Sitzung des Sortimenter-Ausschusses

"Wir arbeiten an der Optimierung von buchhandel.de"

Buchhandel.de, Onleihe, E-Book-Flatrate – bei der Sitzung des Sortimenter-Ausschusses (SoA) am gestrigen Mittwoch wurden diverse Beschlüsse gefasst und Empfehlungen abgegeben.

Über die technischen Probleme bei buchhandel.de und deren Lösung wurde gestern lebhaft debattiert. MVB-Geschäftsführer Ronald Schild räumte Schwierigkeiten vor allem bei der Suche ein.

"Die Suche war nicht so gut, wie sie sein sollte“, sagte Schild. Eine verbesserte Version sei jedoch am gestrigen Mittwoch freigeschaltet worden. An der weiteren Optimierung werde gearbeitet. Schild hob die neue Positionierung der Plattform hervor – diese habe sich zu einer reinen Endkundenplattform entwickelt mit einer entsprechenden Suche für die Endkunden.

In den kommenden Wochen werde mit Hochdruck an den Verbesserungen des Portals gearbeitet, natürlich an der Suche aber etwa auch an den Lieferbarkeitsinformationen oder neuen Zahlungsformen. Dazu würden die Projektressourcen aufgestockt, versicherte Schild.

Der Sortimenter-Ausschuss fasste zu buchhandel.de folgenden Beschluss:

1. buchhandel.de hat als neutrale Plattform hohe Bedeutung für den (stationären) Buchhandel. Der Sortimenter-Ausschuss spricht sich daher dafür aus, dass innerhalb der MVB alle erforderlichen Ressourcen bereitgestellt werden, um buchhandel.de zeitnah zur Marktreife zu entwickeln.

2. Der Sortimenter-Ausschuss fordert, dass alle weiteren Entwicklungsschritte von buchhandel.de in enger Abstimmung mit dem Arbeitskreis E-commerce (AKECOM) erfolgen.

3. Er bittet den AKeCOM, die MVB darin zu unterstützen, bei der Suche auf buchhandel.de ein Relevanz-Ranking zu erarbeiten, das sich strikt an den Suchkriterien der Endnutzer orientiert.

4. Darüber hinaus sollen die teilnehmenden Buchhandlungen spezifische Qualitätskriterien erfüllen, die im Einzelnen ebenfalls mit dem AkeCOm erarbeitet und abgestimmt werden sollen.

5. Die SoA-Geschäftsstelle soll zum geeigneten Zeitpunkt, frühestens ab Januar 2015, d.h. ab Marktreife von buchhandel.de, alle Buchhändler im Börsenverein schriftlich auffordern, sich auf buchhandel.de kostenlos listen zu lassen, damit möglichst viele Händler auf buchhandel.de auffindbar sein werden.

6. Zudem sollen im Namen des SoA Verlagsunternehmen nachdrücklich aufgefordert werden, buchhandel.de auch auf ihren eigenen Webseiten einzubinden. 

Onleihe-Kaufbutton

Dass die EKZ derzeit in einer Pilotphase den Verkauf von nicht ausleihbaren E-Books testet, stößt den Buchhändlern bitter auf. Der Sortimenter-Ausschuss bewertet die Verkaufsambitionen im Bereich Onleihe als „deutlichen Wettbewerb“ gegenüber dem stationären Buchhandel.

Der Verkauf von Büchern jedweder Publikationsform durch Bibliotheken habe nicht mit ihrem rechtlich verbrieften Auftrag und den darauf gründenden Privilegien gemein und würde, wenn flächendeckend durchgeführt, eine fundamentale Neuausrichtung der Bibliotheken darstellen, heißt es in einer Erklärung der Buchhändler. Soweit die Bibliotheken einen Verkaufshinweis als zwingende Ergänzung ihres Serviceangebots ansehen würden, habe eine Verlinkung nicht ausschließlich auf einen einzelnen Händler zu erfolgen, sondern unter Abbildung des gesamten Buchhandels mittels Einbindung von buchhandel.de.

