Interview mit Sven Murmann, Murmann Publishers

"Wir sind noch nicht komplett"

Murmann-Verleger Sven Murmann wird Hauptgesellschafter des auf Magazine zum Wertewandel spezialisierten Social Publish Verlags ("enorm", "Werde"). Welche Ziele er damit verfolgt und in wie seine Verlagsgruppe weiter wachsen soll, erklärt er im Interview. VON FRAGEN: SABINE SCHWIETERT

Bisher haben Sie sich – mit Ausnahme des "Kursbuchs" − auf das Buchgeschäft konzentriert. Was macht eine Beteiligung am Social Publish Verlag für Sie spannend?
Die programmatische Verwandtschaft. Beide Häuser richten sich an Leser, die sich für die drängenden Fragen unserer Zeit und für die Weiterentwicklung der Marktwirtschaft interessieren. Und ich möchte die Murmann-Gruppe zu einem Medienhaus ausbauen, das mehrere Medienformate bespielen kann.

Gibt es Synergien?
Anzeigen, Abonnenten, Vertrieb − in diesen Bereichen werden wir das "Kursbuch" und die drei Magazine des Social Publish Verlags verzahnen. Auch unsere Internetauftritte werden wir im Sinne einer gemeinsamen Ansprache unserer Leser anpassen und aufeinander abstimmen.  

Außerdem wollen Sie die Corporate-Publishing-Bereiche der beiden Häuser synchronisieren. Welchen Umfang hat das Firmengeschäft bei Murmann?
Etwa 20 bis 25 Prozent vom Gesamtumsatz erzielen wir mit Büchern, die mit Kunden aus der Wirtschaft und Institutionen wie Museen oder Forschungseinrichtungen umgesetzt wurden.

Soll das Firmengeschäft in der Murmann-Gruppe künftig eine Hauptrolle spielen?
Es wird jedenfalls eine gewichtige Rolle spielen. Mit dem Social Publish Verlag gewinnen wir Zeitschriften-Know-How dazu. Wir planen, gemeinsame Buchprojekte mit der "enorm"-Redaktion zu entwickeln − nicht nur im Firmengeschäft. 

Ist Murmann mit der Beteiligung am Social Publish Verlag komplett? Was fehlt?
Wir sind noch nicht komplett. Ich würde gern die Bereiche Fachbuch und Wissenschaft weiter ausbauen. Den Grundstein hierfür haben wir mit der Übernahme des Wachholtz Verlags 2012 gelegt. 

Lässt sich denn mit Inhalten überhaupt noch Geld verdienen?
Das wird in der Tat immer schwieriger, weil es nicht einfach ist, Zielgrupppen exakt zu definieren und anzusprechen. Aber wenn es gelingt, sind die Publikationen ganz besonders erfolgreich, vor allem auch im Corporate-Publishing-Bereich. 

Der stationäre Buchhandel leidet schon länger unter Amazon, so richtig zufrieden sind auch viele Verlage mit dem Internetriesen nicht mehr. Welche Rolle spielt Amazon für Murmann Publishers?
Wie die meisten Verlage verfolgen wir einen Multichannel-Ansatz, bei dem Amazon eine große Rolle spielt. Den Druck auf den stationären Buchhandel spüren wir als Verlag allerdings in gleichem Maße.

Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihre Herbst-Highlights.
Highlights wären da: "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient!" von Hugo Mülle-Vogg, "Der große Schulden-Bumerang" von Wolfgang Schröter (beide Murmann), die Erzählungen "Handkantenschlag" von Dorthe Nors (Osburg) und "Fielmann" von Harald Czycholl (Wachholtz).

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