Moritz Verlag konzipiert Illustratoren-Ausstellung

Viele Bilder von Europa

Der Frankfurter Moritz Verlag hat seine Illustratoren eingeladen, ihre Ideen von Europa zu Papier zu bringen. Die Ergebnisse wurden in Frankfurt in einer Ein-Tages-Ausstellung präsentiert.   VON HOLGER HEIMANN

Wir leben in unruhigen und beunruhigenden Zeiten. Die Buchmesse ist politischer geworden ebenso wie manche Verlagsprogramme. Doch wie kann sich ein Verlag für die europäische Idee engagieren, der kein politisches Sachbuchprogramm anbietet, sondern Bücher für Kinder macht? Das fragte sich Markus Weber, der von Jahr zu Jahr erfolgreicher den kleinen und doch so sichtbaren Frankfurter Moritzverlag leitet. Die Lösung fand er schnell. Er bat im Sommer seine Illustratoren, ihre Gedanken zu Europa zeichnerisch zu veranschaulichen. 16 Illustratoren – aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden – waren der Aufforderung nachgekommen. Elf von ihnen waren am Buchmessedonnerstag im HoRsT - einem Veranstaltungsraum im Gallusviertel auf dem Gelände der ehemaligen Adlerwerke, der einen recht rauen Industriecharme verströmt - zusammen mit rund 100 Besuchern bei der Präsentation der Ergebnisse von „Zeich(n)en für Europa“.

Thomas Müller aus Leipzig hat einen Stier nach Frankfurt geschickt, der mit der Europa auf dem Rücken Mauern und Grenzen aus Stacheldraht im wilden Galopp überspringt. Seine Botschaft: Europa hat die Grenzen niedergerissen, errichten wir keine neuen. Die Französin Anne Brouillard lässt den Hund Killiok aus ihrem Band „Der große Wald“ die europäische Landkarte von Unrat freiräumen. Wir müssen uns um Europa kümmern, so kann man ihr Bild verstehen. Der Niederländer Thé Tjong-Khing zeigt eine Menschenpyramide auf einem Stier. Europa zu bauen – das sei ein täglicher Balanceakt, erklärte er im Gespräch mit der Moderatorin des Abends, Christine Knödler. Dass diese schwierige Übung gelinge, daran meldete der 83-Jährige jedoch ernste Zweifel an. Es war nicht die einzige sehr nachdenkliche Stimme an diesem Abend. Der Brite Patrick George klagte über die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht in unserem Land“. Dazu passt das Bild des Wahl-Londoners Axel Scheffler: Es zeigt eine recht ratlos dreinblickende blaue Eule mit einem Ring aus Sternen auf dem Brustgefieder.

Wer den europäischen Abend verpasst hat, kann die Bildmotive im kleineren Format auf Postkarten anschauen, die es am Messestand des Moritzverlags gibt (Halle 3.0 H83). Die Originale, die leider nur einen Abend im HoRsT an den Wänden hingen, sollen bei einer Auktion von Pulse of Europe Anfang kommenden Jahres im Internet versteigert werden.

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