Die Sonntagsfrage

Keine Saisonvorschau mehr – warum wollen Sie künftig nur noch Einzeltitelvorschauen bringen?

Der Murmann Verlag verzichtet künftig auf eine Saisonvorschau. Stattdessen wird es Vorschauen für jeden einzelnen Titel geben – das ganze Jahr über. Peter Felixberger, Programmgeschäftsführer von Murmann Publishers und Herausgeber des Kursbuchs, über die Vorteile und die Notwendigkeit des neuen Modells.

„Jeder in der Branche kennt das Ritual. Zweimal im Jahr kündigen Verlage ihr Programm in mehr oder weniger dicken Vorschauen an. Eine schöne Routine – praktisch, quadratisch, gut und teuer. Denn dahinter steht die Selbstverpflichtung aller Akteure, jedes Buch an ein striktes Zeitmanagement zu ketten: Buchvertrag, Manuskriptentwicklung, Lektorat, Herstellung und Druck. Eingebettet darin Vertretersitzung, Erst-PR für Handel und Medien sowie Vertreterreise inklusive Key Account.

Wie sinnvoll eigentlich. So weiß jeder, woran er ist. Es herrscht Ordnung im Karton. Jeder kennt seinen Platz und weiß, wann er sich in die Kette einreihen darf. Bis jetzt, denn wir gehen künftig einen anderen Weg. Murmann Publishers hat gerade seine letzte Herbstvorschau gemacht. Ab Januar 2016 ist Schluss. Jeder Einzeltitel wird dann separat präsentiert, das ganze Jahr über. Das hat einen einfachen Grund: Wir wollen schneller, kommunikativer und vernetzter werden.

Was heißt das konkret? Nun, wir verlegen künftig Bücher und andere Medien/Formate rund um das Jahr, immer und überall, mit anschließender Weltvernetzung. Von Januar bis Dezember, egal ob Frühjahr oder Herbst im Kalender stehen. Denn die Zukunft der Buchverlage liegt in der Vielfalt der Einzelkampagnen. Darauf wird es ankommen: Den Buchcontent als weitverzweigte Gesprächskultur in Verbindung mit dem gesamten Arsenal von Online- und Offlineformaten zu etablieren. Verlage werden ein Stück mehr zu Content- und Kontextarchitekten: mit Gesprächen, Vorträgen, Weblesungen, Webinaren, enhanced eBooks oder Newslettern. Der Buchcontent wird transkribiert in innovativere Formate, um im Kontext neuer Technologien weiter kommuniziert zu werden. Der Autor wird zum Content-Initiator, dem ein Verlag eine gemeinsame Aktionsplattform zimmert.

Für eine Saisonvorschau bleibt dann leider keine Zeit mehr. Denn künftig ist jeder Titel eine Vorschau.“

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1 Kommentar/e

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  • Jürgen Schulze

    Jürgen Schulze

    Na, da bin ich beruhigt, dass etablierte Verlage das auch so behandeln.
    Für das "Pimpen" von zweijährlichen Katalogen ist doch gar keine Zeit mehr heutzutage.

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