Wow. Dieser Neo-Nationalismus macht mir Angst.

  • book1960

    book1960

    EU Bürger - falsch zu Ende gedacht. Jeder bezahlt bei gleicher Leistung die gleichen Steuern und setzt sich mit seinen Mitarbeitern auseinander. Es gibt auch deutsche Aktiengesellschaften die keine Steuern bezahlen. Angst mach mir eher wie man gleich in eine Ecke geschoben wird.

  • EU-Bürger

    EU-Bürger

    book1960 - Ich bin kein Freund von Amazon. Wenn aber ein Unternehmen seine Steuern in einem anderen EU-Land zahlt, können dort mehr Straßen und Kindergärten gebaut werden.Wenn es in Deutschland zu wenig Straßen und Kindergärten gibt, liegt dies sicherlich nicht an zu geringen Steuereinnahmen. Wir sind immer noch eines der reichsten Länder der Welt. Andere EU-Länder, wie z.B. die östlichen EU-Länder, haben höhere Steuereinnahmen nötiger als wir in Deutschland. Daher ist es für mich auch akzeptabel, wenn Amazon oder wer auch immer Arbeitsplätze aus Deutschland in ärmere Länder verlagert. Was mir Angst macht, ist das politische Klima in Deutschland, das solche Parteien wie die AfD nach oben bringt, und die wachsende EU-Skepsis in der Bevölkerung.

  • hansilein

    hansilein

    Ja, wohl ungeschickt gemacht, das Gesetz: Amazon.fr versendet die Bücher jetzt mit 1 Cent Porto!

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld