Staatspreis des Landes NRW an Navid Kermani

"Intellektueller mit Alltagsrelevanz"

Der in Köln lebende Autor, Publizist und Orientalist Navid Kermani erhält den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2017, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung an den Friedenspreisträger von 2015 findet am 27. November in der Domstadt statt.

Navid Kermani sei einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart, sagt Ministerpräsident Armin Laschet in der Presseinformation. Kermani erweise sich "als Intellektueller mit Alltagsrelevanz, der zum Zusammenleben in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa wesentlich beiträgt." Dafür verdiene er die höchste Auszeichnung Nordrhein-Westfalens, das wie kein anderes vielfältig und europäisch sei. Kermani führe Kulturen und Religionen zusammen, ohne sie zu vermischen. Laschet fährt fort: "Er kann ebenso kenntnisreich und respektvoll über islamische Mystik wie über das Christentum sprechen. Er baut Brücken in der durch Zuwanderung vielfältig gewordenen Gesellschaft und lehrt sie den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit vielfältigen Ansichten, Überzeugungen und Lebensweisen. Kermani hat immer einen erkennbaren Standpunkt und zugleich die Offenheit, den Anderen wahr- und ernstzunehmen. Diese Haltung tut unserem Land gut. Sie dient dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft."

Kermanis Einwürfe zu aktuellen politischen Fragen würden die gesellschaftlichen Debatten in unserem Land prägen und sie voranbringen. "Seine Rede im Deutschen Bundestag – anlässlich des 65. Jahrestags der Gründung der Bundesrepublik Deutschland – gehört zu den großen Reden, die dieses Haus in seiner Geschichte erlebt hat – auch und gerade, weil sie eine offene und kontroverse Diskussion auslöste", so Laschet.
 
Navid Kermani hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, darunter 2011 die Buber-Rosenzweig-Medaille sowie 2015 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Im selben Jahr wurde er in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen. Zu seinen Hauptwerken gehören "Große Liebe" (Hanser; TB bei Rowohlt), "Einbruch der Wirklichkeit. Auf dem Flüchtlingstreck durch Europa" (C.H. Beck), "Zwischen Koran und Kafka. Westöstliche Erkundigungen" (C.H. Beck), "Ausnahmezustand. Reisen in eine beunruhigte Welt" (C.H. Beck) sowie "Ungläubiges Staunen. Über das Christentum" (C.H. Beck).
 
Die Preisverleihung findet am 27. November statt, an dem Tag feiert Navid Kermani zudem seinen 50. Geburtstag. Die Verleihung findet in seiner Wahlheimat Köln statt, wo er seit 1988 lebt. Der Sohn iranischer Einwanderer wurde am 27. November 1967 in Siegen geboren.  Kermani studierte Islamwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft und habilitierte sich 2005 im Fach Orientalistik.

Zum Preis

Der Staatspreis wurde 1986 anlässlich des 40. Jahrestags der Gründung Nordrhein-Westfalens als höchste Auszeichnung des Landes gestiftet. Die Verleihung obliegt dem Ministerpräsidenten. Navid Kermani ist der 55. Preisträger.

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