Zugleich betonte der SoA, dass der Deutsche Bibliotheksverband in dieser Sache eine aktive Rolle einnehmen müsse - man werde den Schulterschluss mit dem Verband suchen, um eine partnerschaftliche Lösung zu erreichen.

E-Book-Flatrates

In Sachen E-Book-Flatrates, wie sie etwa von Amazon angeboten werden, einigten sich die Buchhändler darauf, dass die Entwicklungen der Flatrates vom SoA beziehungsweise dem Arbeitskreis E-Commerce (AKeCom) fortwährend beobachtet werden. Initiativen in Richtung eines eigenen Geschäftsmodells etwa via libreka! oder buchhandel.de würden zunächst nicht ergriffen.

 

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11 Kommentar/e

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  • Felix

    Felix

    Das darf nicht wahr sein - auf dieser Website werden, wenn ich Bücher suche, KEINE Abbildungen gezeigt. http://www.buchhandel.de ist der beste Grund, bei Amazon zu bestellen. Warum kapiert der deutsche Buchhandel einfach nicht, dass Amazon nur so erfolgreich werden konnte, weil er vom KUNDEN her denkt.

  • Gachmuret

    Gachmuret

    @Felix: Also, es gibt eine ganze Menge an buchhandel.de zu kritisieren. Aber welche Abbildungen meinen Sie denn jetzt genau, die dort nicht angezeigt werden? Coverabbildungen werden angezeigt. Also, jedenfalls auf meinem buchhandel.de, vielleicht haben Sie ja ein anderes... ;)
    Dort oben stünde übrigens auch nicht, »dass innerhalb der MVB alle erforderlichen Ressourcen bereitgestellt werden, um buchhandel.de zeitnah zur Marktreife zu entwickeln.«, wenn die Plattform schon marktreif wäre.
    Im Übrigen halte ich es für ein Missverständnis, dass buchhandel.de ein Konkurrent für amazon sein soll. Ziel bei buchhandel.de ist es, Bestellungen für stationäre Händler zu generieren, damit die dort abgeholt werden können. Das ist eine vollkommen andere Idee als die des Alleshändlers und damit auch für eine völlig andere Zielgruppe gedacht.

  • franz.wanner

    franz.wanner

    @ Gachmuret

    für welche Zielgruppe gedacht?

    Keine Ironie, interessiert mich wirklich. Denn Ziele/Zielgruppen sind Kontrollmomente bei der Entwicklung.
    Kann sich alles ja auch ändern, aber es gibt eine Logik zwischen Ziel und Sein. Daneben nur Zufall, Glück oder Schwachsinn.

  • Felix

    Felix

    @2:
    Meine Schwester sammelt die Bände der Insel-Bücherei. Und da will ich ihr einige zu Weihnachten schenken. Und jetzt geben Sie mal den Begriff "Insel-Bücherei" bei amazon ein, und dann bei buchhandel.at. Sie werden sofort verstehen, was ich meine. Und raten Sie mal, wo ich bestellt habe.
    Und ich möchte mich der Frage anschließen: An welche "völlig andere Zielgruppe" dachten Sie? Wer soll das sein?

  • ElvisBeatle

    ElvisBeatle

    @Felix: Hier geht es um Buchhandel.de und nicht um Buchhandel.at! Meine Güte!

    Wenn ich es richtig verstehe, bezieht Buchhandel.de die Daten aus dem VLB. Da haben leider viele Verlage die Cover nicht hinterlegt, was ein Riesenproblem ist und sich hoffentlich durch das VLB+ ändern wird. Suhrkamp/ Insel gehören nicht zu dieser Kategorie, darauf sei hingewiesen.

    Bei buchhandel.de werden sehr, sehr viele Cover der Insel-Bücherei-Bände angezeigt.
    Davon abgesehen: Wenn Sie Ihrer sammelnden Schwester bestimmte Bände zur Vervollständigung schenken wollen braucht's dafür sicher keine Coverabbildungen in der Bibliographie, oder?

