Sechstes Literaturfest München

"Literatur öffnet, zieht keine Mauern"

Das gewohnt sehr umfangreiche Programm des Literaturfests München setzt in diesem Jahr mit dem Format „forum:autoren“ einen Schwerpunkt, der Flüchtlings- und Fluchtgeschichten in den Mittelpunkt stellt. Bei der Pressekonferenz tuschelten die buchaffinen Medienschaffenden aus Bayern auch über Amazon und neue Verteilzentren in München.

Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers, Literaturhausleiter Reinhard G. Wittmann, Schriftsteller Albert Ostermaier, Kurator Thomas Kraft und Michael Then,Vorsitzender des Börsenvereins Landesverband Bayern, kündigten heute im Literaturhaus das neue Literaturfest an. Einen besonderen Schwerpunkt setzt wieder das Format „forum:autoren“, das in diesem Jahr vom Schriftsteller Albert Ostermaier kuratiert wird und unter dem Titel „front:text“ steht: „Mich interessiert eine Literatur, die sich engagiert, die an die Grenzen geht und die Grenzen überschreitet. Literatur ist eine Grenzüberschreitung und damit eröffnet sie neue Räume und neue Wahrnehmungen: Literatur öffnet, zieht keine Mauern“, so Ostermaier, der Flüchtlings- und Fluchtgeschichten in den Mittelpunkt stellt. Das Thema findet sich auch in anderen Programmfeldern des Literaturfests: So werden Drago Jančar das Festprogramm im Literaturhaus, Abasse Ndione die Bücherschau für Erwachsene und die „Lesereise“ im Programm für Schulklassen mit dem Buch „Train Kids“ von Dirk Reinhardt (Gerstenberg) die Bücherschau Junior bereichern.

Das Literaturfest musste allerdings schon kurz nach Drucklegung des Programms einige Absagen hinnehmen: Außenminister Frank-Walter Steinmeier sollte an der Eröffnungsveranstaltung teilnehmen. Nun heißt es aus seinem Ministerium: "Herr Steinmeier hatte zum ersten Mal schon knapp vor einem Jahr von Albert Ostermaiers Projekt erfahren und seinerseits versucht, unser Land als Einwanderungsland und Heimat für Menschen aus anderen Ländern zu beschreiben und zu ermutigen. Umso bedauerlicher ist die jetzige Absage, die ihm Gelegenheit gegeben hätte, sein Thema der 'Träume und Traumata' mit hervorragenden Literaten zu spiegeln." Auch der Abteilungsleiter Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts, Andreas Görgen, musste seine Teilnahme am Symposium "front:text:kontext" vom 21. November absagen. Zudem kann António Lobo Antunes nicht nach München reisen: Die Veranstaltung mit ihm am 21. November entfällt.

Aufgefallen war am Rande der Pressekonferenz im druckfrischen Folder zur 56. Münchner Bücherschau ein neuer Inserent: „In München und Umgebung bereits über 30 LChoice Partner Buchhandlungen!“, heißt es unweit der traditionellen Hugendubel-Anzeige. Und schon entbrannte eine Diskussion über die Konkurrenz mit dem Online-Händler Amazon, der laut lokaler Medienberichte zwei neue Zentren in München plant. So sollen bald schon in der Isarmetropole noch am Tag der Bestellung Bücher und andere Medien an die Kunden ausgeliefert werden. Darunter gewiss auch die neuen Titel von Friedrich Ani, Umberto Eco, Navid Kermani, Salman Rushdie oder Ilia Trojanow und rund 80 weiterer Autoren, die allesamt vom 18. November bis zum 6. Dezember in München im Rahmen des sechsten Literaturfests auftreten werden.

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