Literaturfest München zieht Bilanz

160.000 Besucher kamen zur Bücherschau

Zu den Veranstaltungen des 7. Literaturfests München, das vom 10. bis 27. November stattfand, kamen rund 20.000 Besucher. Die große Buchausstellung im Gasteig zog zudem rund 160.000 Bücherfans an.

Diese Zahlen nennt die Abschlussbilanz der Veranstalter. Im Rahmen des Literaturfests traten danach rund 100 Autorinnen und Autoren sowie Künstlerinnen und Künstler an verschiedenen Orten in München auf − darunter Swetlana Alexijewitsch und Herta Müller, Justin Cronin, Carolin Emcke, Mathias Énard, Cornelia Funke, Dominik Graf, Philip Kerr, Sibylle Lewitscharoff, Petros Markaris, Eva Mattes, Hanns-Josef Ortheil und Christoph Ransmayr, Elmar Theveßen sowie Ingo Zamperoni.

Szenische und musikalische Lesungen, Diskussionen, Symposien, Konzerte und Ausstellungen standen auf dem Programm, zudem Schullesungen sowie tägliche Mitmach-Aktionen für Kinder und Jugendliche. Allein für das Kinder- und Schulklassenprogramm melden die Veranstalter die Rekordzahl von 7.000 Gästen.

"Es war ein ruhiges, entspanntes und sehr anregendes Festival", freuen sich Thomas Kraft und Edith Offermann, die Kuratoren der Veranstaltungsprogramme, und Klaus Beckschulte, Geschäftsführer des Landesverbands Bayern des Börsenvereins.

Die diesjährige Kuratorin Elke Schmitter betrachtete beim forum:autoren Sprachwelten aus vielen Perspektiven: Gemäß ihrem Motto ein wort gibt das andere ging es um Sprache und Poesie unter Bedingungen politischer Repression, um die Muttersprache als Heimat des Erlebens wie auch als Zankapfel der Integration, um künstliche Sprachen als progressive Idee – und um den Zauber der Stimme, die spricht und singt.

Die 57. Münchner Bücherschau zeigte über 20.000 Neuerscheinungen, begleitet durch Auftritte prominenter Autorinnen und Autoren. Die Themen Flucht, Vertreibung und Exil standen im Zentrum des von Thomas Kraft entworfenen Programms. Zahlreiche Lesungen, Spiel- und Mitmachaktionen bot zudem das von Edith Offermann kuratierte Kinder- und Familienprogramm.

Für ihr Buch "Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie" wurde die Journalistin Garance Le Caisne mit dem 37. Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet (Bericht zur Preisverleihung, siehe Archiv: "Und das Morden in Syrien geht einfach weiter"). Ein Interview mit der Preisträgerin finden Sie hier.

Der städtische Fernsehpreis LiteraVision ging in der Kategorie Kurzbeiträge an Benjamin Unger, NDR, für den Beitrag im Nordmagazin: "Peter Wawerzinek: Der Schluckspecht". "In 3 Minuten und 11 Sekunden gelingt es ihm, nicht nur das Buch des Autors Peter Wawerzinek vorzustellen. Mit Witz und Entschlossenheit zur radikal-ironischen Inszenierung zeigt er das Schicksal eines heillosen, heiligen Trinkers", heißt es in der Begründung der Jury. In der Kategorie Langbeiträge ging der Fernsehpreis LiteraVision an Anita Hugi, SRF, für "Undine Gruenter: Das Projekt der Liebe". "Der Film begeistert uns durch seinen persönlichen Ansatz, jede Einstellung ist präzise, zieht uns in ein komplexes Sprach- und Lebensuniversum (…) In diesem Film stimmt alles, verbindet sich zu einem unvergesslichen Fluss von Bildern, Tönen, Worten und Klängen. Ein Film, der ein Projekt der Liebe ist", so die Jury.

Das 8. Literaturfest München findet vom 15. November bis 3. Dezember 2017 statt. Bereits im Frühjahr, vom 11. bis 19. März, lädt die 11. Münchner Bücherschau junior ein.

Das Literaturfest München wurde veranstaltet vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und dem Literaturhaus München in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Mit freundlicher Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, der Kulturstiftung des Bundes, DATEV und PwC. Medienpartner: Bayern 2.

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