Adobe Digital Editions soll Nutzerdaten unverschlüsselt übertragen

Adobe verteidigt seine E-Book-Software

Der Softwareproduzent Adobe hat Kritik an seiner E-Book-Software Adobe Digital Editions (ADE) zurückgewiesen. In einem Brief an die amerikanische Bibliotheksvereinigung ALA heißt es, ADE sei sowohl mit der Endnutzer-Lizenzvereinbarung als auch mit den Datenschutzschutzregeln von Adobe vereinbar.

Das Online-Portal "The Digital Reader" hatte Adobe vorgeworfen, dass die jüngste Version von Adobes E-Book-Software (ADE 4) Nutzungsdaten privater Nutzer ausspioniere und unverschlüsselt an Adobe übertrage. Träfe dies zu, könnte der Konzern Profile über E-Book-Nutzer und ihre Lesepräferenzen und -gewohnheiten anlegen.

Adobe verteidigte nun, wie "Publishers Weekly" berichtet, seine Software in dem Schreiben an die ALA (American Library Association) und kündigte ein Software-Update für den 20. Oktober an.

Die Bibliotheksvereinigung ist deshalb sehr besorgt über die mutmaßliche Datenschutzlücke, weil Tausende Bibliotheken und Zehntausende E-Book-Leser rund um den Globus die ADE-Software zur Verwaltung ihrer E-Book-Bestände nutzen. Die unverschlüsselte Übertragung von E-Book-Nutzungsdaten böte Hackern eine ideale Angriffsfläche.

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2 Kommentar/e

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  • Harry

    Harry

    Wer heute noch irgendwelche personalisierten Daten unverschlüsselt überträgt, ist inkompetent und/oder dumm.

    Es mag kein besonderer Trost sein, aber auch andere große und sehr namhafte Unternehmen haben dieses Problem. Ich selbst habe mit einem großen Software-Unternehmen vor einiger Zeit einen Millionenauftrag verhandelt und abgeschlossen. Auch dort wurden unternehmenskritische Daten unverschlüsselt übertragen. Man brauchte Monate, um das abzustellen. Aber natürlich ist man als Kunde mit einem Millionenauftrag in einer etwas anderen Verhandlungsposition als ein privater Buchkunde. So dachte ich jedenfalls. Sagen wir mal so: Dieses Unternehmen hat 75 % aller Aufträge bei uns verloren. Wer nicht hören will...

  • Galbadon

    Galbadon

    Ob nun unverschlüsselt oder nicht - nicht akzeptabel ist, dass Adobe die Festplatten der Benutzer ausspäht. Es geht niemanden, und schon gar nicht Adobe, etwas an, was ich lese, wie ich es lese, ob mit oder ohne DRM, ob konvertiert oder nicht. Und noch besser, man hat ja auch persönliche Notizen, Tagebücher etc. im E-book vorliegen. Dieses Scannen von Daten ohne Einwilligung und aus der Selbstgerechtigkeit der eigenen Geschäftsbedingungen heraus entwürdigt ja auch Nutzer, da sich Firmen wie Adobe über das Recht auf Privatheit hinwegsetzen.

    Das ausspähen ist nicht akzeptabel, das muss man nicht diskutieren und jeder Verlag, der im Geschäft mit Privatkunden DRM für sein Bücher nutzt, arbeitet Adobe in die Hände. So ein Friedenspreis wie dieses Jahr sollte doch die Leute aufwachen lassen - oder waren es wieder nur schöne Worte?
    In der Onleihe, bei den Bibliotheken etc. wäre man ohnehin gut beraten, ein eigenständiges System zum Rechtemanagement zu schaffen statt sich von Adobe ahbhängig zu machen.

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