BITKOM Studie zur Nutzung von E-Books

Gelesen wird auf dem Smartphone

Der Technikverband Bitkom legt Details zu seiner aktuellen Studie zur Nutzung von Lesegeräten und E-Books vor: Digitale Bücher sind mit Ausnahme der Altersgruppe 65+ gleichermaßen beliebt, die am physischen Buch festhalten. Rund ein Viertel der Befragten gab an, überhaupt digital zu lesen. 15 Prozent der Leser geben an, kein Geld für ihren digitalen Lesestoff auszugeben. Der Trend geht zu Leihdiensten und Leseapps.

Fast jeder Vierte (24 Prozent) liest elektronische Bücher (E-Books). Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom unter 2.300 Personen hervor. Im Vorjahr lag der Anteil der E-Book-Leser bei 21 Prozent. "E-Books haben sich als feste Größe im digitalen Medienmix etabliert", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Christian Illek bei Vorstellung der Studie. Die Befragung zeige, dass immer mehr Nutzer ihre digitalen Bücher auf mehreren Geräten parallel lesen und alternativen Nutzungsmodelle wie E-Book-Flatrates aufgeschlossen gegenüber stehen.

Altersstruktur der Digitalleser

Nach den Ergebnissen der Umfrage sind E-Books über die verschiedenen Altersgruppen hinweg gleichermaßen beliebt.

E-Books lesen:

  • 31 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen
  • 30 Prozent der 30- bis 49-Jährigen
  • Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 27 Prozent
  • Erwartbarer Ausreißer: in der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt die Nutzung mit 10 Prozent deutlich niedriger
  • Fast ein Drittel (32 Prozent) der Nicht-Nutzer von E-Books kann sich vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen.

Trotz Tablet-Hype: Gelesen wird auf dem Laptop und dem Smartphone

Wie bereits gemeldet, werden nach Bitkom-Prognosen im laufenden Jahr 9,2 Millionen Tablet Computer (plus 15 Prozent) und 1,2 Millionen reine E-Reader (plus 12 Prozent) verkauft. Allerdings sind die am weitesten verbreiteten Lesegeräte immer noch Laptops bzw. Netbooks, die 56 Prozent der E-Books-Nutzer verwenden.

  • 44 Prozent lesen E-Books auf dem Smartphone
  • 32 Prozent auf einem stationären Computer
  • 30 Prozent der befragten E-Book-Nutzer lesen auf dem Tablet Computer
  • 27 Prozent mit dem E-Reader

"E-Book-Leser sind nicht auf ein Gerät festgelegt. Ein Fünftel liest parallel auf unterschiedlichen Geräten wie Tablet, Smartphone und E-Reader", sagte Illek. Die Synchronisierung erfolgt durch die Speicherung der Bücher in der Cloud, die dann entweder direkt auf dem E-Reader oder über spezielle Apps auf Smartphones und Tablets abgerufen werden können.

Wo E-Books ihre Vorteile ausspielen
Die beliebteste technische Funktion von E-Books ist das digitale Lesezeichen. Gut zwei Drittel (69 Prozent) der befragten E-Book-Leser nutzen sie. Gleichauf liegt mit 68 Prozent die Veränderung der Schrift: Größe, Zeilenabstand oder Schrifttyp können angepasst werden. Ein gutes Drittel (38 Prozent) verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel (26 Prozent) macht sich Notizen und ein Fünftel markiert Textstellen. Immerhin 17 Prozent nutzen die Übersetzungsfunktion.

Woher kommt der Lesestoff?

Die wichtigsten Bezugsquellen für E-Books sind mit:

  • 63 Prozent Online-Buchshops wie Amazon, Buch.de, Ebook.de oder Thalia.de (u.a. − der Anteild es stationären Handels wurde nicht erhoben)
  • 27 Prozent der Befragten kauft Bücher in den vorinstallierten Shops der Lesegeräte
  • 14 Prozent kaufen direkt bei den Autoren
  • 9 Prozent auf den Webseiten der Buchverlage
  • 15 Prozent der Befragten sagten, dass sie kein Geld für E-Books ausgeben

Leihdienste auf dem Vormarsch

  • Das Ausleihen digitaler Bücher entwickelt sich laut Technikverband zu einem wichtigen Trend. 25 Prozent der Befragten leiht E-Books über öffentliche Bibliotheken (führend: Onleihe) aus
  • Im vergangenen Jahr waren es 17 Prozent
  • Das Ausleihen bei kommerziellen Anbietern wächst leicht auf 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent)
  • 25 Prozent der E-Book-Nutzer lesen frei verfügbare E-Books, zum Beispiel aus dem "Project Gutenberg" – im Vorjahr waren es erst 15 Prozent.
  • Sechs Prozent zahlen pro Seite (möglich etwa bei PaperC), was vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen von Bedeutung ist

In der Summe nutzt gut die Hälfte (52 Prozent) der E-Book-Leser Alternativen zum Kauf einzelner Dateien.

Vor diesem Hintergrund dürfte werbefinanzierten Modellen wie Readfy goldene Zeiten beschieden sein, vorausgesetzt, über die Werbeeinblendungen lässt sich genug Geld mit der Gratisleihe verdienen. Mit Magenschmerzen dürften Verlage aufnehmen, dass der Anteil der Nutzer, die nicht bereit sind für E-Books zu zahlen, stark wächst. Die Zahlungsbereitschaft dürfte durch kostenlose Dienste weiter sinken.

Social Reading

Ein Viertel (26 Prozent) der E-Book-Nutzer teilt Leseerfahrungen im Internet mit anderen:
  • 14 Prozent der Leser schreiben von Rezensionen in Online-Shops
  • 8 Prozent nutzen Apps, mit denen man Textstellen markieren und diese mit anderen teilen kann
  • Nur 3 Prozent machen das freihändig, in dem sie den Text kopieren und die Inhalte zum in sozialen Netzwerken teilen.

Methodik: Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research in Zusammenarbeit mit Aris Umfrageforschung durchgeführt hat. Dabei wurden im September 2.310 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 562 E-Book-Nutzer. Mehr Charts und die vollständige Studie unter dieser Meldung.

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