Audio-Buchtipps im Deutschlandradio

Komplizierte Schriftstellerfreundschaften

Hier zum Anhören: Buchhändler Gunther Philler von der Jenaer Bücherstube über seine Toptitel. Jeweils freitags um 10.45 Uhr sprechen Buchhändler in Deutschlandradio Kultur über aktuelle Bücher – Bestseller und solche, die es werden könnten. Im Literaturmagazin von 10 bis 11 Uhr hat die "Lesart" von Deutschlandradio Kultur einen festen Sendeplatz ab 10.45 Uhr.

„Ostende“, Volker Weidermann, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 160 Seiten, 17,99 Euro

Ostende im Jahr 1936: In dem belgischen Badeort trifft sich eine Gruppe Schriftsteller, denen der Nationalsozialismus die Heimat geraubt hat. Stefan Zweig und Eugen Roth sind zwei von ihnen. Liebevoll und mit großem Detailwissen beschreibt Volker Weidermann die komplizierte Freundschaft zwischen dem erfolgsverwöhnten, kontrollierten Zweig und dem chronisch in Geldnot befindlichen Alkoholiker Roth. In der Idylle Ostendes feiern die Schriftsteller noch einmal zusammen das Leben. Ein Stück deutscher Geschichte.

„Sunset“, Klaus Modick, Piper Verlag, 192 Seiten, 8,99 Euro

Pacific Palisades, Kalifornien: Dort lebt Lion Feuchtwanger 1956 als letzter deutscher Exilautor. Als er an einem Augustmorgen via Telegramm vom Tod Bertold Brechts erfährt, ist er erschüttert, schließlich war Brecht für ihn so etwas wie ein Freund. Die Nachricht ruft bei Feuchtwanger Erinnerungen wach – an ihre gemeinsamen Erlebnisse; an Krisen, Erfolge, berufliche Unstimmigkeiten, aber hauptsächlich an die Freundschaft. 

„Thüringen in kleinen Schritten. Notizen vom Hörenden Fußmarsch“, Nikolaus Huhn, Mitteldeutscher Verlag, 304 Seiten, 16,95 Euro

Der Thüringer Aktionskünstler Nikolaus Huhn wanderte 2013 zwei Monate lang 1200 Kilometer durch seine Heimat, um herauszufinden, ob es möglich wäre, notfalls aus eigener Kraft und aus den Ressourcen der Region zu leben. Dabei hörte er den Thüringern vorbehaltlos zu. In seinem Erlebnisbericht schildert Huhn, was er dabei über die Region und ihre Bewohner erfahren hat.

1929 gründete Hellmut Schmidt die Goetheanum-Bücherstube in Jena. Die von dem Architekten Felix Kayser komplett anthroposophisch gestaltete Buchhandlung musste nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 in Jenaer Bücherstube umbenannt werden und firmiert bis heute unter diesem Namen. 1983 übernahm Gunther Philler die Buchhandlung, die nebst dem allgemeinen Sortiment auch anthroposophische Literatur, Keramik und Mineralien im Angebot hat.  

Die Audio-Buchempfehlungen entstehen aus einer Kooperation von BÖRSENBLATT und Deutschlandradio Kultur. Den Audiomitschnitt des Radiobeitrags finden Sie unten als mp3-Datei, und in der Rubrik Lesetipps finden Sie weitere Empfehlungen aus dem Buchhandel.

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