Konsumentenstudie zum Leseverhalten

Digitale Ermüdung in den USA

Im vergangenen Jahr ist in den USA der Umsatz mit E-Books gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Die Codex Group hat im April in einer Verbraucherumfrage nach den Gründen gefragt, wie das Branchenmagazin "Publishers Weekly" berichtet. Als eine Ursache wird eine "Digitale Ermüdung" bei den US-Lesern ausgemacht.

Der Umsatzrückgang bei E-Books hat bei den US-Publikumsverlagen im vergangenen Jahr 14 Prozent im Vergleich zu 2014 betragen, habe etwa eine Erhebung der Association of American Publishers ergeben, so "Publishers Weekly" weiter. Der Anteil von E-Books am Umsatz im Publikumsmarkt sei von 23 Prozent (2014) auf 20 Prozent (2015) gesunken.

Anteil verkaufter E-Books sinkt

Unter anderem den Gründen dafür wollte die Codex Group mit ihrer Konsumentenumfrage im April auf die Spur kommen. Befragt wurden 4.992 US-Buchkäufer. Ein Ergebnis: Der Anteil der gekauften E-Books an den gesamten Buchkäufen ging von 35,9 Prozent (April 2015) auf 32,4 Prozent (April 2016) zurück. Bei der Umfrage wurden E-Books von traditionellen Verlagen und von Self-Publishern sowie Verkäufe über alle Kanäle berücksichtigt.

Der Codex-President Peter Hildick-Smith sieht eine Ursache für den Rückgang in den Lesegeräten, die noch nicht die Qualität für längeres, dauerndes Lesen erreicht hätten, berichtet "Publishers Weekly". In der Woche vor der Umfrage hätten nur 50 Prozent der Befragten einen E-Reader zum Lesen von E-Books genutzt. Bei Tablets (52 Pozent) sah es ähnlich aus, wesentlich weniger wurden E-Books auf Smartphones (26 Prozent) gelesen.

Die Lesezeit der zuletzt gelesenen E-Books verteilte sich wie folgt: E-Reader (55 Prozent), Tablets (28 Prozent), Smartphones (12 Prozent).

"Digitale Ermüdung"

Gewichtig sei alles ein neues Phänomen, das Hildick-Smith als "Digitale Ermüdung" der Konsumenten bezeichnet. Laut der Codex Group-Umfrage wollen 25 Prozent der Buchkäufer künftig weniger Zeit vor ihren digitalen Geräten verbringen. Bei den Digital Natives, den 18−24jährigen, ist den Anteil mit 37 Prozent noch deutlich höher. Unter den 25−34jährigen gaben dies immerhin noch 32 Prozent an.

Weitere Ergebnisse:

  • Bei den 18−24jährigen gaben 19 Prozent an, dass sie aktuell weniger E-Books lesen als zum Zeitpunkt, an dem sie das digitale Lesen begannen.
  • Insgeamt ist dies bei 14 Prozent der Buchkäufer der Fall.
  • 59 Prozent derjenigen, die weniger E-Books lesen, gaben an, jetzt lieber zu gedruckten Büchern zu greifen.
  • Der Anteil gekaufter Printbücher war im April bei den 18−24jährigen mit 83 Prozent am höchsten, am geringsten bei den 55−64jährigen (61 Prozent).

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3 Kommentar/e

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  • Dirk Niewöhner

    Dirk Niewöhner

    ...vielleicht haben auch mittlerweile mehr Amerikaner herausgefunden, woher man
    Raubkopien bekommt. Auch hier hören wir immer öfter von Kunden, daß sie mehrere hundert Titel auf ihrem Reader haben - natürlich nicht gekauft!

  • markus

    markus

    Eine Datei wird erst zum Buch, wenn sie gedruckt wird.

  • Fabian Reinecke

    Fabian Reinecke

    Don't trust the hype. Es ist doch immer das selbe Spiel: Das neue elektronische Spielzeug entwickelt rasant steigende Nutzerzahlen. Dann kommt die Ermüdung, dann die rückläufige Bewegung, bis ein fester Interessentenkreis erreicht ist.
    E-Books sind keine Music-Downloads oder DVDs - Lesen braucht Zeit und ist vergleichsweise anstrengend. Genau deshalb wird hier die Entwicklung langsamer und anstrengender vorwärtsschreiten als der Medienwechsel bei Musik und Bild. Das will bloss keiner der E-Book-Propheten wahrhaben.

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