  • ElvisBeatle

    ElvisBeatle

    @ Felix: Mit ihrem Hinweis auf das "vom Kunden her denken" bei amazon haben Sie natürlich vollkommen recht!

  • franz.wanner

    franz.wanner

    bleibt die Frage nach der Zielgruppe weiter unbeantwortet.
    Bei Amazon ist die klar: der gerade reinschauende Einzelkunde soll verführt werden und Geld ausgeben, wenn nicht dafür , dann eben dafür... oder auch dafür
    (ist erst mal nix Schlechtes)

    Aber es wären auch ander Zielgruppen und aufgaben denkbar... und entsprechend andere Programmierung und funktionalität notwendig

  • Felix

    Felix

    @ 5:
    Meine Güte... wer Tippfehler findet, darf sie behalten, auch Sie!

    Ich meinte natürlich "buchhandel.de", wie schon weiter oben geschrieben. Und woher die Abbildungen einer Website stammen, welche Software dahinter steckt, und was es da für Erklärungen oder besser Ausreden sonst noch gibt, interessiert mich als zahlenden Kunden überhaupt nicht. Bei Amazon funktioniert es - das ist es, was mich interessiert

    Und nochmal: Wenn ich bei Buchhandel.de "Insel-Bücherei" werden mir keine Cover der Bände der Inselbücherei angezeigt, sondern es werden die "Mitteilungen für Freunde" angeführt. Und erst wenn ich im nächsten Schritt die Bibliografie-Texte anklicke, wird manchmal(!) ein Cover gezeigt, und zwar das der "Mitteilungen". Das heißt, spätestens jetzt bin ich (und sicher nicht nur ich) von der Website weg, weil ich mich ja über die Bände Insel-Bücherei informieren will.

    Und Ihr letzte Satz: "Wenn Sie Ihrer sammelnden Schwester bestimmte Bände zur Vervollständigung schenken wollen braucht's dafür sicher keine Coverabbildungen in der Bibliographie" - das ist genau das, was ich meinte mit meiner Bemerkung "Warum kapiert der deutsche Buchhandel einfach nicht, dass Amazon nur so erfolgreich werden konnte, weil er vom KUNDEN her denkt."

    Ich wette, Sie sind Buchhändlerin oder Buchhändler. Nur von denen kann so eine Stellungnahme kommen. Erst wird an einem Tippfehler herumgemeckert, und dann "wofür brauchen Sie eine Abbildung?"

    Übrigens: Auch meine Buchhändlerin (ja, ich kaufe nicht nur bei Amazon) nutzt für ihre Suche die Amazon-Website.

  • franz.wanner

    franz.wanner

    @ Felix

    DAS würde aber Ihre Buchhändlerin nie zugeben.

    Aber bei aller Güte, auch Amazon hat Fehler. Die haben einfach immer ein Exemplar vorrätig, notfalls auch den gutenberg-bibel-Erstdruck. Und verlassen sich sonst auf die Subunternehmen.

    Nun ja, hier geht es ja um eine andere Zielgruppe. Welche das immer auch ist.

  • Felix

    Felix

    @ 9:

    Doch, gibt sie zu. Und nicht nur DAS, sondern sie macht es in meiner Gegenwart. Und was sie so über den Börsenverein sagt ... aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema.

  • franz.wanner

    franz.wanner

    @ Felix

    finde nicht, dies sei ein anderes Thema
    1. wir sind hier zu Gast beim börenverein
    2. da findet sich ein Mitglied nicht zufriedenstellend vom Verband vertreten
    3. Ausgangspunkt war ein Plattform, die (zielgruppe?) den Verbandsmitgliedern helfen sollte, kunden zu binden, generieren oder eben zufrieden zu stellen

    Und alles zusammen: sollte der Verband nicht nur dem Gesäusel lauschen, sondern ein statement abgeben.
    (Obwohl, ... Gott hält sich auch zurück)

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