Verändertes Angebot vorgelegt

Weltbild und Paragon verhandeln weiter

Am Mittwoch hat in München ein Krisengespräch zwischen der Verlagsgruppe Weltbild und dem Finanzinvestor Paragon stattgefunden – mit dem Ergebnis, dass beide Parteien weiter verhandeln wollen. In den letzten Tagen sah es so aus, als könne der Verkauf von Weltbild an den Finanzinvestor scheitern. Am Abend kam nun die Entwarnung von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Geiwitz teilte mit, dass die Verhandlungen auf Basis eines geänderten Angebots des Investors fortgesetzt werden sollen. Dieses Angebot solle in den nächsten Tagen schriftlich nachgereicht werden. Man werde es prüfen und mit verschiedenen am Verfahren beteiligten Parteien abstimmen. Wie die Offerte aussieht - darüber haben die Verhandlungspartner Stillschweigen vereinbart.

Der Insolvenzverwalter und Paragon zeigen sich zuversichtlich, "dass zuletzt kolportierte Gerüchte um ein Scheitern des Investorenprozesses verstummen werden". Eine Frist für die Dauer der weiteren Gespräche oder für finale Entscheidungen haben die Verhandlungspartner nicht vereinbart.

Eigentlich hätte der Deal zwischen den beiden Parteien bereits Ende Juni unter Dach und Fach sein sollen. Wie berichtet, hatte es jedoch unterschiedliche Auffassungen über weitere Sparmaßnahmen gegeben. Von den derzeit noch 1.250 Mitarbeitern habe Paragon weitere 150 entlassen und außerdem das Filialnetz verkleinern wollen (von aktuell 167 auf 130 Standorte). Das hatte die Verhandlungen zuletzt ins Stocken gebracht.

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6 Kommentar/e

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  • Mitarbeiter

    Mitarbeiter

    Traurig, dass man immer alles aus der Presse erfahren muss und der Arbeitgeber nicht den Anstand besitzt, mal anständig und wahrheitsgemäß zu informieren. Es kann doch nicht so schwer sein, sich als Geschäftsführer an den PC zu setzen und mal die Leute zu informieren... Was ist da los in Augsburg und München? Die Hosen voll?

  • IT-Weltbildler

    IT-Weltbildler

    Wenn ich die Zeichen richtig deute, könnte jetzt endlich Schluss sein mit der Psychofolter der Mitarbeiter bei Weltbild: Die Gewerkschaft kann verkünden, dass sie 250 weitere Entlassungen verhindert hat und nur 150 zugelassen hat. Geiwitz kann sagen, Mission geglückt, Weltbild verkauft. Und Paragon kann bei einer Übernahme zu 100 % mit dem Laden schneller schalten als bei einer Konstruktion, in der Geiwitz und die Gläubigerbanken noch involviert sind. Das macht jede Abstimmung über Maßnahmen schwierig. In Zukunft blieben nur noch die Gewerkschaft und Paragon als Abstimmungspartner.

    Ich als Mitarbeiterin von Weltbild glaube, dass sich die Parteien jetzt schnell einigen müssen, sonst ist die Zukunft von Weltbild verspielt: Jeden Tag kündigen Leute, vor allem die mit Know how, Krankheiten häufen sich, die Motivation sinkt ständig und und und. Wenn das nicht innerhalb der nächsten Tage passiert, gebe ich die Hoffnung auf und suche mir schnellstmöglich auch was anderes. Tut mir Leid, ich hab gern bei Weltbild gearbeitet, aber wenn das Trio Infernale (Verdi, Paragon, Geiwitz) nicht zu Potte kommen, will nicht auch noch ich den Psychokoller kriegen.

  • abgefahrener Zug

    abgefahrener Zug

    Der Zug ist abgefahren, der Arbeitgeber hat jahrelang die Rechte der Arbeitnehmer mit Füßen getreten und kriegt jetzt die Quittung. Wer soll sich da noch motivieren? Ein gutes Image und ein gutes Betriebsklima und eine gelebte Mit- und Selbstbestimmung hätte auch in der Insolvenz noch was wuppen können.. So gehen bald alle heim und schauen dumm aus der Wäsche...

  • ein Dummer?

    ein Dummer?

    verdi wirds schon noch richten, dass am ende für alle "der zug abfährt", aber offensichtlich gibt es immer noch etliche treue mitarbeiter voller hoffnung.

  • verdianer

    verdianer

    Nicht Verdi richtet es, sondern die hemdsärmeligen Jungs von Paragon. Die hatten doch gesagt, dass sie Weltbild kaufen. Sie hatten den Datenraum und das Konzept Weltbild 2.0 von Geiwitz, Berger und Verdi vorliegen. Und dazu haben sie JA gesagt. Und dann in den Konkretisierungen hat sich herausgestellt, dass sie nichts anderes als alle anderen tun wollten - WB zerschlagen. Auf jeden Fall nicht das Weltbild 2.0-Konzept, das sie zu kaufen vorgaben, umsetzen. Die Schuld auf Verdi abzuladen, dass Verdi schuld sei, wenn sich die Verhandlungen ziehen oder doch noch scheitern, heißt: Den verbliebenen Mitarbeitern einen Schlag ins Gesicht zu setzen.

  • Verdianerin

    Verdianerin

    ...stimme voll und ganz zu, dieses Schwarze- Peter-Zuschieben auf die Gewerkschaft und die Betriebsräte ist nur eine der weiteren Peinlichkeiten des Managements....

    Die Heuschrecke hat halt die gefräßigen Zähnchen gezeigt und die wurden ihr nun von den Arbeitnehmervertretungen gezogen.... Weiter so. Lieber mit Anstand gehen als mit gesenkten Köpfen ein Arbeitsleben lang erpressbar sein...

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