Börsenverein organisiert bundesweite "Eisbrecher"-Tournee für Start-ups

"Verteufelt das Neue nicht"

In einem Hamburger Theater hat gestern ein frisches Veranstaltungsformat des Börsenvereins Premiere gehabt: Die "Eisbrecher"-Tournee soll junge Unternehmen mit der Branche vernetzen, mit Erkenntnisgewinn für beide Seiten. VON CHRISTIANE PETERSEN

Der Mut zu Innovation und zur Eigeninitiative lohnt sich - und macht auch noch Spaß: Darin waren sich die Teilnehmer der ersten "Eisbrecher"-Veranstaltung des Börsenvereins in Hamburg einig.

Während die Hansestadt sich am Mittwochabend noch von der ersten Sturmflut des Herbstes erholte, hieß Dorothee Werner, Initiatorin des start-up-clubs, Jungunternehmer im Altonaer Theater "2te Heimat" willkommen. Co-Gastgeber der Auftaktveranstaltung war Oetinger34, ein neues kollaboratives Kreativnetzwerk, das der Verlag Friedrich Oetinger ins Leben gerufen hat und das sich zu Beginn der Veranstaltung präsentierte.

Bevor dann bei heißer Suppe und kühlen Getränken Kontakte geknüpft, Visitenkarten und Erfahrungen ausgetauscht wurden, gehörte die Bühne ganz den Start-up-Gästen: Der Einladung des Börsenvereins waren unter anderem "Phantominds" und seine zwei Gründer Alexander Peter und Mirko Bendig gefolgt. Das Start-up bietet seinen Kunden eine "Innovation Crowdsourcing Plattform", das heißt, eine individuell zusammengestellte Community entwickelt für Unternehmen der Buchbranche zielgerichtet Innovationen und Lösungen. "Wir glauben an die Macht unserer Community, an Kundenzentrierung und den Erfolg von Crowdsourcing", so die Gründer.

 

Jakob Jochmann von "pixelcraftbooks" teilt die Begeisterung für innovative und digitale Lösungen und hat sich mit seinem Unternehmen "pixelcraftbooks" zum Ziel gesetzt, digitale Inhalte und E-Books  zu einem "Erlebnis zum Verlieben" zu machen.  Überhaupt geht es den meisten anwesenden Gründern darum, Inhalte auf neuen Wegen zu ihren Zielgruppen zu bringen. Das Startup "audioguideMe" hat das besondere Hörerlebnis zum Geschäftskonzept gemacht, Paul Bekedorf und seine Gründerkollegen widmen sich mit ihrer App dem Sammeln von Audio-Geschichten, durch Kooperationen mit Verlagen werden Auszüge aus Hörbüchern am Ort des Geschehens abrufbar, Nutzer und Journalisten können Geschichten über ihreLieblingsorte erzählen. "audioguideMe ist ein Platz für spannende Geschichten – erzählt an den Orten ihrer Handlung", so der Gründer, der für sein Unternehmen bereits viel Anerkennung bekommen hat. 

 

Eine wahre Liebeserklärung an seinen Arbeitgeber kam von Ole Michaelis, Mitarbeiter des Online-Software-Unternehmens "Jimdo": "Streng genommen sind wir mit sieben Jahren kein Start-up mehr und ich dürfte gar nicht hier sein. Aber es spielt keine Rolle, wie alt dein Unternehmen ist. Es kommt auf die Haltung an, darauf, wie du miteinander umgehst, dass du ein gemeinsames Ziel hast und immer besser werden willst". Sein Wunsch an die Buchbranche: "Verteufelt das Neue nicht, sondern adaptiert das, was Erfolg hat – und bewahrt Euch Euren Gründergeist".

 

Darüber und über vieles andere wurde noch lange geplaudert an diesem windigen Hamburger Herbstabend und so wurde aus dem Afterwork-Termin dann doch eine abendfüllende Veranstaltung.  Mit der Veranstaltungsreihe „Eisbrecher“ geht der im Juni 2014 gegründete start-up-club des Börsenvereins auf eine bundesweite Veranstaltungstournee. Das Ziel: Start-ups einen ersten Zugang zur Branche bieten, ihnen wertvolle Kontakte und praktisches Know-how verschaffen.

 

 "Wir möchten Alt und Jung, Kreativität und Ökonomie zusammenbringen. Und wir wollen sowohl den Start-ups als auch den bewährten Branchenteilnehmern Berührungsängste nehmen", so Dorothee Werner, beim Börsenverein Leiterin der Unternehmensentwicklung. Interessierte Start-ups der Branche können sich unter www.boersenverein.de/startup informieren oder bei Dorothee Werner unter startup@boev.de melden.

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