Antiquariat

Auktionsgedränge

Zehn Buch- und Grafikauktionen innerhalb von rund sechs Wochen: die heiße Phase des Versteigerungsfrühjahrs steht bevor. Eine Übersicht.

Den Anfang macht am 29. und 30. April Peter Kiefer in Pforzheim (weit über 5.000 Lose, darunter neben Büchern und Kunst auch Münzen und Schmuck). Unter der Katalognummer 2013 wird hier die bemerkenswert unsentimentale "Auflösung eines Fachantiquariats" mit über 23.000 Büchern annonciert: "Zur Besichtigung vor Ort (Südbayern) bitte Termin vereinbaren." (Die Redaktion wäre für einen Hinweis dankbar, um welche Firma es sich da handelt …)

Auf Kiefer folgen die beiden Münchner Auktionshäuser Hartung & Hartung (9. und 10. Mai) und Zisska & Lacher (11. bis 13. Mai). Die Hartung-Auktion bietet unter anderem den zweiten Teil der Bibliothek Dr. Georg Fischer. Bei Zisska & Lacher wird als besonders hervorragendes Los eine neu entdeckte Zeichnung Egon Schieles von 1910 angeboten.

Vom 18. bis 20. Mai schließt sich an das Doppelereignis in der bayerischen Landeshauptstadt die Auktion von Reiss & Sohn in Königstein im Taunus an, die mit einem eigenen Katalog "Architektur. Bibliothek eines Sammlers" beginnt und mit Büchern, Handschriften, Geografie, Atlanten, Fotografie, Landkarten und dekorativer Grafik fortgesetzt wird. Enthalten ist unter anderem eine private Sammlung von Lutherschriften.

Am 20. und 21. Mai versteigert Christian Hesse in Hamburg zunächst "Kunst 16. bis 20. Jahrhundert", am Folgetag kommen "Bücher und Autographen" sowie "Kinderbücher aus der Sammlung Victor Günthert" (dritter und letzter Teil dieser Privatsammlung) zum Ausruf – das ist eine Erweiterung gegenüber der ursprünglichen Planung, die eine eintägige Auktion am 21. Mai vorsah.

Am selben 21. Mai, das ist ein Samstag, findet außerdem die Frühjahrsauktionen bei Schramm in Kiel statt. Die ursprünglich ebenfalls auf den 21. Mai angesetzte Auktion bei Nosbüsch & Stucke in Berlin wurde auf den 4. Juni verschoben. Auf der Website heißt es: "Wir haben bereits umfangreiche und spannende Sammlungen zum Thema 'Bauhaus' sowie 'DDR-Künstlerbücher' im Hause."

Den Abschluss dieses Marathons, der allein für das sorgfältige Katalogstudium einen erheblichen Einsatz voraussetzt, bilden die zweitägige Auktion bei Ketterer Kunst in Hamburg am 23. und 24. Mai (mit der längst etablierten Abendauktion am ersten Tag) und die Versteigerung bei Jeschke van Vliet in Berlin am 27. Mai (wertvolle Bücher, dekorative Grafik, Fotografie).

Man darf gespannt sein, ob es im Herbst 2016 wieder zu einer solchen Terminballung im letzten Mai-Drittel kommt oder ob beispielsweise Christian Hesse den nunmehr (und höchst bedauerlicherweise) freigewordenen Termin des geschlossenen Hamburger Auktionshauses Hauswedell & Nolte im direkten Anschluss an die Ketterer-Auktion einnimmt und so für Entzerrung sorgt.

Ein Frühjahrsnachzügler, wenn man so will, ist die Versteigerung "Bücher, Zeichnungen, Druckgrafik, Sonderkatalog Exlibris" von Schneider-Henn am 8. und 9. Juni in Seefeld.

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